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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900. 
2 Sm breit und in ihrer Mitte frei von Gefahren; die Fahrwassermitte hat etwa 
35 m Wassertiefe vor dem Südeingange der Straße und etwa 15 m Wasser 
querab von der Klippeninsel Button. Die südlichste und gröfste Bonham-Insel 
ist etwa 118 m hoch und trägt auf ihrer Südhuk einen runden, roth und weifs 
wagerecht gestreiften Leuchtthurm, auf dem 72 m über Hochwasser ein rothes 
und weißes Blinkfeuer, das alle 30 Sekunden abwechselnd einen rothen und 
einen weißen Blink zeigt, brennt. Das Feuer ist 22 Sm weit sichtbar, wird 
aber stellenweise von den Inseln Bonham, Elliot, Raffles, Senhouse u. a. m. verdeckt, 
(Näheres siehe Leuchtfeuer-Verzeichnifs, Heft VIII.) Wenn Nebelsignale von 
Schiffen zu hören sind, werden vom Leuchtthurme zwei Kanonenschüsse mit 
Zwischenpause von einer Minute abgegeben; dies Signal wird nöthigenfalls alle 
8 Minuten wiederholt. Die Bonham-Klippe muß bei der Durchsteuerung der 
Bonham-Strafse sorgfältig vermieden werden; diese gefährliche Klippe, deren 
Spitze in die Niedrigwasserlinie tritt, liegt etwa 6'/a Kblg. NWzW'2W vom 
Leuchtthurm. Etwa 3 Kblg. südlich vom Leuchtthurme liegen mehrere trocken- 
fallende Klippen. 
Wenn man die Bonham-Klippe passirt hat, führt der Kurs NNW'!AW 
mit 30 Sm Weg (zu verbessern für den Kinfluls der Tide) vor die Mündung des 
Yangtse-Kiang. Dieser Kurs führt nur etwa !/4« bis !/2 Sm östlich an der Klippen- 
insel Button vorbei. Das Button-Inselchen ist dunkel, rauh und felsig und etwa 
13 m hoch; man beachte, dafs etwa 1!/2z Kblg. östlich von ihrer Ostkante eine 
Klippe mit nur 1,5 m Wasser liegt, während man sonst rings um das Inselchen 
herum Wassertiefen von etwa 20 m findet. Auf dem Kurse NNW’'AW bleibt 
die Insel Gutzlaff etwa 4'/2 Sm an Backbord. 
Gutzlaff-Insel ist kegelförmig und etwa 80 m hoch; auf dem Gipfel der 
Insel ist ein neuer Leuchtthurm erbaut, auf dem 86,3 m über Hochwasser ein 
weißes Blitzfeuer brennt, das alle 5 Sekunden einen Blitz zeigt und etwa 23!/2 Sm 
weit sichtbar ist. Der Thurm ist 14,2 m hoch, Wenn Nebelsignale von Schiffen 
zu hören sind, werden vom Leuchtthurm drei Kanonenschüsse mit Zwischen- 
pausen von je 2 Minuten abgegeben; dieses Signal wird nöthigenfalls alle 
15 Minuten wiederholt. Landungsplatz ist an der Westseite der Insel Gutzlaff. 
Die Hafenzeit bei der Insel Gutzlaff ist 11" 30"; die Fluthhöhe beträgt 
4,6 m. Die Gezeitenströme sind ziemlich stark in der Nähe der Insel, die Fluth 
erreicht über 3!/2 Sm Stärke. 
Telegraphenkabel. Fünf Telegraphenkabel landen an der Nordwesiseite 
der Insel Gutzlaff in der Nähe eines kleinen Kabelhauses. Von diesen Kabeln 
laufen zwei in die Yangtse - Kiang - Mündung und in den Wusung - Flufs bis zur 
Huk Pheasant, Diese Kabel stellen die telegraphische Verbindung mit Schanghai 
her. Zwei andere Kabel laufen von der Insel Gutzlaff nach Nagasaki; das fünfte 
Kabel läuft von der Insel Gutzlaff nach Amoy. Die Insel selbst ist Tele- 
graphenstation. 
Der Leuchtthurm auf der Insel Gutzlaff darf bei der Ansteuerung der süd- 
lichen Yangtse-Mündung nicht in östlichere Peilung als S!/20 gebracht werden, 
bevor das Tungscha-Feuerschiff in Sicht ist. Vom Topp aus kann man das 
Feuerschiff auf etwa 10 Sm Entfernung sehen, dagegen ist es vom Deck eines 
Schiffes aus gewöhnlich nicht weiter als 7 Sm sichtbar. Wenn die Insel Gutzlaff 
etwa 15 Sm entfernt ist und das Feuerschif NW'AW peilt, steuere man auf 
dieses zu und lasse es dicht an St. B. Schiffe von mehr als 6 m Tiefgang 
dürfen die äufsere Barre, auf der das Tungscha-Feuerschiff liegt, nicht vor halber 
Fluth kreuzen. 
Bei unsichtigem oder nebligem Wetter, wenn die Insel Gutzlaff auf etwa 
9 bis 10 Sm nicht zu sehen ist, sollte man nicht versuchen, in den Yangtse ein- 
zusteuern, weil die Gezeitenströme stark sind und weil ihre Richtung nicht genau 
vorher bestimmt werden kann. Flulshochwasser, vorübergehende Taifune oder 
heftige Winde, die längere Zeit in derselben Richtung wehen, beeinflussen die 
Richtung und die Geschwindigkeit der Gezeitenströme. Man thut am besten, zu 
ankern, aber nicht im Fahrwasser. Schiffe von etwa 6,5 m Tiefgang und weniger 
ankern südwestlich unter der Insel Gutzlaff, in mindestens 1 Sm Abstand von 
der Insel, um von den Telegraphenkabeln frei zu bleiben. Schiffe gröfseren Tief- 
ganges müssen nördlich von der Elliot-Insel ankern.
	        
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