accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

409 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1900, 
und 1m trockenfallende Klippen. Das 1,5 m trockenfallende Hufeisenriff, das 
etwa 2 Sm südwestlich von der Hafeninsel und !/a Sm vom Lande entfernt liegt, 
wird an seiner höchsten Stelle durch eine Korbbake bezeichnet. Die Bay-Klippe 
südöstlich von der Insel Huangtau ist an einer schwarzen Tonne mit der No. 1 
kenntlich. 
Betonnung. Drei rothe Tonnen mit der Aufschrift A, B und C und vier 
schwarze mit den Nummern 1 bis 4 sind in der Kiautschou - Bucht ausgelegt 
worden. Die Tonne A liegt etwa 7 Kblg. westlich vom Hufeisenriff auf der 
LO m-Grenze; auf derselben Wassertiefe, etwa 1,8 Sm nördlich von der ersteren, 
befindet sich die Tonne B, ebenso die Tonne C, die 1,3 Sm nordnordwestlich 
von der letzteren liegt. Die schwarze Tonne No. 1 bezeichnet, wie bereits er- 
wähnt, die Nordkante der Bay-Klippe, während die Tonnen No. 2 und No. 3 auf 
der 20 m-Grenze liegen, erstere 2,1 Sm, letztere 2,9 Sm nordnordwestlich von 
der Tonne No. 1. Tonne No. 4 endlich liegt mitten in der Verbindungslinie der 
Tonnen No. 3 und C eben aufserhalb der 10 m-Grenze, 1,6 Sm nordnordöstlich 
von der Tonne No. 3. Eine Mittelgrundtonne bezeichnet eine 7 m-Stelle zwischen 
den Tonnen No. 2 und A, während an der Ostseite der Fahrrinne, die nach 
Nü ku kau führt, zwei rothe und an der Westseite eine schwarze Tonne liegen. 
Hafenanlagen. Ein Hafen für Seeschiffe soll in der Bucht angelegt 
werden, die von der Hafeninsel und einer südwestlich davon gelegenen Klippe 
begrenzt wird. Schon Ende 1898 ist mit der Schüttung eines Steindammes 
zwischen der Hafeninsel und der erwähnten Klippe begonnen worden, der den 
Unterbau für den Haupttheil des den Hafen gegen die heftigen Nordwestwinde 
schützenden Wellenbrechers bilden soll. Die nöthigen Wassertiefen sollen durch 
Baggerung oder Sprengung hergestellt werden. Es wird beabsichtigt, die Anlage 
so zu fördern, dafs sie bis zu dem Zeitpunkte, zu dem die Bahn von Wei hsien 
an den Hafen von Tsingtau herangeführt und in Betrieb genommen wird, im 
Stande ist, mehreren grofsen Schiffen geschützte Liegestellen zu gewähren. 
Dem Bedürfnifs, in möglichst kurzer Zeit einige geschützte Liegestellen 
für Leichter, Boote und kleinere Seeschiffe zu besitzen, trägt der in der Aus- 
führung begriffene Bootshafen in der Ta pau tau-Bucht, südlich von dem geplanten 
grofsen Hafen, Rechnung. Dort wird im Anschlufs an ein künstlich zu schüttendes 
Üferplateau eine 160 m lange eiserne Brücke (Arcona-Brücke) auf massiven 
Pfeilern hergestellt, die durch einen ungefähr ebenso langen, parallel laufenden 
Damm geschützt werden soll. Diese Anlage dürfte im Herbst dieses Jahres 
rollendet_sein. 
Das vor der Landungsbrücke liegende Becker-Riff südöstlich vom Huf- 
eisenriff ist an seiner Nord- und Südkante durch je eine Treibbake bezeichnet. 
Auf der nördlichen Bake wird vorläufig ein weilses Laternenfeuer angezündet, 
während auf der Brücke ein rothes Laternenfeuer brennt. Der zu steuernde 
Kurs ist für einlaufende Fahrzeuge durch zwei weiße Leitfeuer an Land be- 
zeichnet, die in Deckpeilung zu halten sind. 
Sämmtliche Hafenanlagen sollen Schienenverbindung erhalten. In Ver- 
bindung mit den Hafenanlagen wird die Errichtung ausgedehnter Werftanlagen 
für Reparaturzwecke geplant. Die in nächster Nähe des grofsen Hafens bei der 
Hafeninsel anzulegende Hafenstadt wird sich nur auf die nöthigsten Geschäfts- 
and Lagerhäuser beschränken, da an dieser Stelle kein Schutz gegen die nord- 
westlichen bis nordöstlichen Winterwinde ist und während der heifßsen Zeit die 
Seebriese aus S bis SO nicht hingelangen kann. Für die eigentliche Wohn- 
oder Geschäftsstadt kommen nur die Südabhänge der Berge nach der Tsingtau- 
Bucht, wo das Dorf Tsingtau liegt, in Frage; dementsprechend ist der Bebauungs- 
plan für die neue Stadt (siehe unter Tsingtau Seite 404) aufgestellt worden. 
Observationspunkt. Da der Observationspunkt auf der Insel Huangtau 
für die Bedürfnisse der Schiffahrt sehr unbequem liegt, ist in der Nähe der 
Arcona-Brücke in einer Schlucht ein zweiter Beobachtungspunkt festgelegt worden 
in 36° 3‘ 57” N-Br und 120° 18’ 36“ O-Lg. 
Die Tsingtau-Bucht mit dem gleichnamigen Hafenplatz ist die mittelste 
der drei kleinen Buchten zwischen der Yu nüi san- und der Hui tschüen-Huk an 
der Nordseite der Einfahrt zur Kiautschou-Bucht. Die gröfsten Wassertiefen in 
der Tsingtau-Bucht selbst betragen nur 5 bis 6m, so dals größere Schiffe etwas 
weiter außerhalb ankern müssen. Die von trockenfallenden Riffen umgebene
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.