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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

km qm 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900. 
Gezeitenströme auf der inneren Wusung-Barre. Bei Springtide be- 
ginnt der Ebbstrom etwa 1!/ bis 2 Stunden nach Hochwasser, der Fluthstrom 
beginnt 20 bis 25 Minuten nach Niedrigwasser zu laufen. Bei Niptide beginnt 
der Ebbstrom etwa 134 bis 2'/4 Stunden nach Hochwasser und der Fluthstrom 
1 bis 1!/2 Stunden nach Niedrigwasser zu laufen. Während Springtide fällt die 
Tide etwa 8!/s Stunden und steigt etwa 4 Stunden; während Niptide fällt sie 
etwa 71/2 Stunden und steigt etwa 4°%4 Stunden. Bei starken Winden aus NO 
bis O tritt die Fluth im Allgemeinen früher ein, steigt höher, und der Fluth- 
strom läuft länger als gewöhnlich, während bei starken Winden zwischen N und 
W die Tide niedriger Al und der Ebbstrom länger als gewöhnlich läuft. Das 
Stillwasser bei Niedrigwasser dauert bei Springtide etwa 10 Minuten, bei Niptide 
45 Minuten; das Stillwasser bei Hochwasser dauert sowohl bei Spring- wie bei 
Niptide ungefähr 1 Stunde. Der Fluthstrom erreicht seine gröfste Stärke von 
4'/4 Sm etwa 2’ Stunden nach Niedrigwasser und nimmt gleichmäfsig ab und zu. 
Der stärkste Ebbstrom findet etwa 1 Stunde vor Niedrigwasser statt und erreicht 
selbst bei heftigen Südwinden nur 3 Sm Geschwindigkeit. Die ungewöhnliche 
Erscheinung, dafs im Flufs der Fluthstrom stärker wie der Ebbstrom läuft, rührt 
von dem Unterschied in der Dauer des Ebb- und Fluthstromes her. Der Hafen- 
meister in Wusung berechnet nach seinen Erfahrungen die Gezeitentafeln für ein 
Jahr voraus, die nur den Lootsen und den betheiligten Dampfergesellschaften auf 
Verlangen zum Abschreiben übermittelt werden (vgl. „Annalen der Hydrographie“, 
1898, Seite 118). 
Mittlerer Hochwasserstand auf der inneren Wusung-Barre bei den höchsten Springtiden 
und bei den niedrigsten Niptiden. 
Monate 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
August 
September 
Oktober 
November 
Dezember 
Bei Saringt‘ 
„Bei _Vollmond____ 
vormittags | nachmittags 
m . Fufls m | Fufs 
vormittags 
m | Fuls 
Bei Neumond 
nachmittags 
m ‘ Fulfs 
6,07 19‘ 11° 
6,5020 4“ 
6,9422‘ 9” 
2AL 23° du 
2119 23 7 
140 24' 3 
116.23‘ 6 
71.14.23 5“ 
3,63 21 9” 
5.1820 3" 
6.10 20° O0” 
9919 80 
3,71 22‘ O0" 
3,86 22‘ 6" 
3,86! 22' 6" 
160 21° 8" 
348 21 3“ 
5,50 21° 4" 
3,38, 20° 11“ 
3,45 21‘ 2" 
30 21‘ 4" 
5,50 21° 4" 
6,65 21‘ 10 
B60 21 8“ 
5,94 19‘ 6 
6,10 20 O0“ 
6,58 [21° 7“ 
6,63 21' 9” 
6,51 22' 5" 
711 23 4" 
a4 23 5 
140 24 3 
6,96 22 10° 
6,80 9 8 
6,07 ı9'1ir 
6.25 20 6 
668 21'117 
6,5021‘ 4" 
6,7122 09 
6,4821 3" 
6,28‘ 20° 7° 
5,48 21° 30. 
5,38 2011“ 
6.29 21' MM 
7,01 23‘ 0" 
Si 29 5e' 
68 21117 
BERG D9r Bu 
Beim ersten Viertel 
vormittags 1 nachmittags 
m | Fuls m ' Fafs 
Bei Nivtide 
Beim letzten Viertel 
vormittags | nachmittags 
m | Fufs m | Fuls 
5,57 
5,57 
5.10 
6,04 
6,28 
6.48 
57 
5,49 
5.13 
518 
3,28 
3.692 
19' 3“ 
18‘ 3 
20’ 0“ 
19‘ 10“ 
20° DB’ 
21' 8 
19° 3" 
18‘ 0” 
16’ 10% 
1 OU 
‚7 4" 
IQ! Ball 
243 
1,96 
5,41 
7 
5,89 
6,55 
8,18 
6,33 
8,04 
5,99 
5,84 
5 87 
vü 10° 
16° 8a 
17‘ 9 
18‘ 3“ 
19‘ 4“ 
21‘ 6" 
20 30 
90 9” 
19/107 
‚9‘ 8 
19‘ Qu 
19° Qu 
A77 1811 
A994 19° 6“ 
5,38! 20114 | 
320120 4" 
8,28 ' 200 77 
5,87 19 301 
551 18° 1° 
“98 160 4" 
88 16° O0" 
5.16 16117 
554 18° 2" 
77 18117 
5,97 
5,26 
5,54 
5,67 
5,54 
6.18 
5,89 
5,67 
5,69 
5,72 
5,94 
5,94 
19’ zu 
17’ Bu 
18‘ an 
18‘ vi 
192“ 
20‘ 3 
19‘ 4" 
18! 7 
18’ 8" 
18' gg 
19’ 6“ 
19 A7 
Einsteuerung in den Wusung-Flufs. Da man vor der Yangtse-Mündung 
Lootsen stets erhalten kann, sollte kein Schiff ohne Lootsen in den Wusung- 
Fluß einlaufen, weil sein Fahrwasser beständigen Aenderungen infolge von An- 
schwemmungen unterworfen ist. Wie schon Seite 416 gesagt, bezeichnet der 
weiße Sektor des Wusung-Feuers die Fahrriune über die äufsere Barre; wenn 
das Feuer grün oder roth wird, kommt man in Gefahr. Grofse Schiffe dürfen 
sich von der scheinbaren Breite des Fahrwassers nie verleiten lassen, an der 
Ostseite der Dschunken zu passiren, die zuweilen in grofser Zahl im Fahrwasser 
anterhalb von Wusung liegen. Die einlaufenden Schiffe müssen entweder durch die 
Mitte der Dschunken hindurchlaufen oder sich in der Nähe des westlichen Ufers 
halten, dessen Strand steil abfällt. 
Da Schiffe grofsen Tiefganges gezwungen sind, die innere Barre bei Hoch- 
wasser zu kreuzen, während der Fluthstrom noch stark läuft, so mufs man recht- 
zeitig Kurs ändern, ehe die Richtungsbaken in Eins kommen; man darf die 
gröfsere Bake nicht südlich von der kleineren sehen, denn die Baken stehen 
sehr nahe bei einander. Diese Vorsicht gilt besonders für Segelschiffe, denn der 
Fluthstrom setzt mit grofser Stärke (4 Sm bei Springtide und 2 Sm bei Niptide) 
auf den Mittelgrund zu, der die Kante der inneren Barre und die Südseite des jetzt
	        
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