Hegemann, Fr.: Die Gezeiten einiger wichtiger Küstenpunkte Neuseelands,
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Die Gezeiten einiger wichtiger Küstenpunkte Neuseelands. ”)
Nach dem „New Zealand Pilot“,
Von Fr. Hegemann, Assistent der Seewarte,
Die vorliegende Zusammenstellung ist bei der Bearbeitung des Abschnittes IV,
Theil I, des „Segelhandbuches für den Stillen Ozean“: „Die Winde und die
Witterungsverhältnisse an den Küsten des Stillen Ozeans“ entstanden. Sie ist
jedoch, als über den Rahmen dieses Segelhandbuches hinausgehend, nicht in das-
selbe aufgenommen. ‘ Immerhin dürfte es sich aber wohl verlohnen, sie nach-
träglich an dieser Stelle der Oeffentlichkeit zu übergeben.
In der Mündung des Hokianga (im nördlichen Theile der Westküste
der Nordinsel) ist an Neu- und Vollmond um 9% 45" Hochwasser. Die Gezeiten
lanfen mit einer Geschwindigkeit von 4 bis 5 Sm; die gewöhnliche Springfluth
ruft eine Steigung des Wasserspiegels über Niedrigwasser von 3,0 m, die Nipp-
Auth von 2,1 m hervor; es geschieht aber, dafs bei starken westlichen Winden
auch bei Letzterer diese Steigung bis zu 3,0 und selbst 4,2 m beträgt. Innerhalb
der Mündung nimmt die Gezeitenströmung auf 2 bis 3 Sm ab und bleibt in dieser
Stärke, bis sie die Enge erreicht, wo sie wieder auf 4 Sm zunimmt. Auf dem
Ankerplatze von Ko-Ko-hu ist zur Springzeit um 10° 15” Hochwasser, Die Ufer
des Flusses sind bei Hochwasser überall zugänglich; bei Niedrigwasser erlaubt
eine Schlickbank, welche auf eine beträchtliche Entfernung trockenläuft und 4 Sm
aufserhalb der Mündung beginnt, keine Annäherung. Diese. Bank fällt nach
außen hin steil ab, ist weich und reicht an der Mündung von einer Landspitze
bis zu der gegenüberliegenden. An der Seeküste setzt der Fluthstrom nach S
and der Ebbstrom nach N; in einer Entfernung von 3 Sm vom Lande hat der
Gezeitenstrom eine Geschwindigkeit von 2 Sm, in einer doppelt so grofsen Ent-
fernung nur noch von 1 Sm.
An der Spitze der Nordinsel, zwischen dem Kap Maria Van Diemen
und dem Nordkap, bestehen starke Gezeiten- und Meeresströmungen, welche bei
einer Besegelung dieser Küste wohl berücksichtigt werden müssen. Bei Parenga-
renga, eben östlich vom Nordkap, tritt das Hochwasser bei Neu- und Vollmond
um 7° 45" ein; der Hub des Wassers beträgt 2,1 m.
In der Bai der Inseln (Ostküste der Nordinsel) wird die Gezeiten-
strömung nur schwach gespürt, ausgenommen in den Flufsmündungen, wo sie
eine Geschwindigkeit von 1 bis 2! Sm erlangt. In der Rawiti-Bucht beträgt
ihre größte Geschwindigkeit etwa 1 Sm; der Fluthstrom setzt nach W, der Ebb-
strom nach O. In Kororarika ist zur Zeit des Neu- und Vollmondes um 7* 15”
Hochwasser, der Hub des Wassers beträgt 1,8 bis 2,7 m.
Nordwärts vom Ostkap setzt der Fluthstrom nach W, südlich von dem-
selben in nördlicher Richtung. Das Hochwasser tritt ein am Ostkap zur Spring-
zeit um 90”; der Hub des Wassers beträgt 2,1 m.
Das Hochwasser tritt im Hafen von Lambton (Port Nichelson) mit Neu-
und Vollmond um 4* 30” ein... Der Hub des Wassers beträgt 0,8 bis 1,5 m, die
Geschwindigkeit der Gezeitenströmung in der Enge der Einfahrt !/a bis 2 Sm,
innerhalb derselben aber viel weniger. Der Fluthstrom selzt außerhalb der
Mündung nach N, der Ebbstrom nach S, jeder mit einer Dauer von 6 Stunden.
Unter der Küste der Nordinsel am südlichen Eingang zur Cook-
Strafse ist bei Neu- und Vollmond um 6"0" Hochwasser. Der Fluth- oder der
Nordstrom setzt aber erst um 3* ein, also nur 3 Stunden früher, hält sich dafür
unter Land bis 3 Stunden nach Hochwasser.
Auf der Barre. vor der Mündung des Flusses Manawatu stellt sich
das Hochwasser bei Neu- und Vollmond um 9* 50" ein und steigt alsdann 2,4 m
gegen 1,8 m bei der Nippfluth.
In New Plymouth an der Westküste der Nordinsel ist bei Neu- und
Vollmond um 9* 30% Hochwasser; die Springfluth steigt 3,6 m, die Nippfluth 2,7 m.
Rlar vom Lande werden hier starke, vom Winde beeinflufste Meeresströmungen
\ Die im Text vorkommenden Strömungsgeschwindigkeiten gelten für die Dauer einer Stunde.