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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1900 
2, Beispiel. (Bolte, „Neues Handbuch der Schiffahrtskunde“, Seite 115.) 
Am 1. August 1899 in 53° 24’N, 8°0‘O beobachtete man: 
mt. Gr. Zt. = 9h15m51s Oh = 46°08 mt. Gr. Zt. = 1525345 Oh = 48° 30,3 
Für 53° 24'N erhält man aus diesen Beobachtungen: 
mit h = 46° 0,8 mit h = 48° 30,3, 
Länge — 8°42,3' O0 Länge = 8°6,3' O0 
Azinmut = 850°0 Azimut = S42°W 
—zoosggıw fir h, = 8°42,30 Az = S50°0 = 4, 
053 N ah = 8° 630 Az = S42°W = a, 
ArA, =— 0736,0 West T = 929 
= 215 5m W 
sin a, cosece d =— 0,67 
b= AS = 144 Sm S40°W (90° — a,) 
Br. U. = 11.0 Sm S Abw. = 9,3 Sm W 
— 0°11L08 Lg. U. = 0° 15,5 W 
© — 53°24,0 N Arhı = 8°42,3'0 
w. Schiffsort © == 53° 13,0 N h= 8°26,8 0 
Die Rechnung nach dieser Methode ist einfach und übersichtlich, hat auch 
noch den Vortheil, dafs nur Länge oder Breite berechnet zu werden braucht, 
die unter Umständen unmittelbar verwerthet werden können, jedenfalls aber 
Rechnungen sind, die auf See unentbehrlich sind. 
Als ein grofser Vortheil der Standlinienmethode wird besonders hervor- 
gehoben, dafs sie sich in gleicher Weise auf Höhen verschiedener und auf Höhen 
desselben Gestirns anwenden läfst. Fixsternhöhen lassen sich aber, wenn sie zu- 
verlässig sein sollen, nur in der Abend- oder Morgendämmerung beobachten. 
Nachtbeobachtungen sind im Allgemeinen zu unsicher. Sobald nun die hellen 
Sterne in der Dämmerung sichtbar werden, wird man fast immer zwei (oft auch 
noch mehrere) Sterne auswählen können, von denen einer im Vertikal und einer 
dem Meridian nahesteht. Die Höhen beider Sterne wird man kurz nacheinander 
messen können, so dafs die kleine Segelung fast immer vernachlässigt werden 
kann. Berechnet man nun mit der gegifsten Breite aus der Höhe im Vertikal 
Stundenwinkel und Sternzeit, bringt dann an letztere die zwischen den Beob- 
achtungen verflossene Zeit an, so hat man die Sternzeit der Höhe in der Nähe 
des Meridians. Hieraus findet man in bekannter Weise den Stundenwinkel und 
berechnet dann die Nebenmeridianbreite. Aus der ersten Beobachtung erhält 
man dann noch die Länge. Die Zwischenzeit müfste, da der Chronometer mitt- 
lere Zeit zeigt, in Sternzeit verwandelt werden; es genügt jedoch vollkommen, 
wenn man von der Zwischenzeit für je sechs Minuten eine Sekunde subtrahirt. 
Die beiden Standlinien sind hier Meridian und Breitenparallel. Diese Methode 
giebt, wie ich viele Jahre lang durch zahlreiche eigene Beobachtungen erprobt 
habe, ganz vorzügliche Resultate. 
Die Lösung durch Zeichnung wird man auf See nur dann anwenden, wenn 
die Standlinien in die Karte selbst eingezeichnet werden können. Die Ver- 
wendung besonderer Kartennetze dazu ist auf See viel zu umständlich und wird 
nie in den täglichen Gebrauch übergehen. Alle Diagramme z. B. haben die 
Azimuttafeln nicht verdrängen können, so leicht ihre Benutzung auch ist. Für 
die Schule mag sich neben der Lösung durch Rechnung auch die durch Zeich- 
nung empfehlen, weil die Anschauung dadurch gefördert wird, aber auch hier 
sind besondere Kartennetze überflüssig. Zweckmäfsig würde sich dazu quadrirtes 
Papier verwenden lassen, nachdem man es von vornherein mit einem getheilten 
Kreis versehen hat. Man kann dann sogar Mafsstab und Zirkel entbehren.
	        
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