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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Mündung des Yangtse-Kiang. 
ix 
Richtung und Geschwindigkeit der Gezeitenströme bei der Insel Schaweischan, 
den Ariadne-Klippen und dem Tungscha-Feuerschiff. , 
Tungscha-"”enerschiff 
bei Springtide bei Niptide 
. ; Strom- | Strom- 
Stromrichtung ‘stärke | stärke 
Sm Sm 
Bei Hochwasser 
1. Stunde der Ebbe 
m. 
7 
» 
En 
* » 
vei Niedrigwasser 
‚ Stunde der Fluth 
1 
6 
ß 
Nord 
ONO 
Ost 
Ost 
SOzO 
SSO 
Süd 
SzW 
SW 
WSW 
WzS 
WzS 
NW 
NzZW 
0,5 
10 
2,0 
2,5 
DB 
2,5 
0,5 
05 
0,8 
»9 
/ 
% 
5 
0,8 
> 
NzW*! 1,0 
NzO 10 
NOze 1,5 
NO | 3—4 
ONO | 3,0 
0SO 3,0 
so 2,0 
SSO 1,0 
SzW 2,5 
SSW 2,9 
SW 
WzN 
NW 
NWzZN 
NWzW-—NWzZN 
| NNW —-NO 
NO—0zS 
0zN— 0S0 
0S0—SO 
S0z0—SO0O 
So 
so 
S0O—SW 
SW—WNW 
WNW-—NWzZW 
WNW—NW 
NWzW—NW 
NNW 
15 
An 
m 
BC 
> 
=, 
= 
6 
LO 
NNW-—NWZN 
NW-—NzO 
N— O0 
NO—0S0O 
0—S0z0 
0S0—SO0O 
S0z0—SO 
S0O—SSO. 
SOzS—SW 
S—WzS 
WSW—WNW ©. 
WNW—NW ©, 
WNW | 1,5 
NWzZW 0,7 
Einsteuerung in die Südeinfahrt des Yangtse-Kiang: Die Südeinfahrt 
ist der.nächste und bequemste Weg von Süden nach Schanghai, sie vermittelt den 
gröfsten Theil des Seeverkehrs nach diesem wichtigen Hafen, Das Fahrwasser 
ist beständigen Aenderungen ausgesetzt, die Landmarken. sind nach dem Berichte 
des Kapt.. E. Prehn nur für die Lootsen kenntlich; die Ansteuerungstonne des 
Yangtse wird öfters ohne besondere Bekanntmachung verlegt, nur die Lootsen 
werden davon in Kenntnis gesetzt. ; 
Korv.-Kapt. Brussatis, Kommandant S, M. S. „Cormoran“, ‚berichtete 1897 
über die Einsteuerung in den Yangtse: „Was die Einsteuerung des Yangtse 
betrifft, so halte ich unbedingtes Vertrauen auf die Fahrwasserkenntnifs der 
Lootsen für geboten. Wie ich mich überzeugen mufste, giebt die Karte durchaus 
unrichtige Bilder über die thatsächlichen Flufsgestaltungen und Wassertiefen, 
Die auf der Karte angegebenen Seezeichen entsprechen infolgedessen auch nicht 
den jeweiligen örtlichen Verhältnissen, so dafs eine sachgemäfse Kontrolle des 
Lootsen : völlig ausgeschlossen ist. Die "Fhatsache, dafs Seezeichen, welche auf 
der Karte aufgezeichnet waren, fehlten, oder dafs solche an Stellen in Wirklichkeit 
vorhanden sind, an welchen: die Karte keine aufweist, dafs schliefslich ganze 
Flufsgebiete als solche in Wirklichkeit existiren, während auf der Karte noch 
Land verzeichnet ist, mufß die Einsteuerung ganz der Kenntnifs des Lootsen 
anvertrauen. Dazu kommt, dafs der hohe Wasserstand im Sommer zum Theil 
die Benutzung von Kanälen und Creeks gestattet, welche im Winter nur wenige 
Full haben.“ ; 
Als Ansteuerungstonne liegt vor der Südeinfahrt. des  Yangtse in 
ungefähr 31° 3,5‘ N-Br und 122° 9‘ O-Lg, etwa 9 Sm südöstlich vom Tungscha- 
Feuerschiff eine grofse roth: und schwarz wagerecht gestreifte Glockentonne. 
Innerhalb dieser Glockentonne liegt die äufsere Yangtse-Barre, auf der bei 
Springtide-Niedrigwasser. man‘ gewöhnlich nicht mehr als 6m Wassertiefe er- 
warten darf, Ungefähr auf der Mitte der äufseren Barre liegt das Tungscha- 
Feuerschiff auf 6,4m Wasser; es zeigt ein weifßses Gruppenblinkfeuer, alle 
45 Sekunden drei rasch aufeinander folgende Blinke. Nebelsignal. Alle 90Sekunden 
zwei Signale, abwechselnd ein tiefer und ein hoher Ton mit einer Dampfnebel- 
sirene; wenn die Sirene nicht betriebsfähig ist, wird alle 90 Sekunden ein Gong 
geschlagen. (Näheres siehe Leuchtfeuer- Verzeichnifs, Heft VIII.) Das Feuer- 
schiff giebt einen Kanonenschufs als Warnung für Schiffe mit gefährlichem Kurs, 
Der richtige Kurs wird mit Flaggen des „Internationalen Signalbuches“ signalisirt, 
Bei der Einsteuerung in den Yangtse muß man etwa 2 Kblg. südwestlich vom 
Tungscha-Feuerschiff. bleiben. Da ein Ausläufer des Südoststeertes der Tungscha- 
Bänke etwa 38m in SOzO. vom Feuerschiff nur 3,6 m Wasser hat, dürfen ein-
	        
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