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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

378 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900, 
auflserordentlich tiefes Fallen des Barometers brachte jedoch die dritte Luftdruck- 
und Windschwankung. Sie begann am Spätabend des 26. Dezember, als das 
Schiff sich auf ungefähr 47° N-Br und 22° W-Lg befand, mit stark zunehmendem 
südwestlichen Winde und rasch fallendem Barometer. Vom Mittag des 27. an 
wehte der Wind aus WzS als voller Orkan, hielt so an bis 6"p, zu welcher Zeit 
das Barometer seinen tiefsten Stand von 714,7 mm erreichte, und ging dann auf 
NW. Auch aus diesem Striche wüthete der Wind längere Zeit wieder als voller 
Orkan, und den ganzen nächsten Tag hindurch, mit dessen Ende die Journal- 
führung aufhörte, stürmte es mit einer Stärke von 10 bis 11. 
Die Depression, welche das Feld dieses Sturmes bildete, erschien am 
28. Dezember vor dem Kanal, wo sie nach den „Täglichen Wetterberichten der 
Seewarte“ zunächst Sturm aus SO und O, am 29. Sturm aus S durch W bis N 
and am 30. Sturm aus W und SW, der auch die südliche Nordsee heimsuchte, 
verursachte. Nach den Wetterberichten war auch im Eingange des Englischen 
Kanals der Barometerstand sehr tief. Es meldete am 29. Dezember um 8 Uhr 
morgens Rochespoint 719,1 und Secilly 718,9 mm. 
Auszug aus dem Journal S. 5285, 
ade ! Uhrzeit] 
N-Br ‘ W-Leg 
Dez.26 | Mittag | 46° 2 23° 51 
4bp 
Shp 
Mittern. 
Dez. 27 | 4h a 
Sha 
Mittag | 47° 43! | 
20°95 | 
4b 
D 
Bh 
D 
hp 
Mittern. 
Dez. 28 | 4Aba 
aha 
Mittag | 46° 22: | 
4bp | 
18° 9 
gh 
pp 
Mittern. 
Wind 
WzN 5 
NWzN 5 
WzN 5 
SWzZW 5—7 
SWzZW 8—9 
SWZW 8 
WzS 9—12 
WzS 12 
WzS 12 und still 
NW 12 
NW 12 
NW 12 
NW 12—11 
NW 11 
NW 11 
NW 11—10 
NW 10 
Bar. 
mu 
red. 
Wetter 
767,5 
763,5 e 
759,4 ] od 
75141 od 
740,5 
731,6 | 
725,2 | 
716.6° 
ur 
az 
uqr 
urg 
114,7 
715,2 
uqr 
716,8 
urlq 
719,7 
723,7 
726,9! 
730,3 1 
urq 
orq 
oq 
org 
orhaq 
732,9 
735,2 
oq 
Bemerkungen 
Die untere Luft zieht aus NWzW. 
Bezogen, regnerisch. Der Wind holt um Sb auf WzN. 
Die ganze Wache Staubregen. Wind zunehmend und süd- 
westlicher. 
Fortwährend Regen. Barometer fällt schnell. Zunehmende 
Westsüdwestsee, 
Untere Luft jagt mit Blitzesschnelle. Hohe, durcheinander 
laufende See, 
10h Sturm aus WzS mit kleinen Böen. Immerfort Regen. 
Orkan, sehr schwere Böen mit Regen und Hagel. Wasser 
und Luft ein Gischt, konnten keine Schiffslänge voraus- 
schen. Das Seewasser wurde 30 m hoch in die Luft ge- 
trieben; unsere Bramsegel sind weifßs von Salz. Das 
Schiff liegt wie eine Klippe, über welche das Wasser nur 
so hinweg spült. Alle Mann sind auf dem Hinterdeck, 
Um 6h niedrigster Barometerstand Der Wind flaut bis zur 
Stärke 3 ab. 
6h 30m der Orkan mit vermehrter Kraft aus NW einsetzend, 
Alles knickt and knackt. Die Bramsegel wehen aus den 
Zeisingen. Das Schiff ist zeitweilig nicht zu sehen. 
Konnten nicht von einer Stelle zur anderen kommen. 
nicht anders, als platt auf dem Deck kriechend. 
Kein Feuer in der Kambüse zu halten. Keiner getraut sich 
das Hinterdeck zu verlassen. 
| Orkan anhaltend. Schwere Böen. Hohe See. Seit 8% 
Schiff beigelegt, 
Etwas handsamer, 
| Strom in zwei Tagen S19°0 28 Sm. 
Wind Iläfst etwas nach, und die Böen sind nicht mehr so 
heftig. 
Sturm, Regen- und Hagelböen. Zuweilen lassen sich Stellen 
blauen Himmels sehen, 
Die Böen lassen an Stärke und Häufigkeit nach. Sterne 
Jassen sich sehen. 
S. 5319. Bark ‚Niagara‘, Kapt. W. Loff, von Kap Haitien nach Havre, 
1900 Januar 30 und 31 auf 44,7° N-Br und 19,7° W-Lg. 
Auf derselben Länge, aber in einer etwas südlicheren Breite wie der vor- 
beschriebene, trat fünf Wochen später der jetzt noch zu schildernde Sturm auf.
	        
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