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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900, 
Betracht; zwischen Hongkong und Singapore wird man, südwärts steuernd, die 
Gegend von Kap Padaran meiden und daher nicht westlich, sondern östlich von 
den Paracels und östlich von Pulo Sapatu nach Süden gehen, während umgekehrt 
bei Nordkurs man mit Vortheil, um von dem Strome gefördert zu werden, den 
westlichsten Theil der China-See aufsucht. 
Auf Reisen im Gelben Meere wird man sich, wie schon oben!) angedeutet 
ist, in allen Monaten bei einer Bestimmung nach dem Golf von Pe-tschi-li möglichst 
in dessen östlicher Hälfte halten und, wenn man nicht von Schanghai kommt, 
erst nördlich von etwa 33° N-Br auf Schantung-Vorgebirge zusteuern; auf Reisen 
nach Süden bleibt man natürlich in der westlichen Hälfte, — 
2. Sehr viel gröfser sind die Beeinflussungen der Dampferrouten im Nord- 
ostmonsun. 
Auf der Fahrtstrecke Singapore — Hongkong meidet man, nordwärts 
bestimmt, streng die Küste von Cochinchina, besonders die Gegend von Kap 
Padaran und Kap Varela, und steuert in der Mitte der China-See und östlich von 
den Paracels, ja östlich von der Macclesfield-Bank 20° N-Br auf ungefähr 1141/2° O-Lg 
an; man entgeht derart dem andauernd harten Gegenstrome im westlichsten Theile 
der See, wird aber trotzdem auch hier manchmal bis zu 40 Sm im Etmal sich 
zurückversetzt finden können. Kleinen Dampfern ist daher früher öfters empfohlen 
worden, zwischen den Natunas und der Borneo-Küste sowie zwischen den Riffen und 
Palawan aufzudampfen, doch wird dieser Weg wohl selten eingeschlagen, da der 
Umweg immerhin beträchtlich ist (fast 300 Sm) und das Fahrwasser stellenweise 
freie Bewegungen nicht gestattet; zudem trifft man auf der Höhe der Westküste 
von Luzon doch noch meist schweren Monsun und hohe See, so dafs im Ganzen 
die Route nicht gerade grofse Vortheile bieten dürfte. 
Die Reise nach Süden ist natürlich stets bequem auszuführen, und man 
geht westlich von den Paracels und in Sicht der Cochinchina - Küste, um den 
Strom auszunutzen. 
Bei der Fahrt von Hongkong nordwärts werden grofee Dampfer in der 
Mitte der Formosa-Strafse am besten vorwärts kommen und später, wenn nicht 
Wusung angelaufen ist, auf der Reise nach Kiautschou oder Taku möglichst 
lange noch im östlichen Theile des Gelben Meeres sich halten, bei nicht zu 
hartem Nordwestmonsun aber auch direkten Kurs steuern. Kleinere Dampfschiffe 
gehen, wenn ihre Führer an der chinesischen Küste gut bekannt sind, meist ganz 
dicht unter Land, vielfach zwischen dem Festlande und den vorgelagerten Inseln 
hindurch von Hongkong nordwärts zum Tschusan - Archipel; sie entgehen dann 
für längere Strecken der groben hohen See des Monsuns von vorn, aber nicht 
dem entgegenlaufenden Strome; diese Route wird z. B. von S. M. Kanonenbooten 
oft genommen. Wer freies Fahrwasser aufsuchen will und von Hongkong direkt 
aach Schantung und weiter bestimmt ist, kann zur Zeit des Höhepunktes des 
Nordostmonsuns und der chinesischen Küstenströmung mit einem kleineren 
Dampfer es sehr gut finden, wenn er südlich um Formosa geht und dann an 
der Ostseite dieser Insel im warmen Strome des Kuro-siwo nach Norden dampft, 
wo er Aussicht hat, mitlaufenden Strom, manchmal sogar auch Wind von Westen 
und Südwesten, zu treffen, da hier der Nordostmonsun zeitweilig — allerdings 
nicht oft — von Winden aus südlichem Halbkreise abgelöst wird. Der Umweg, 
den man auf dieser Route macht, ist außfßerdem, von Hongkong bis 30° N-Br, 
125° O-Lg gerechnet, nicht grofs (150 Sm). 
Bei Reisen vom Golf von Pe-tschi-li südwärts, zumal vom Tschusan-Archipel 
an nach Hongkong, hat man stets darauf zu achten, dafs man aller Wahrschein- 
lichkeit nach seinem Besteck voraus ist und auch näher an Land ist, als man 
rechnet. 
} 
Siehe Seite 431 und 433,
	        
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