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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Mündung des Yangtse-Kiang, 
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ablagerungen auf der:Barre stattfinden, während das Umgekehrte der Fall ist, 
wenn die genannten Jahreszeiten trocken sind, sv. 
Infolge des allmählichen Versandens der inneren Barre ist der sogenannte 
Dschunken-Pafs an der Westseite des Wusung-Flusses nur noch um 0,61 m flacher 
als das östliche Fahrwasser; er versandet nicht und wird vielleicht mit: der Zeit 
das Hauptfahrwasser werden. 
Gezeiten auf der inneren Wusung-Barre. Die Hafenzeit auf der inneren 
Barre ist 0% 40"; für gewöhnlich beträgt der durchschnittliche tägliche Unter- 
schied in der Hochwasserzeit auf der Wusung-Barre in den ersten sieben Tagen 
nach Neumond 40 Minuten, nimmt dann zu auf 50 Minuten am 8, Tage und auf 
1 Stunde 40 Minuten am 10. Tage; dann nimmt er ab auf 50 Minuten am 
12. Tage und auf 40 Minuten vom 12. bis zum 22, Tage; dann nimmt er wieder 
zu bis auf 1 Stunde 40 Minuten am 24. Tage und dann nimmt er ab bis auf 
etwa 20 Minuten am Tage vor Neumond. Die gröfsten Unregelmäfsigkeiten im 
täglichen Unterschiede treten am 1., 2. und 3. Tage nach den Mondvierteln ein; 
bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen hat der Unterschied dann fast 
4 Stunden betragen. 
Dem. Berichte des Kapt.-Leut. Vietor Schönfelder, der auf Angaben 
des Hafenmeisters Hansen in Wusung vom Jahre 1893 beruht, sind folgende 
Angaben entnommen: „Die Höhe des Wassers der inneren Wusung-Barre bei 
Niedrigwasser hät allein im letzten Jahre 0,61 m abgenommen und beträgt jetzt 
noch 2,29 m bei Springtide-Niedrigwasser. Das gewöhnliche Hochwasser beträgt 
5,29 m bei Springfluth, 3,96 m bei Nipfluth. Das gröfste Hochwasser bei Spring- 
fluth findet im April und Mai statt mit Wassertiefen von 6,71 bis 6,25 m.‘ Das 
niedrigste Wasser bei Springfluth findet im September und Oktober statt mit 
Wassertiefen von 5,69 bis 5,94 m. Starke anhaltende Winde von NNW bis O0 
lassen je nach ihrer Stärke diese Höhe bis um 0,61 m steigen, westliche Winde 
den niedrigsten Wasserstand um 0,152 bis 0,813 m ‘fallen. Der Barometerstand 
hat auch Einflufs auf die Höhe des Wasserstandes, z. B. hoher. Barometerstand 
giebt weniger Wasser, niedriger giebt mehr, zuweilen bis zu 0,3 m, ganz unab- 
hängig vom Winde, Man hat deshalb zuweilen einen guten Wasserstand bei un- 
günstigem Winde, weil das Barometer niedrig steht, und umgekehrt. Diese An- 
yaben gelten für beide Wusung-Barren und auch für die Yangtse-Barre. . Der 
Unterschied in den Wasserständen der inneren und der äufseren Wusung-Barre 
wechselt‘ um 1,83 bis 3,05 m; die Aenderung um 1,22m rührt zum Theil daher, 
dafs nur die innere Barre einer periodischen jährlichen Versandung unterworfen 
ist. Zuweilen kann es sich ereignen,. dafs der Unterschied sogar 3,66 m beträgt, 
indem vom September bis November, wenn der Wasserstand auf der inneren 
Barre am niedrigsten ist, Dampfer häufig: mit viel Fahrt auf Grund kommen, 
wodurch. Erhöhungen von mehreren Fufs entstehen. Eine eigenthümliche regel- 
mäßige Erscheinung ist die, dafs im Frühjahr die Morgenfluthen 0,61 bis 0,76 m 
höher wie die Nachmittagsfluthen sind; fallen die Fluthen auf Mittag und Mitter- 
nacht, so sind sie ungefähr gleich; am gröfsten ist der Unterschied, wenn die 
Fluthen zwischen 4 und 6 Uhr fallen. Im Herbst ist es umgekehrt. Im Sommer 
sind die Nachtfluthen 0,61 bis 0,92 m höher wie die Tagesfluthen; am gröfsten 
ist der Unterschied um Mitternacht und mittags, um 6 Uhr sind sie ungefähr 
gleich; im Winter ist es umgekehrt.“ 
Kapt. W. Schmölder, Reichspostdampfer „Neckar“, berichtete 1892, 
daß die Wassertiefe auf der Innenbarre in den letzten vier Jahren 1,22 m ab- 
genommen hat und anscheinend noch weniger werden wird, wenn nicht gebaggert 
wird, was muthmafslich aus strategischen Rücksichten unterlassen wird. Die 
chinesische Regierung soll nach anderen Berichten bis Anfang 1893 erfolglos 
300 000 $ zur Vertiefung des Fahrwassers verwendet haben und soll nur dann 
weiter baggern lassen wollen, wenn die Tiefenverhältnisse der Barre den Küsten- 
handel Schanghais gefährden. Kapt. E. Prehn, Lloyddampfer „Bayern“, passirte 
die innere Barre am 12. März 1898 bei Hochwasser mit 6,4 m (21 Fuß) Tief- 
gang einlaufend und am’26. März auslaufend mit 5,7 m (18 Fuß 9 Zoll) Tiefgang 
3 Stunden vor Hochwasser, als auf der Barre schon 6,86 m Wasser war infolge 
steifen Nordostwindes. Die Tabelle auf Seite 420 giebt den mittleren Hoch- 
wasserstand auf der inneren‘ Wusung-Barre nach Angaben des Küsteninspektors 
A. M. Bisbee in Schanghal:
	        
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