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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900.
eine roth-weils-roth senkrecht getheilte Flagge wird über das Signal für die
Windrichtung und Stärke gesetzt, wenn das Signal für die südliche Küste gelten
soll. Eine blau-weifs-blau senkrecht getheilte Flagge über das Signal für Wind-
richtung und Stärke gesetzt, bedeutet, das Signal gilt für die nördliche Küste.
Ein blau-weifs-roth senkrecht getheilter, im Roth dreieckig ausgeschnittener
Stander bedeutet: Das Wetter in Schanghai wird voraussichtlich in den nächsten
24 Stunden schön bleiben. Ein blau und roth senkrecht getheilter, im Roth
dreieckig ausgeschnittener Stander bedeutet: Das Wetter wird voraussichtlich un-
beständig, bewölkt, mit drohendem Regen oder mit Regenfällen, sein. Ein roth
und blau wagerecht getheilter dreieckig ausgeschnittener Stander bedeutet, daß
Regen” wahrscheinlich ist,
Die wahrscheinliche Windrichtung an der Küste wird stets durch eine der
acht Hauptrichtungen N, NO, O u. s. w. angezeigt. Werden gleichzeitig zwei
verschiedene Richtungen, z. B. NO und O, angezeigt, so bedeutet dies, dafs der
Wind wahrscheinlich von NO auf O an der Küste ändern wird. Wenn keine
von diesen täglichen Signalen gehifst werden, so bedeutet dies, dafs die dem
Direktor von Zikawei zur Verfügung stehenden meteorologischen Beobachtungen
nicht genügen, um irgend eine Wettervorhersage zu geben.
3. Signale für den Barometerstand werden täglich am Semaphormast
zwischen 4*p und 4* 15” p gemacht. Das Signal besteht aus drei Zahlenflaggen
nach Marryats System, die die Einer, Zehntel und Hundertstel des Barometer-
standes in englischen Zollen angeben; dabei werden also die Zehnerzahlen 3 (von
30 Zoll) oder 2 (von 28 oder 29 Zoll) ausgelassen, wodurch kein Irrthum in der
Ablesung entstehen kann; z. B. die Zahlenflaggen 024 bedeuten 30,24 Zoll engl.
Barometerstand, und das Flaggensignal 8 7 9 bedeutet 28,79 Zoll engl.
Die
Strömungen zwischen Singapore und Taku.
Von Dr. 6. Schott, Seewarte Hamburg.
(Mit zwei Karten auf Tafel 12.)
Der Zweck der folgenden Zeilen ist nicht, eine vollständige ozeanographische
Beschreibung der Wasserbewegungen in den ostasiatischen Gewässern zu geben,
sondern besteht lediglich darin, dasjenige kurz gefafst zusammenzustellen, was
hinsichtlich der Stromversetzungen zu wissen für alle Schiffe, auch für kleine und
yroße Dampfer, von Werth sein dürfte. Es wird also auch nicht der Anspruch
erhoben, etwas Neues zu bringen, vielmehr soll nur das Nothwendigste in einer
bequemen Form aus dem gesammten zur Verfügung stehenden Material den
Schiffsführern in die Hand gegeben werden.
Benutzt sind alle in diesen Annalen veröffentlichten Berichte von S. M.
Schiffen, ferner die Aufsätze von Kapt. Wagner!) und Polack,*) die Arbeit von
Dr. ey) und die betreffenden Abschnitte im „Segelhandbuch für den Stillen
zean“,
Besonders wird noch auf die beigefügten Karten der Strömungen hingewiesen.
Mafsgebend sind für die Wasserbewegungen in den ostasiatischen Gewässern
in erster Linie und fast ausschliefslich die zwei grofsen halbjährlich sich ab-
jösenden Windsysteme. In unserem Winter ist es der Nordostmonsun, welcher
von Singapore bis hinauf zu den Tschusan - Inseln Alles beherrscht und nördlich
davon in dem Gelben Meere.und dem Golf von Pe-tschi-li als Nord- bezw. Nord-
westmonsun in wenig verringerter Stärke ebenfalls auftritt; in den Sommer-
monaten finden wir den Südwestmonsun, welcher nördlich von 30° N-Br meist
aus S und SO weht und durchweg schwächer sowie auch veränderlicher in der
Richtung weht als der Nordmonsun.
Y
„Ann. d. Hydr. etc.“ 1876, Seite 291 bis 293.
Ebenda 1890, Seite 33 bis 34.
„Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte“, XIV. Jahrg., No. 3. Hamburg 1891.
Hamburg 1897, Seite 18 ff.
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