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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Der Golf von Petschili. 
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150 Registertonnen 0,10 Haikwan. Taels pro Registertonne, Eine einmalige 
Zahlung der Tonnengelder in einem chinesischen Hafen gilt für vier Monate. 
Die Stadt Niutschwang, eigentlich Yingkon oder Yingtse, besteht aus 
dem chinesischen und aus dem im Osten daran anschliefsenden europäischen 
Theil. Die Einwohnerzahl beträgt rund 60000, darunter 11 Deutsche. Der 
europäische Staditheil nimmt eine Länge von etwa 900m am linken Flufsufer 
ein und besteht aus mehreren europäischen Gebäuden mit den zugehörigen Läden 
und Lagerhäusern. Hier liegt auch das grofse Zollgebäude, kenntlich an der 
30 m hohen, Flaggenstange davor. Hinter der Ansiedelung zieht sich die Strafse 
nach der eigentlichen Stadt Niutschwang und nach Mukden längs. 
Die chinesische Stadt erstreckt sich in einer Länge von etwa 2 Sm längs 
des niedrigen einförmigen Flufsufers. Der lebhafte Handel, der sich früher weiter 
flufsaufwärts in der eigentlichen Stadt Niutschwang konzentrirte, hat sich all- 
mählich mit der Verschlammung des Flusses hierher gezogen. Von industriellen 
Betrieben ist die Bohnenkuchenfabrikation zu nennen, die in grofsem Mafsstabe 
mit Handpressen und in zwei Dampffabriken betrieben wird. . 
Handelsverkehr im Jahre 1898. Es liefen 
“ein: 
Dampfer mit Ladung: 328 mit 281 488 R.-T. 
» _ in Ballast: 140 „ 122483 
Segler mit Ladung: 5 2708 
„ in Ballast: 13 7206 
Davon. waren deutsch 
einlaufend: auslaufend: 
Dampfer mit Ladung: 31 mit 24627 R.-T. 49 mit 40390 R.-T. 
» in Ballast: 21 „ 18379 „ 3 „ 261. + 
Segler mit Ladung: 1 447 2 m 894 
in Ballast: 1, 447 © ! 
_ Die englische Flagge war 1898 die vorherrschende, während 1899 die 
japanische: an Zahl der Schiffe, die englische an Tonnengehalt den ersten Platz 
einnahm. Die deutsche Flagge ist in der Fahrt nach Hongkong und Kanton haupt- 
sächlich vertreten. 
Einfuhr: Baumwoll- und Wollwaaren, Metalle, Streichhölzer, Seegras, 
Zucker, Anilinfarberi, Nadeln, Uhren und Messingknöpfe im Werthe von 
14 993 035 Haikwan Taels (4 — 2,94 Mk.). . 
Ausfuhr: Bohnen, Bohnenkuchen, Bohnenöl, Schweineborsten, Pferde- 
haare, Pelze, Hunde- und Ziegenfelle, Seide und Rohtabak im Werthe von 
17 448 280 Haikwan Taels. 
Dampferlinien, = Regelmäfsige monatliche Postdampferverbindung mit 
Tientsin, Tschifu, Japan und Korea unterhält eine japanische Linie. Nach dem 
Süden ist fast täglicher Postverkehr durch Küstendampfer. 
Eisenbahn ist im Bau begriffen nach Tientsin über Schanhaikwan; ebenso 
eine Zweigbahn für die mandschurische Bahn (Wladiwostok—Talienwan—Port 
Arthur). Die letztere Bahn wird von grofser Bedeutung für den Hafen werden, 
da Niutschwang der einzige gute Hafen der Mandschurei ist, Telegraphen- 
verbindung über Land besteht nach allen Richtungen. Der TLian-Flufßs ist für 
kleine flachgehende Fahrzeuge bis nach Mukden, der Hauptstadt der Mandschurei, 
schiffbar. . . 
Seefischerei auf Weifsbutt, Kabeljau u. s. w. wird nur von einigen kleinen 
Segelbooten betrieben. 
— Schiffsausrüstung. Kohlen wurden im Jahre 1898 etwa 26000 t ein- 
geführt, und zwar 21 000 t von Tientsin (Kaiping Kohlenminen-Gesellschaft) und 
5000 t von Japan. Die Kaiping-Kohle wird hauptsächlich für die einheimische 
Industrie verbraucht, während die japanische als ‚Kesselkohle Verwendung findet. 
Die Kohlen werden von Kulis in Körben übergemannt. 
. Trinkwasser wird aus dem Flusse oberhalb der Stadt geschöpft und in 
Wasserbooten zum Preise von 1% pro Tonne längsseit geliefert. Es darf nur 
gekocht und filtrirt genossen werden, 
Fleisch und Gemüse für Schiffsbedarf ist in genügender Menge und ziemlich 
billig zu haben. Kartoffeln kosten 5 bis 6, Mk. pro 100 kg. Sonstige Schiffs- 
Ann. d. Hyär. ete., 1900, Heft YIIL 
aus:
	        
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