Die Mündung des Yangtse-Kiang.
ix
Richtung und Geschwindigkeit der Gezeitenströme bei der Insel Schaweischan,
den Ariadne-Klippen und dem Tungscha-Feuerschiff. ,
Tungscha-"”enerschiff
bei Springtide bei Niptide
. ; Strom- | Strom-
Stromrichtung ‘stärke | stärke
Sm Sm
Bei Hochwasser
1. Stunde der Ebbe
m.
7
»
En
* »
vei Niedrigwasser
‚ Stunde der Fluth
1
6
ß
Nord
ONO
Ost
Ost
SOzO
SSO
Süd
SzW
SW
WSW
WzS
WzS
NW
NzZW
0,5
10
2,0
2,5
DB
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0,5
05
0,8
»9
/
%
5
0,8
>
NzW*! 1,0
NzO 10
NOze 1,5
NO | 3—4
ONO | 3,0
0SO 3,0
so 2,0
SSO 1,0
SzW 2,5
SSW 2,9
SW
WzN
NW
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NWzW-—NWzZN
| NNW —-NO
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15
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SOzS—SW
S—WzS
WSW—WNW ©.
WNW—NW ©,
WNW | 1,5
NWzZW 0,7
Einsteuerung in die Südeinfahrt des Yangtse-Kiang: Die Südeinfahrt
ist der.nächste und bequemste Weg von Süden nach Schanghai, sie vermittelt den
gröfsten Theil des Seeverkehrs nach diesem wichtigen Hafen, Das Fahrwasser
ist beständigen Aenderungen ausgesetzt, die Landmarken. sind nach dem Berichte
des Kapt.. E. Prehn nur für die Lootsen kenntlich; die Ansteuerungstonne des
Yangtse wird öfters ohne besondere Bekanntmachung verlegt, nur die Lootsen
werden davon in Kenntnis gesetzt. ;
Korv.-Kapt. Brussatis, Kommandant S, M. S. „Cormoran“, ‚berichtete 1897
über die Einsteuerung in den Yangtse: „Was die Einsteuerung des Yangtse
betrifft, so halte ich unbedingtes Vertrauen auf die Fahrwasserkenntnifs der
Lootsen für geboten. Wie ich mich überzeugen mufste, giebt die Karte durchaus
unrichtige Bilder über die thatsächlichen Flufsgestaltungen und Wassertiefen,
Die auf der Karte angegebenen Seezeichen entsprechen infolgedessen auch nicht
den jeweiligen örtlichen Verhältnissen, so dafs eine sachgemäfse Kontrolle des
Lootsen : völlig ausgeschlossen ist. Die "Fhatsache, dafs Seezeichen, welche auf
der Karte aufgezeichnet waren, fehlten, oder dafs solche an Stellen in Wirklichkeit
vorhanden sind, an welchen: die Karte keine aufweist, dafs schliefslich ganze
Flufsgebiete als solche in Wirklichkeit existiren, während auf der Karte noch
Land verzeichnet ist, mufß die Einsteuerung ganz der Kenntnifs des Lootsen
anvertrauen. Dazu kommt, dafs der hohe Wasserstand im Sommer zum Theil
die Benutzung von Kanälen und Creeks gestattet, welche im Winter nur wenige
Full haben.“ ;
Als Ansteuerungstonne liegt vor der Südeinfahrt. des Yangtse in
ungefähr 31° 3,5‘ N-Br und 122° 9‘ O-Lg, etwa 9 Sm südöstlich vom Tungscha-
Feuerschiff eine grofse roth: und schwarz wagerecht gestreifte Glockentonne.
Innerhalb dieser Glockentonne liegt die äufsere Yangtse-Barre, auf der bei
Springtide-Niedrigwasser. man‘ gewöhnlich nicht mehr als 6m Wassertiefe er-
warten darf, Ungefähr auf der Mitte der äufseren Barre liegt das Tungscha-
Feuerschiff auf 6,4m Wasser; es zeigt ein weifßses Gruppenblinkfeuer, alle
45 Sekunden drei rasch aufeinander folgende Blinke. Nebelsignal. Alle 90Sekunden
zwei Signale, abwechselnd ein tiefer und ein hoher Ton mit einer Dampfnebel-
sirene; wenn die Sirene nicht betriebsfähig ist, wird alle 90 Sekunden ein Gong
geschlagen. (Näheres siehe Leuchtfeuer- Verzeichnifs, Heft VIII.) Das Feuer-
schiff giebt einen Kanonenschufs als Warnung für Schiffe mit gefährlichem Kurs,
Der richtige Kurs wird mit Flaggen des „Internationalen Signalbuches“ signalisirt,
Bei der Einsteuerung in den Yangtse muß man etwa 2 Kblg. südwestlich vom
Tungscha-Feuerschiff. bleiben. Da ein Ausläufer des Südoststeertes der Tungscha-
Bänke etwa 38m in SOzO. vom Feuerschiff nur 3,6 m Wasser hat, dürfen ein-