354 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900.
ausrüstung ist hier fast gar nicht zu haben, nur Maschinenöl zu etwa 1% pro
Gallone (4,5 1).
Auskunft für den Schiffsverkehr. Das deutsche Vizekonsulat in Niutsch-
wang wird kommissarisch verwaltet und befindet sich in der europäischen An-
siedelung. Vertreter des germanischen Lloyd ist die Firma Bush & Bros.
Agenten für die deutschen Dampfer sind Bandinel & Co. und Bush & Bros,
Ein deutscher Schiffshändler, C. Decker & Co., ist am Ort. Das Hafenamt
befindet sich im Zollgebäude in der europäischen Ansiedelung dicht am Fluß.
Bin Krankenhaus unter Leitung eines englischen Arztes ist vorhanden, Von
Banken ist die Russisch-Chinesische Bank zu nennen; eine Seeassekuranzgesellschaft
ist vertreten.
Der Zugang zum Golf von Petschili.
Das Schantung-Vorgebirge.
Südost-Vorgebirge von Schantung heifst die niedrige 2°%/4 Sm lange und
is Sm breite Insel vor der Südostkante der Provinz Schantung. Das Westende
der Insel zeigt einen etwa 27 m hohen Abbang, vor dem die auffällige 21 m hohe
Pinnacle-Klippe liegt, und zwar !/s Sm westlich von der Südwest-Huk der Insel.
Niedrige Klippen liegen vor der Seeseite der Insel; grofse Riffe begrenzen den
Inselstrand und liegen auch zum Theil in einigem Abstand seewärts von der
[nsel. Etwa 12 Kblg. 0zS von dem runden eisernen roth und weifßs wagerecht
gestreiften Leuchtthurme auf der Südost-Huk von Schantung liegt eine Klippe,
die bei Springtide 0,6 m Wasser hat.
Zum Besuche des „Iltis“-Friedhofes, der unmittelbar neben dem Leucht-
thurm liegt, ankerte S. M. S. „Kaiser“ im März 1899 in den Peilungen: der
Leuchtthurm in NO und Pinnacle-Klippe in NW!/W (vergl. Annalen 1899,
Seite 481, Skizze des Ankerplatzes und zwei photographische Ansichten des
Südost-Vorgebirges von Schantung). Näheres über das weiße Blinkfeuer, das
alle 30 Sekunden einen Blink zeigt und 16 Sm weit sichtbar ist, sowie über das
Nebelsignal (alle 90 Sekunden Sirenenton von 4 Sekunden) vergl. Leuchtfeuer-
verzeichnifs Heft VIII.
Die Nordost-Huk der Insel heilßst Kap Macartney und ist niedrig und
sandig; man thut gut, mindestens 2 Sm von diesem Kap entfernt zu bleiben und
zwar auf Wassertiefen von mindestens 20 m, Grund Sand, weil mehrere Riffe dem
Kap vorgelagert sind. Um gut von dem Kap Macariney frei zu bleiben, halte
man Flat Rocky-Huk in Nordpeilung. Die 18 m hohe, wie ein KEselsohr aus-
sehende Ears-Klippe kann man in etwa l Sm Abstand auf etwa 20 m Wassertiefe
passiren. Die Huk Flat Rocky ist sehr niedrig und flach und sieht von Weitem
wie eine Insel aus; auf ihrer Innenseite steht ein kleines Dorf und ein Tempel.
In der Sang-Kau-Bucht bilden zwei einzeln liegende Hügel gute Landmarken, der
südliche Ruggyed Bay Hill auf der engl. Adm.-Karte No. 1255 genannt, ist etwa
150 m und der nördliche, Lauma Schan, ist 120 m hoch. An der Nordseite der
Huk Schua-Tau liegt ein auffälliger röthlicher flachgipfeliger 73 m hoher Hügel,
der nach Süden hin allmählich abfällt. Die Huk Martha, auch Haiki-Tau genannt,
ist niedrig und felsig und an ihrer Nordseite mit Riffen besetzt; man mufs von
dieser Huk mindestens 1!/4 Sm entfernt bleiben und darf nicht auf geringere
Wassertiefen als 22 m gehen, da der Grund weiter westlich unrein und auch nicht
genügend ausgelothet ist.
Litau heißt die kleine Küstenstadt, die an der Südseite der gleichnamigen
Bucht und etwa 10!/a Sm SW'!/S vom Schantung-Vorgebirge liegt. Ihr Küsten-
handel ist bedeutend; viele Dschunken liegen hier stets zu Anker. Die Litau-
Bucht ist flach und gegen nordöstliche Winde offen, gegen östliche aber geschützt.
Eine Seemeile nordwestlich von der Litau-Bucht liegt eine ähnliche kleine Bucht,
in deren Mitte eine von Riffen umgebene kleine Insel liegt.
Der Wade-Berg ist der höchste von einigen flachen Höhenzügen, die quer
über die Halbinsel Schantung laufen. Von seinem 570 m hohen Gipfel zieht ein