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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900.
kaum der Erwähnung, dafs die Temperatur an den verschiedenen für die
Reduktion wichtigen Punkten des Apparates strengstens notirt wurde.
Der Mafsstab hatte einen quadratischen Querschnitt von 13,3 mm Seite,
trug oben, etwa 7cm von dem äufsersten Ende entfernt, eine Vorrichtung,!) in
welcher er in ganz ähnlicher Weise wie das Pendel in die am Komparator an-
gebrachten Lager eingelassen werden konnte, und zwar ruhte er alsdann auf
zwei ähnlichen wie bei den Messerschneiden des Pendels befindlichen Zapfen.
Es wurde der Maßstab, nachdem er in die senkrechte Lage mittelst einer kleinen,
am unteren Ende befindlichen Schraube, gegen welche er nur ganz leise ange-
lehnt sich befand, sonst nicht mehr, weder in der Mitte, noch unten, festgeklemmt.
Es wurde alsdann dio durch die unmittelbar vorhergegangene Lage der Messer-
schneiden des Pendels genau adjustirte Lage unter den Mikrometern auch für
die Einstellung des Mafsstabes mafsgebend. Es erforderte nur eine geringe Uebung,
sich von der korrekten Lage des Mafsstabes zu überzeugen und sich der Un-
verrückbarkeit derselben stets zu versichern. Es geht aus dieser Darstellung
hervor, dafs der Mafsstab, wenn die Zapfenlager an dem Komparator genau ad-
justirt waren, vollkommen frei und ohne eine Pressung von irgend einer Seite
zu erleiden, unter den Mikroskopen senkrecht herabhing. In dem Gehäuse, in
welchem der Komparator, wenn er nicht gebraucht wurde, eingeschlossen war,
befand sich an der Seite eine Vorrichtung mit Zapfenlagern, in welchen der
Malsstab stets in der gleichen Weise, wie er bei den Messungen hing, auf-
bewahrt wurde.
Der Pfeiler, an welchem der Komparator befestigt war, bestand aus einem
durchaus gesunden und wohl ausgetrockneten Cedernblock mit quadratischem
Durchschnitt von 22,5 cm Seite. Die Höhe des Pfeilers betrug 156 cm. Es
ruhte derselbe auf festem Mauerwerk und war rückwärts mit der Hauptmauer
des Hauses verbunden. Der Original-Abhandlung werden zwei Tafeln beigegeben
werden, und wird hier nur zur Erklärung, ohne dieselben beizufügen, die in
Frage stehende Konstruktion erläutert. Tafel II stellt die Anordnung des
Appärates sowohl an der Front als wie von der Seite dar und zeigt im Uebrigen,
nebst zwei Horizontaldurchschnitten durch die Pfeiler, eine Anzahl der Details
der Konstruktion des ganzen Apparates, Die Zeichnungen sind in dem Mals-
stabe !/ı0 der natürlichen Größe ausgeführt.
Tafel I zeigt die Anordnung der Aufstellung des Pendelapparates mit dem
Pendel; eine Anzahl Detailzeichnungen machen das Ganze vollkommen verständ-
lich, Auch in diesem Falle ist der Malsstab '/s0 der natürlichen Gröfse,
Unter dem 27. März 1899 schreibt Geheimrath Helmert in Antwort auf
meine Mittheilung:
„+... Ich sende heute Ihnen die mir mit Ihrem Briefe übersandten An-
lagen zurück. Meine Bedenken bezüglich der Placirung des Mafsstabes im
Komparator sind geschwunden; nach »Astronomische Nachrichten« No. 2305
(Bd. 97) Abschnitt III seines Artikels hat Peters wie Sie den Mafsstab
dben aufgehangen. Nur brachte er in seiner Mitte noch eine Gewichtsaus-
balancirung nach Bessel an (ganz unnützerweise, da es nur '/a j macht), und
man kann annehmen, dafs der Mafsstab im Komparator nirgends deformirt worden
ist und alle vier Stationen Melbourne, Altona, Berlin, Königsberg
streng vergleichbar sind.“
Die hierdurch konstatirte Thatsache gewinnt noch an Bedeutung durch
folgende nachträglich von Helmert gemachte, die Vergleichung in Melbourne
betreffende Entdeckung. Es schreibt diese hervorragende Autorität auf dem
Gebiete der Pendelbeobachtungen nachträglich:
„+... Eben finde ich, dafs in der Diskussion der älteren Mafsstabver-
gleichungen, welche die Normal-Aichungs-Kommission giebt, infolge eines Be-
richtes vom 18. September 1896, eine Lücke ist. Ellery setzt nämlich 1 yard
= 0,914384 m. Dies ist natürlich die alte Annahme, ehe Clarke seine be-
rühmten Comparisons gemacht hatte, Nach diesen wird 1 yard um 8 u größer
(t* = 0,30479727). Außerdem verlangt aber der Uebergang zum internationalen
!) Diese Vorrichtung war an den Seiten des Mafsstabes befestigt; von sonstigen Löchern
in demselben war ursprünglich nichts vorhanden. In welcher Weise der Mafsstab hei den Ver-
suchen von Peters befestigt war, ist diesseits nicht bekannt,