Kiautschou.
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letztere in fünf Jahren vollendet sein. "Telephonverbindung ist vorhanden, Den
Telegraphenverkehr vermittelt die chinesische 'Telegraphengesellschaft.
Proviant. Rindvieh und Schafe kommen aus dem Innern. Die im Pacht-
gebiet gezüchteten Schweine sind für Europäer nicht geniefsbar. Aufserdem sind
Fische, Kohl und Obst zu haben. Der Hauptmarktflecken des Pachtgebietes für
den Austausch von Feldfrüchten und: den Handel von Schlachtvieh ist Lizun, am
gleichnamigen Flusse gelegen.
Die Mündung des Yangtse-Kiang.
Ansteuerung von Süden her. Um zunächst eine kurze Uebersicht des
Dampferweges zwischen Hongkong und Schanghai zu geben, sei hier der Bericht
des Kapt. E. Prehn vom Lloyddampfer „Bayern“ vorausgeschickt:
„Ausgehend von Hongkong nach Schanghai war noch steifer Monsun,
fahren nördlich von Pedro Blanco und dann innerhalb der Insel Lamock, um
weniger Strom und Wind zu haben. Von dort liefen wir 4 Sm aufserhalb der
Insel Ockseu und 9!/3 Sm aufserhalb von Turnabout; dann 2*/2 Sm aufserhalb
von Pei-yü-schan (Hie schan) und zwischen den Klippinseln Toting und Piting
hindurch, dann durch den Steep-Inselpafs und durch die Bonham-Strafse nach der
Yangtse-Aufsentonne, wo wir Lootsen erhielten. Fanden zwischen den Inseln
sehr starken. Gezeitenstrom. Auf der Rückreise wurde der Aufsenweg (um den
Tschusan- Archipel herum) genommen, von der Yangtse-Aufsentonne noch 4 Sm
nördlich von dem Saddle-Insel-Leuchtfeuer; dann noch 10 Sm östlich von der Lu-kon-
Insel und von da 14 Sm aufserhalb von Pei-yü-schan, Von dort wurde der Kurs
7 Sm aufserhalb von Turnabout und 8 Sm aufserhalb von Lamock, sowie
schließlich 2 Sm nördlich von Pedro. Blanco genommen und während der Nacht
nach Hongkong eingesteuert.“
Steep-Inselpafs. Die Steep-Insel liegt an der Westseite des nach ihr
benannten Passes, an dessen Ostseite die beiden kleinen, aber bis zu 50 m hohen
Palmer-Inseln und hinter diesen die über 210m hohe und steile westliche
Fischermann-Iusel liegen. Auf der Steep-Insel steht ein schwarzer runder Leucht-
thurm, dessen weißes Blinkfeuer alle 30 Sekunden einen Blink zeigt, 74 m über
Wasser brennt und 22 Sm weit sichtbar ist. Dieses Feuer wird nach SW
von‘ der Tripod-Insel und nach Westen von den Hall- und Hewett-Inseln ver-
deckt. (Näheres vgl. Leuchtfeuer- Verzeichnifs, Heft VIII.) Wenn Nebelsignale
von Schiffen zu hören sind, werden vom Leuchtthurme drei Kanonenschüsse mit
je drei Minuten Zwischenpausen gegeben; dieses Signal wird nöthigenfalls alle
10 Minuten wiederholt. Nach Beobachtungen S. M, S. „Kaiser“ im Jahre 1896
kann die bekannte Hafenzeit der Bonham-Strafßse (10* 38”) ohne wesentlichen
Fehler als gültig auch für den Steep-Inselpafs angenommen werden. Dies ist für
nächtliche Fahrten und bei dickem Wetter besonders wichtig, da der Fluthstrom
zwischen diesen beiden Durchfahrten unter Umständen mit 3 bis 4Sm Geschwindigkeit
auf die mitten zwischen ihnen liegenden Hobson-Inseln setzt. ;
Die Tripod-Insel an der Westseite des Südeinganges in den Steep-Inselpals
ist an ihren drei Gipfeln gut zu erkennen; der höchste und südlichste von ihnen
ist etwa 100 m hoch. Die. Südostseite der Tripod-Insel zeigt einen etwa 76 m
hohen senkrechten Abhang, der die Insel gut kenntlich macht, wenn man Sie
von NO oder SW sieht. An der Westseite der Insel ist ein gut geschützter
Bootshafen.
Dampfer steuern gewöhnlich durch die Mitte des Steep-Inselpasses, wo
das Fahrwasser 35 bis 80 m Wasser hat, Grund Schlick. Vom Steep-Inselpafs
führt der Kurs NzW (je nach der Tide ist der Kurs, wenn nöthig, etwas nörd:
licher‘ zu nehmen) nach 14 Sm Weg vor die Ostküste des Elgar-Inselchens; man
beachte, dafs sich %4 Kbig. östlich von der Elgar-Insel ein Riff erstreckt, dessen
äufserste Klippe etwa Zm hoch ist. Von der Elgar-Insel führt der Kurs
NNW3/.W (für die Tide zu verbessern) auf die Südeinfahrt der Bonham-Strafse,
Weg 13 Sm. / .
Bonham-Strafse heifst die Durchfahrt zwischen den Bonham-Inseln: an
der Ostseite und der Insel Pirie an der Westseite. Die Durchfahrt ist etwa