Dinklage: Berichte über schwere Stürme.
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Derselbe zeichnete sich durch einen eigenthümlichen Verlauf der Windänderung
aus. Die südwestlichen Winde, die den Sturm einleiteten, waren nämlich von
sehr kurzer Dauer und nicht größerer Stärke als 4; auf sie folgte ein gleich
hart einsetzender und bald zum schweren Sturme anwachsender Nordwestwind.
Mit diesem begann aber nicht eine Zunahme des Luftdruckes, der von seiner
früheren Höhe nach und nach herabgekommen war, sondern das Barometer blieb
beim Fallen und ging erst von einem tiefsten Stande von 741,9 mm zum Steigen
über, als der Sturm von NW bis NNW 27 Stunden geweht hatte und auf NO
holte. Die Fortbewegung des Schiffes konnte auf diese Richtungsänderung keinen
Einflufs haben, denn es lag während der ganzen Zeit beigedreht. Sie läfst sich
deshalb wohl nur durch eine Fortbewegung der Depression nach SO und S er-
klären. Unter dieser Annahme könnte die Depression identisch sein mit der-
jenigen, welche nach Ausweis der „Täglichen Wetterberichte“ am 1. Februar von
den portugiesischen Küstengewässern, wie es scheint, nach dem Mittelmeer über-
ging und am 2, Februar im Ligurischen Meere Sturm aus den östlichen Vierteln
verursachte. Eine ausführliche Darstellung dieses Sturmes, die sich in der Be-
arbeitung befindet, wird in einem späteren Hefte dieser Annalen erscheinen.
Auszug aus dem Journal S. 5319 der Bark „Niagara“.
Datum | Uhrzeit! N-Br | W-Lg |
Wind
Bar, "
mm
red, ,
Wetter
fan. 29
Mittag‘
4hp
8bp
10h p
Mittern.!
44° 8
99° 16°
WSW 1
WSW—SSW 2—3
SSW — SW 4
SW 6—NNW9
NWeZN 8
767,5
764,8
761.2
0
od
afa
756.3 |
or
oaqgr
Jan. 30 | 4ha
NW 9-—11
752,0 ]
oqgr
Qha
90° 8’
NNW 9—11
NNW 10—11
NNW 11
NNW 11—10
751,0 | uqr h
149,21 u ar h
1474| ahr
A ah r
Mittag
440 591 |
4b
D
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Mittern.
NNW 11—10
742,9
cqr
Jan. 31 |
9ha
NNW — NO 10—9
NO 10—11
NOzN 11—10
NO 10
NOzN 10—9
NNO 8—5
NNO 4—9
am al
19) or
4hba
>22
oqar
752,9 car
753,71 car
car
calr
744 3 1
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Mittag
A449 991
19° 11“
4bp
hp
Mittern.
gebr. 1 |
4b 8 NzO 7—4 754,71 car
8ha | . NO 4—2 755,5 cr
Mittag '44° 4'!1 18° 21' NNO 2—1 754,4 c
Bemerkungen
ZA
Sehr flau, bedeckt. Nordöstliche Dünung. .
Wind allmählich frischer und südlicher, seit 3b Staubregen.
Luft nach 4b etwas abklarend, aber gegen 8l wieder Nebel
und Staubregen. .
Bis 91/gb zunehmend mit starkem Regen; dann der Wind
nach NNW mit Stärke 8 bis 9 einfallend. Später böiger,
stürmischer Wind.
Wind steigerte sich rasch zum heftigen Sturme. 2b dicke,
ädrohend aussehende Luft aus NW. Orkanartige Böen
mit starkem Regen. Machten kleine Segel und drehten
bei auf B. B.-Halsen.
Fortwährend schwere Böen mit Regen und Hagel; sehr grobe
See. Luft drohend.
Anhaltend schwerer Sturm mit Böen,
Noch zunehmend, orkanartig. Dicke, verstopfte Luft. Grobe
wilde See.
Bei 6" zeitweise orkanmäfsig wehend und dicke Luft, später
etwas abklarend. Gewaltige See; ein schwerer Brecher
zertrümmert die Luvreling von vorn bis hinten.
Unverändert. Nördliche See nimmt etwas ab gegen eine zu-
nehmende nordöstliche.
1b bis 2h anhaltender Regen, Wind läuft, etwas abnehmend,
nach NO,
Luft eiwas abklarend, Von Neuem schwerer Sturm mit
Regenböen,
Unverändert. Hohe, konfuse See.
Ebenso.
Anfangs noch harte Böen, dann seltener, durchgehends der
Sturm leichter. See noch sehr hoch.
Wind und See allmählich abnehmend; klares Wetter.
Noch immer Böen (q); inzwischen oft ganz flau. Schwaches
Blitzen in O0.
Vereinzelte Böen mit Regen.
Flau und unbeständig.
Wie vorher.