arı
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900.
1. Hamburg.
In dem Berichtsjahre konnte nur eine sehr beschränkte Anzahl von Beob-
achtungen angestellt werden, da der Beobachter während des gröfsten Theiles
des Jahres durch anderweitige Thätigkeit in Anspruch genommen war und über-
haupt nur in den frühen Morgenstunden der Sommermonate beobachtet werden
konnte. In den Monaten April, Mai und Juni mulfsten aber die Beobachtungen
ganz ausfallen wegen des Baues des neuen Kanals für die Mire „Altenwärder“,
Da die aus den angestellten Beobachtungen hervorgehenden Werthe der
Säkularänderungen der Wirklichkeit nicht entsprechen, weil sie aus durch äufsere
Einflüsse gestörten Beobachtungen abzuleiten waren, so mufs von einer Ver-
öffentlichung abgesehen werden. Da die Werthe der Horizontalintensität sämmt-
lich zu hoch ausgefallen sind, so ist wohl anzunehmen, dafs die Beobachtungen
durch den gegen die früheren Jahre verstärkten Betrieb der elektrischen Strafsen-
bahn in höherem Grade beeinflufst worden sind.
2. Rostock.
Die durch den Tod des Herrn Direktors Wiese unterbrochenen Beob-
achtungen konnten auch in diesem Jahre nicht wieder aufgenommen werden.
3. Barth.
Von dem Königlichen Navigationslehrer Herrn Skalweit wurden zahl.
reiche Deklinationsbeobachtungen angestellt, aus denen die folgenden Monats-
mittel abgeleitet worden sind:
Januar
Februar
März
April
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
Mittlere Deklination für 1897,5 10° 28,16‘ W.
Die jährliche Abnahme der westlichen Deklination beträgt nach dem Ver-
gleich mit dem Vorjahre 5,87‘.
4. Wustrow,
Der Herr Navigationslehrer Brandes hat ungefähr jeden vierten Tag die
Deklination beobachtet. Nachstehend sind die Mittelwerthe für jeden Monat ge-
geben, und zwar ist jede Beobachtung nach der Wilhelmshavener Periode auf
das Tagesmittel reducirt. Die eingeklammerten Zahlen geben die Anzahl der
Beobachtungen in den betreffenden Monaten an.
Januar 10° 23,6‘ W
Februar 10° 14,7' W
März 10° 17,5 W
April 10° 18,1‘ W
Mai 10° 4,2 W
Juni 10° 12,6‘ W
Juli 10° 45V
Mittlere Deklination für 1897,3 10° 13,6‘ W.
Die jährliche Abnahme beträgt nach dem Vergleich mit dem Mittelwerthe
von 1895 5,5‘, ein Werth, der mit dem aus den Jahren 1894 und 1895 abge-
jeiteten 5,9 gut übereinstimmt.
5. Flensburg.
Die Beobachtungen sind theils mit dem Deviations-Magnetometer C. Bam-
berg No. 252, theils mit dem Deviations-Magnetometer C. Plath No. 1 angestellt
worden; sie ergeben, zu Monatsmitteln vereinigt und nach der Wilhelmshavener
Periode auf das Tagesmittel reducirt, folgendes Resultat: