408 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900.
15 Sm weit sichtbares weifses festes Feuer brennt. Wenn Nebelsignale von
Schiffen zu hören sind, werden vom Leuchtthurme zwei Kanonenschüsse mit
einer Zwischenpause von 5 Minuten abgegeben. Das Signal wird nöthigenfalls
alle 10 Minuten wiederholt.
Von der Insel West-Volcano führt der Kurs an der Westseite der westlichsten
Klippen der Rugged-Inseln vorbei; die gefährlichste dieser Klippen, Hoar Rock,
mit nur 1m Wasser liegt 8!/a Kblg. WNW!'A4W von der 23m hohen Klippe
Nordwesthorn. Die Gezeitenströme haben dicht bei den Inseln 4 bis 6 Sm
Geschwindigkeit.
Man steuert dann auf die Insel Gutzlaff zu und passirt dabei die etwa 40 m
hohe, auffällige und steile Klippe Hen and Chicks,
Ueber die Ansteuerung der Yangtse-Mündung mit Segelschiffen vergleiche
den Bericht des Kapt. P. Albrand in den „Annalen der Hydrographie“ 1900,
Seite 60.
Ansteuerung vom Norden her. Alle Schiffe, die sich vom Norden oder
NO her dem Yangtse-Kiang nähern, müssen die Insel Schaweischan ansteuern.
Die Insel Schaweischan liegt auf 31° 25,5‘ N-Br und 122° 14,7‘ O-Lg
v. Grw.; sie ist 60m hoch und flach mit steilen Küstenabhängen, wenn man sie
in SSW peilt. Wenn man die Insel in W peilt, sieht sie wie eine spitze Insel
aus, und wenn man sie NW in etwa 5 Sm Abstand peilt, erscheint sie wie
zwei Inseln, von denen die westliche die kleinere ist. Wenn man durch die
südliche Mündung einläuft, sieht man die Insel nur selten.
Leuchtfeuer. Auf der Insel Schaweischan brennt auf einem 16,8 m hohen
runden schwarzen Thurme mit weilsen Wärtergebäuden 69,8 m über Wasser ein
weifses unterbrochenes Feuer, das alle 15 Sekunden eine Verdunkelung hat und
22 Sm weit sichtbar ist.
Nebelsignale. Wenn Nebelsignale von Schiffen zu hören sind, werden
vom Leuchtthurme drei Kanonenschüsse mit Zwischenpausen, von 5 Minuten
zwischen dem ersten und zweiten, und von einer Minute zwischen dem zweiten
und dritten Schusse, abgegeben. Das Signal wird nöthigenfalls alle 15 Minuten
wiederholt.
Die Amherst- und Ariadne-Klippen. Die bis zu 8 m hohen Amherst-
Klippen liegen 16*/a Sın SS0'/40 von der Insel Schaweischan; sie sehen dunkel
aus und sind meist von vielen Fischerbooten umgeben. Von den Ariadne-Klippen
treten die höchsten Spitzen bei Springtide in die Niedrigwasserlinie; sie liegen
6%4 Sm WzS von den Ambherst-Klippen. Da man in nächster Nähe rings um
die Ariadne-Klippen herum 7 bis 8 m Wassertiefe findet, sind diese Klippen für
Schiffe, die von NO her die südliche Yangtse-Mündung ansteuern, ohne die Am-
herst-Klippen gesehen zu haben, sehr gefährlich. Eine automatische Heultonne,
die roth und schwarz gewürfelt ist, liegt auf 9m Wasser dicht südlich von den
Ariadne-Klippen.
Anlothung der Grofsen Yangtse-Bank. Ueber die neuesten Lothungen
im Gelben Meere nördlich von der Yangtse-Mündung, und zwar auf einem Gebiet
vor der früheren Hoang-Ho-Mündung, das bisher nicht untersucht worden ist,
vgl. die Tafel III in den „Annalen der Hydrographie“ von 1900; im Allgemeinen
haben auf dem Gebiete zwischen 32° und 36° N-Br und zwischen 121° und
122° 30’ O-Lg die Wassertiefen durchschnittlich gegen frühere Angaben auf den
Karten abgenommen. Auf ungefähr 34° N-Br und 122° 17’ O-Lg wurde an
einigen Stellen nur 7'/a bis 9 Faden (13,7 bis 16,5 m) Wasser gelothet, wo die
Karte 19 bis 22 Faden (34,7 bis 40,2 m) angab.
Das Anlothen der Grofsen Yangtse-Bank wird für die Ansteuerung der
Yangtse-Mündung empfohlen; ihr Grund besteht zumeist aus dunklem oder
grauem feinen Sande, vermischt mit kleinen Stücken zerbrochener Muscheln;
die Wassertiefen betragen etwa 20 bis 35 m. Der Grund in der Nähe der Bank
besteht hauptsächlich aus Schlick oder aus Schlick und Sand, an der Südseite
der Bank läuft eine Rinne von etwa 45 bis 55m Wasser in nordwestlicher
Richtung auf die Insel Schaweischan zu und endet etwa 20 Sm OzS von dieser
Insel. Das Wasser an der Nordseite der Grofsen Yangtse-Bank ist ebenfalls
tiefer, die Tiefe nimmt aber nur allmählich nach NO hin zu. Ueber die An-
lothung der Bank berichtete Kapt. z. S. Mac Lean, Kommandant S. M. S. „Prinz
Adalbert“, im April 1880 Folgendes: „Nach dem Passiren der westlich der Van