accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

400 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900, 
sirten sich über größerem Gebiete der 1. bis 4. an Theilen der Nordsee und 
der Ostsee, der 5. an der Ostsee, der 10. an der Nordsee, der 11. bis 13. an der 
ganzen Küste, der 14. an der mittleren und östlichen Ostsee und der 17. bis 19. 
an der mittleren Ostsee. 
Bei einem vom Ozean im Nordwesten über Skandinavien ausgebreiteten 
Hochdruckgebiet und niedrigem Luftdruck über Kontinentaleuropa war die 
Witterung an der deutschen Küste am J. bis 5. bei schwachen nordöstlichen und 
östlichen Winden wesentlich heiter bis auf Gewitter, die am 2. und 4, an der 
Nordsee und am 5, hier wie an der westlichen Ostsee auftraten. 
Als sich in der Folge die Depression über Skandinavien ausbreitete und 
hoher Luftdruck von der Biscaya- See her in einem Ausläufer nach der Mitte 
Kontinentaleuropas vordrang, drehten die Winde an der Küste nach W, und es 
trat kälteres Wetter mit Zunahme der Bewölkung ein; am 6. hatte die Ostsee 
Regen und von Mecklenburg bis Pommern Gewitter, am 8. die ganze Küste 
Regen und die Ostsee Gewitter, mit Ausnahme der preufsischen Küste, und am 
9. traten noch Regenfälle an der mittleren und östlichen Ostsee auf. 
An diesem Tage schritt das Hochdruckgebiet mit seinem Kern höchsten 
Druckes von Südwesten her nach der Mitte Kontinentaleuropas und breitete sich 
rasch üher ganz Central- und Nordeuropa aus; am Abend des 10. lag der höchste 
Druck über Südschweden und erhielt sich hier bis zum Morgen des 13., so dafs 
bei leichten Winden aus nördlichen bis östlichen Richtungen am 10. bis 13. meist 
heiteres Wetter an der Küste bestand. 
Das Ende dieser Wetterlage wurde in einer häufig vorkommenden Weise 
durch ein neues von der Biscaya-See nordostwärts vordringendes Hochdruckgebiet 
herbeigeführt. Auf seiner Vorderseite traten bei Abnahme des Luftdruckes über 
Skandinavien am 13. an der westdeutschen Küste wieder westliche Winde ein; 
kleine Luftwirbel hatten an der Nordsee Gewitter mit Regenfällen und damit an 
der westdeutschen Küste Abkühlung im Gefolge. 
Unter der Wechselwirkung des sich von Frankreich über Kontinental- 
europa ausbreitenden Hochdruckgebietes und einer über Skandinavien schnell zur 
Entwickelung gelangenden Depression herrschten in der Folge bis zum 16. an 
der ganzen Küste Winde ozeanischen Ursprunges; als am 14. an der Nordsee 
und westlichen Ostsee Regenfälle stattfanden und an der Ostsee Gewitter ost- 
wärts der Oder auftraten, war die Witterung an der mittleren und östlichen 
Ostsee noch vorwiegend heiter, doch am 15. hatte die ganze Küste Regenfälle, 
Nachdem ein über Südschweden fortschreitendes Theilminimum am 16. an der 
mittleren Ostsee-Küste theilweise steife und vereinzelt stürmische Winde aus 
dem Nordwestquadranten und dort wie an der östlichen Ostsee Regenfälle her- 
vorgerufen hatte, verlagerte sich die Depression von Skandinavien nach Russland, 
so dafs über Centraleuropa eine sehr gleichmäfsige Luftdruckvertheilung eintrat. 
Während dieser Tage herrschte am 17. bis 19, an der Nordsee regnerisches, an 
der Ostsee wesentlich trockenes, über ihren mittleren Gebietstheilen heiteres 
Wetter bei leichten veränderlichen Winden. 
Am 20. und 21. schritt ein sich zu einem "Theilminimum entwickelnder 
Ausläufer einer mit ihren Centrum im Nordwesten über dem Ozean liegenden 
Depression ostwärts über Jütland fort, und andere Ausläufer folgten in kurzen 
Abständen bei hohem Luftdruck über Süddeutschland. Eine am 24., bei einem 
Maximum über der Biscaya-See, über dem Ozean herannahende neue Depression 
schritt bis zum 28. über Centraleuropa nach Innerrussland fort und beherrschte, 
mehrfach auf ihrer Rückseite T’heilminima entwickelnd, zeitweise ganz Kuropa. 
Auf der Rückseite breitete sich hoher Luftdruck vom Ozean her rasch über 
West- und späterhin auch über Kontinentaleuropa aus. Bei veränderlichen, am 
22, an der Nordsee vielfach steif aus dem Südwestquadranten wehenden Winden 
hatte am 20. bis 26. die ganze Küste und auch am 27. bis 29. die Nordsee 
Regenfälle, am 20., 22. und 23. meist, am 26. an der Ostsee und am 27, an 
der Nordsee von Gewittern begleitet. 
Ein am 29, ganz Kontinentaleuropa umfassendes Hochdruckgebiet hatte 
nur geringen Einflufs auf die Witterung an der Küste, da eine neue, an diesem 
Morgen westlich von Schottland herannahende Depression sich rasch über Nord- 
deutschland ausbreitete und für das ganze Gebiet wieder am letzten Monatstage 
Regenfälle herbeiführte.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.