3Q9
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900.
beobachtet. Nach südwestlichen Stürmen ist eine nordöstliche Strömung längs
der Küste von 1 bis 1'/s Sm vorhanden.
Im Eingang zum Queen Charlotte-Sund (Südküste der Cook-Strafse)
tritt das Hochwasser bei Neu- und Vollmond um 850" ein. Der gewöhnliche
Hub der Springfluth varlirt von 1,8 bis 2,4 m. Der Ebbstrom (der südliche
Strom) beginnt um 9* 40“, der Fluthstrom oder die nördliche Strömung um 3* 40°.
Letzterer, welcher durch den Tory-Kanal in den Sund eintritt, fließt abwärts
nach Long Island, bis er dem Hauptfluthstrom begegnet, dessen Geschwindigkeit
zwischen Motuara und Long Island !/z bis 1! Sm beträgt. Im Sunde oberhalb
der westlichen Einmündung des Tory-Kanals ist nicht viel Gezeitenstrom vor-
handen; am Kopfe des Sundes ist um 10" 25” Hochwasser.
Nelson hat Hochwasser mit Neu- und Vollmond um 9" 50*; die Spring-
fluth steigt 4,2, die Nippfluth 3,0 m über Niedrigwasser, Der Gezeitenstrom-
wechsel findet bei der Springtide 17 Minuten nach Hoch- und Niedrigwasser statt,
der Fluthstrom dauert durchschnittlich 7 Stunden 10 Minuten, der Ebbstrom
5 Stunden 40 Minuten. Längs der Ostseite des Hafens läuft der Gezeitenstrom
mit einer bedeutenden Geschwindigkeit, jedoch liegen auf dem gewöhnlichen
Ankerplatze die Schiffe aufserhalb dieser Strömung. Wegen der grofsen Schwankung
des Wasserstandes bietet Nelson eine der wenigen Gelegenheiten, das Schiff zwecks
Reinigung und Ausbesserung des Bodens aufs Trockene zu holen, und zwar am
Strande der Innenseite der Insel Haul-ashore.
Hochwasser ist hei Neu- und Vollmond zu Motu Pipi River (Coalingroad)
um 9* 50” und zu Fossilhead bei Tasmans-Ecke um 8* 45"; die Springfluth steigt
4,2, die Nippfluth 3,0 m über Niedrigwasser. An der Aufsenküste beim Kap
Farewell ist um 9 Uhr Hochwasser; der West- oder Fluthstrom beginnt hier um
618", der Ost- (Ebb-) Strom um 12* 0”.
An dem nördlichen Theile der Ostküste der Mittelinsel, zwischen
Kap Campbell und der Banks-Halbinsel, setzt der Fluthstrom nordwärts, der
Ebbstrom südwärts, beide mit einer Geschwindigkeit von 1 Sm. Unabhängig
von der Gezeitenströmung besteht im Allgemeinen nördlicher Strom.
Bei der Spitze Tairoa (Otago Harbour) ist zur Zeit des Neu- und
Vollmondes um 2"50”, in der Bai von Koputai um 3*30” und in Dunedin
um 4» 30” Hochwasser. Der mittlere Hub des Wassers beträgt in der Einfahrt
von Otago Harbour, zwischen Tairoa Head und Hayward Point, 1,4 m, wodurch
im Nord- oder Hauptkanal eine Wassertiefe von 8,0 m hervorgerufen wird. Bei
nördlichem Winde und schönem Wetter macht sich wenig Fluthstrom bemerkbar,
das Wasser steigt alsdann um nicht mehr als 0,6 m. Die gröfste Stromgeschwin-
digkeit findet man in der engen Passage querab von der Spitze Harrington, wo-
selbst der Ebbstrom 2 bis 3 Sm, der Fluthstrom etwas weniger läuft, Auf der
Barre beträgt die gröfste Geschwindigkeit 2 Sm. Das Steigen und Fallen des
Wassers zu Dunedin beläuft sich auf 0,6 bis 1,2 m. Das Stauwasser hat im Ein-
gange zum Hafen eine ansehnliche Dauer; der Fluthstrom dauert 5 Stunden
20 Minuten, der Ebbstrom 7 Stunden 0 Minuten; ersterer beginnt 1 Stunde 40 Minuten
nach Niedrigwasser, letzterer 0 Stunden 40 Minuten nach Hochwasser; im oberen
Theile des Hafens dauern beide gleich lange. Der Ebbstrom ist hier am stärksten,
nämlich 2 Sm, während der Fluthstrom nur 1!/2 Sm erreicht.
Zwischen Kap Saunders und der Spitze Nugget wird gewöhnlich ein
nördlicher Strom von 1 Sm Geschwindigkeit beobachtet.
Foveaux-Strafse. Mit Neu- und Vollmond ist bei der Insel Ruapuke
um 1*0” Hochwasser; das Wasser steigt und fällt alsdann 2,4 m, bei der Nipp-
tide 1,2 m. 1 Sm östlich von Toby Rock beginnt der östliche Strom — der
Fluthstroam — 3 Stunden nachdem am Lande Niedrigwasser gewesen ist, um
10° 0” bei Neu- und Vollmond und hat, ebenso wie der Ebbstrom, eine sechs-
stündige Dauer bei einer Geschwindigkeit von 1 bis 1'/a Sm. Der Fluthstrom
setzt, wie schon bemerkt, von W nach O durch die Foveaux-Strafse und ist am
stärksten zwischen Bluff Harbour und der Insel Ruapuke. Sein Einflufs wird bis
Long Point, 45 Sm östlich von dieser Insel, gespürt. Zwischen Ruapuke und
der Stewart-Insel setzt der Fluthstrom, parallel der Küste der Letzteren, nach SO.
Der Ebbstrom nimmt eine gerade entgegengesetzte Richtung. Hochwasser ist am
westlichen Eingang der Straße, d. h. zwischen der Nordspitze der Insel Stewart
and der Spitze Pahia, bei Neu- und Vollmond um 1215"; der Fluthstrom be-