Dinklage: Berichte über schwere Stürme,
375
Auszug aus dem Journal S. 5242, Vollschiff „Landseer“, Kapt. Steuer, von New York nach Havre.
Datum
1899
, Uhrzeit‘
N-Br
W-Lez
Jkt. 17
Mittag '
46° 37' | 32° 27' |
4h p
#2 | |
Mittern.
kt. 18 | dba
ha
Mittag
46° 34! | 31° 19’ |
Ah pn
$h p
Mittern
xt 19 | Abba
8ha
Mittag | 46° 15‘ |
28° 43'
Wind
SWZW 6—5
WNW 3
NzO 4
NNO6
NNO 10
NNO 10
NNO 11
NNW 11
WNW 10
WNW9
WNW 8—7
WNW6
NW5 |
3arı
nm
red.
742,7
744,2
745,8 |
744.4
741,4
740,5
740,2
744,8
752,1 1
753,91
756.3
757,9
758,2
|
Wetter
CP
D
ud
ua
urq
urq
aq
wg
A
Bemerkungen
Peilten morgens 30 Zoll Wasser im Schiff, setzten Donkey
an und pumpten um 11% lenz,
Leichte Briese mit Regenschauern.
Zunehmend steife Briese, schauerige Luft. .
Zum schweren Sturme zunehmend. Alles fest bis auf Grof[s-
untermarssegel.
Sturm mit harten Böen und hoher See. Schiff arbeitet
furchtbar.
Die Decknäthe sprangen offen. Eine See lief über den
Klüverbaum weg und brach die Geien. Die Segel fort-
gerissen. Ein entsetzliches Wetter,
Wind umlaufend nach NNW und etwas abklarend. Die
Mannschaft kann sich nicht bei den Pumpen halten.
Wind etwas weniger. Hielten ab und steuerten Kurs, führten
volle Fock und Untermarssegel.
Schiff arbeitet gewaltig. Mannschaft beständiz an den Pumpen.
Peilten morgens 41 Zoll Wasser im Schiff. Setzten Donkey
in Gang.
Pumpten den Tag hindurch bis 63 p, hatten das Wasser bis
auf 28 Zoll heraus. Nach zwölfstündiger harter Arbeit
Mannschaft sehr erschöpft.
|
Der Kampf mit dem schweren Leck des „Landseer“ brachte in der Folge
noch viel Arbeit und Mühseligkeit. Tag für Tag mufste die Mannschaft 12 bis
16 Stunden pumpen, ohne das Eindringen des Wassers bewältigen zu können;
vielmehr nahm der Wasserstand von. Tag zu Tag noch zu. Leider kam noch
hinzu, dafs mit dem Donkey nicht mehr gepumpt werden durfte, da kein frisches
Wasser zum Füllen des Dampfkessels mehr übrig war und Salzwasser nicht ge-
braucht werden durfte, weil kein Salzmesser vorhanden war. Als nach längerem
Aufenthalt durch östlichen Wind und weiterer Vermehrung der Gefahr durch
schweres Wetter das Schiff am 29. Oktober vor dem Englischen Kanal ankam,
war der Wasserstand im Raume auf 13 Fufßs gestiegen und nahm noch mehr und
mehr zu, bis er spät abends 16 Fufßs erreichte. Unter diesen Umständen und
weil die Mannschaft vollständig ausgearbeitet war, entschlofs man sich, Falmouth
als Nothhafen anzulaufen. „Hätten meine Offiziere und die Mannschaft,“ schreibt
Kapt. Steuer, „nicht so unverdrossen und mit Ansetzung aller Kräfte, wie sie
gethan haben, gearbeitet, so hätten wir Falmouth niemals erreicht. Schiff und
Ladung wären verloren gewesen. Ob wir bei dem Wetter gerettet worden wären,
ist sehr fraglich.“
Die Führung des meteorologischen Journals erlitt keine Unterbrechung.
Das ist Pflichtgefühl.
Auszug aus dem Journal S. 5241 der Bark „Marie Siedenburg‘‘, Kapt.Menkens, von Philadelphia nach Havre.
Datum | Ba
1899 Uhrzeit
N-Br ! W-Lez
kt. 17
Mittag | 46° 21‘ | 28° 45 |
4bp
8hp
‚Mittern.
Wind
SW 6
SSO — SO 5—4
0S0—NO02
NNO 5-—6
ar.
am
red.
Wetter
142,8| op
739,8 op
740,5| op
739,9 or
Bemerkungen
Steifer Wind, Regenschauer. .
Unbeständige Briese; sehr hohe Westdünung,
Halsten 61/ab südostwärts.
Zunehmender Wind, Seit 101%b Regen.