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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Mündung des Yangtse-Kiang. 
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Die grofsen Docks von Farnham & Co. und das Oriental-Dock sind mit 
den neuesten technischen Einrichtungen versehen. Hydraulische Anlagen für das 
Einziehen von Nieten, hydraulische Krähne u. s. w, sowie elektrische Beleuchtung 
sind vorhanden, 
Die Dockkosten betragen für das Oriental-Dock 0,30 Taels die 
Registertonne und für das Eindocken, Bodenreinigen und Malen 0,45 Taels 
die Registertonne. Für andere Docks betragen die Kosten ungefähr 1,06 $ die 
Registertonne für Schiffe bis zu 1000 Registertonnen Gröfse, 0,77 $ die Register- 
tonne für Schiffe von 1000 bis 2000 Registertonnen. Dieser Satz gilt für die 
ersten drei Tage; für jeden späteren Tag sind für Schiffe von 1000 Register- 
tonnen 112$ zu zahlen, für solche von mehr als 1000 Registertonnen 0,10% die 
Registertonne. 
Eine Patenthelling für kleine Dampfer und Torpedoboote befindet sich 
beim Old-Dock; eine andere Patenthelling, die ein Schiff von 350 t Gewicht auf- 
schleppen kann, besitzt die Shanghai Engineering Shipbuilding and Dock Co. 
Schiffswerften und Maschinenbau. Die als Dockeigenthümer genannten 
Firmen sind auch im Stande, Schiffe zu bauen und jede Ausbesserungsarbeit an 
Schiffen und Maschinen vorzunehmen. Die Kessel und Maschinen .für die in 
Schanghai gebauten Dampfer werden ebenfalls von den genannten Firmen gebaut, 
z. B. hat die Firma S. C.' Farnham & Co. den Doppelschraubenflufsdampfer 
„Yuen-wo“ von 2522 Registertonnen gebaut. Die chinesische Regierung besitzt 
etwas oberhalb von Schanghai, in Kiangnan, eine Werft und ein Arsenal, 
Hafenkosten. Für Benutzung der Kaianlagen, Lagerhäuser, Krähne u. 8. w. 
besteht ein fester Tarif, den die betreffenden Privatgesellschaften unter sich fest- 
setzen. Der Tarif der bedeutendsten dieser Gesellschaften, der China Merchants 
Steam Navigation Co., setzt z. B. fest: Schiffe, die chinesische oder japanische 
gemischte Ladung führen und. nicht länger als 83,8 m. sind, zahlen 65 Taels, 
ebensolche, die länger sind, zahlen 85 Taels; Kohlenschiffe zahlen 50 Taels, wenn 
ihre Gesammtlänge weniger als 91,4 m beträgt, und 75 Taels, wenn sie 91,4 m 
oder mehr beträgt. Seedampfer mit europäischer Ladung zahlen 5 Mace (= !/ Taels) 
für jeden Fufs ihrer Gesammtlänge;‘ mit den regelmäfsig fahrenden Dampfern 
werden jedoch besondere Abmachungen getroffen, wonach bestimmte Procent- 
sätze zurückvergütet werden. Schiffe, die an den Kaianlagen oder Landungs- 
brücken länger als fünf Tage liegen, müssen eine Extragebühr von 20% der 
Taxe für fünf Tage zahlen, und zwar für jeden Tag und jeden Bruchtheil 
eines Tages. 
. Tonnengelder werden in Schanghai vertragsmäfsig wie in allen chinesischen 
Häfen erhoben; sie betragen bei Schiffen über 150 Registertonnen 4 Mace — 
etwa 1,20 Mk. für die Registertonne, bei Schiffen von 150 Registertonnen und 
darunter 1 Mace = etwa 0,30 Mk. für die Registertonne. Die Erhebung der 
Tonnengelder geschieht nur einmal innerhalb vier Monaten, gleichviel, welche 
und wie viele chinesische Häfen inzwischen angelaufen werden. 
Die Stadt Schanghai entwickelte sich schnell infolge des Taiping-Auf- 
standes, weil damals viele reiche chinesische Kaufleute. in der Fremdennieder- 
Jassung, die nach dem Frieden von Nanking gegründet war, Zuflucht suchten; 
die Niederlassung der Fremden in Schanghai. besteht aus dem amerikanischen, 
englischen und französischen Viertel. Das englische und amerikanische Viertel 
sind zu einer Gemeinde vereinigt, die von den Grofsgrundbesitzern durch ‚einen 
Gemeinderath (Municipal Council) geleitet wird; die französische Niederlassung 
bildet eine besondere Gemeinde. Schanghai ist der Mittelpunkt des ausländischen 
Handels in China, und zwar namentlich infolge seiner günstigen Lage im Delta 
des Yangtse - Kiang und in der Nähe von Sutschau, der großen Stadt 
am Grofsen (chinesischen) Kanal. Nach. der Zählung von. 1895 leben in 
der Fremdenniederlassung 4684 Fremde (darunter etwa 600 deutsche Reichs- 
angehörige) und 241000 Chinesen; in der französischen Niederlassung leben 
430 Fremde. und 458 000 Chinesen. ‚Die Bevölkerung der Chinesenstadt wird 
auf 200000 geschätzt; die. chinesische Stadt.ist viereckig und mit Mauern und 
Wällen eingefaht.
	        
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