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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900, 
and der richtige Segelkurs wieder aufgenommen werden konnte. Es blieb jedoch 
unruhiges Wetter. Der steife Wind aus W, der am Nachmittage wehte, steigerte 
sich am nächsten Nachmittage wieder auf 9 mit heftigen Böen und furchtbar 
hoher See. Das Barometer, das um etwa 5mm gestiegen, fiel von Neuem und 
noch tiefer als vorher. 
Abweichend von den beiden anderen Schiffen, welche nördlicher standen, 
hatte die Bark „Niagara“ (S. 5319) an der Südseite der Depression den Wind 
des Sturmes mehr aus den westlichen Vierteln, zuerst aus S und SW, woher es 
auch für mehrere Stunden sehr schwer stürmte, dann nach raschem Umlaufen 
aus W und WNW für 11 Stunden als orkanartigen und darauf noch für 10 Stunden 
als schweren Sturm. Das Barometer hatte vor dem Sturm einen Stand etwas 
anter 760 mın, fiel bis zum Umlaufen des Windes um 7"p am 14. Oktober auf 
748,7 mm und stieg dann wieder bis zum Morgen des 16. auf 764 mm, Die Be- 
schreibung des Wetters im Journal geben wir im Auszuge wieder. 
Auszug aus dem Journal S. 5319 der Bark „Niagara‘, Kapt. W. Loff, von lavre nach Kap YHaitien. 
Datum 
1899 
Uhrzeit 
N.Br 
W-Le 
Okt. 13 | Mittag 
4bp | 
8bp | 
Mittern. 
41° a1: | 34° 2 
kt. 14 | 
4ha 
8ha 
Mittag | 38° 52’ | 33° 28° 
Ahp 
öhp | 
hp 
\ittern. 
5ke. 15 | aba 
ha 
Mittax 137° 9'| 
{hp 
ahp 
Mittern 
90 Ad 
Wind 
SSW 4—3 
SSW 5 
W 4—5 
WNW 7—8 
WzS 4—7 
WzN6 
SW 5 
SSW 4—7 
S7—9 
S— WSW 10—19 | 
W— WNW 11 
NWZW 11 
WNW 11—10 
WNW 10—9 
NWzZW 10—9 
WNW 3—4 
NWZW 3 
Bar, 
mm 
red. 
Welter 
757,0) car 
756,7 | ecqPp 
756,01 cqd 
757,5 © qd 
757,3 9qd 
357,71 car 
757,5 ı g 
753,8'0qru 
am 7b) 
748,5 
749,6 
749,9 
uqr 
ur 
e 
„r 
750,2 
755,7 
cqr 
eqgr 
| 
758,1 
761,0 
763,2 
763.7 
cqgr 
cq 
6 
em 
Bemerkungen 
Briese unbeständig. Bis 10% a dick von Regen. 
Sehr unbeständig; böige Luft, 
Steife Böen mit Regen Seit 6b zunehmende westliche See 
Wind stürmisch werdend, unruhige Kreuzseec: heftige Böen, 
Anfangs flau, später wieder steife Böen, 
Bis 6h böig mit Regen, dann abklarend, 
Der Wind schralt strichweise weg, 
Bis 3h Wind zunehmend, nachher flauer mit Regen. Der 
Wind lief genz südlich, wendeten deshalb auf B. B.- 
Halsen, worauf der Wind schnell zunalım. 
Wind zum schweren Sturme anwachsend. Heftiger Regen 
6l/yh Jegten das Schiff wieder auf St. B.-Halsen. 7b voller 
Orkan aus WSW bei wolkenbruchartigem Regen. 
Die Luft klart ab. Orkanaıtiger Sturm mit wüthenden Böen. 
Seit 2b mehrere orkanartige Böen mit Regen, Hoher, zu 
nechmender wilder Seegang. 
Anhaltend schwerer Sturm mit harten Böen, 6h hielten ab 
nach S, Hohe, verworrene Kreuzsee, das Schiff arbeite! 
entsetzlich. 
| Soce etwas regelmäfsiger, sonst wenig verändert. 
Abnehmend. 
Wind flaut ab, schönes klares Wetter, See noch sehr hoch 
Mitunter sehr Zaun. Ende der Wachen wieder Cirren in SW 
Grufser Mondhof. 
8. 5319, 5243, 5242, 5241. Sturm vom 17. und IS, Oktober 1599 zwischen 
46,5° N-Br. 28° W-Lgy und 34° N-Br, 34° W-Lg. 
Nur zwei Tage nach dem vorigen überfiel ein zweiter noch heftigerer 
Sturm die erwähnten drei Schiffe. Die Stellung derselben im Sturmfelde war in- 
sofern mit der früheren gleich geblieben, als „Landseer“ und „Marie Siedenburg“ 
wieder eine nördliche, dagegen „Niagara“ und ein viertes, von Süden herauf- 
gekommenes Schiff, die Viermastbark „Omega“, Kapt. H. Krause, eine etwa 
12° südlichere Position einnahmen. In Hinsicht auf die Ost—Westrichtung hatte 
sich indessen die Stellung infolge des Fortschreitens der Schiffe verschoben, so 
dafs die beiden erstgenannten jetzt östlicher, „Niagara“ und „Omega“ aber west- 
licher standen. Die am westlichsten, auf etwa 34° W-Lg, stehende Bark „Niagara“ 
war die erste, die vom Sturme überfallen wurde.
	        
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