accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Der Golf von Petschili. 
darf man hierbei doch nicht den Einflufs der täglichen Ungleichheit der Gezeiten 
(vergl. Gezeitentafeln für das Jahr 1900, Seite 204) aufser Acht lassen, 
Die höchsten Gezeiten treten etwa zwei Tage nach Voll- und Neumond 
auf. Die mittlere Fluthhöhe bei Springtide-Hochwasser ist etwa 3,3 m, während 
sie bei‘ Nipptide oft nur 1,5 m beträgt. Die Morgengezeiten im Sommer sind 
am wenigsten zuverlässig, da die Fluthhöhe gewöhnlich verhältnifsmäfsig gering 
ist. Das Wasser fällt meist schon 0,3 bis 0,6 m, ehe der Ebbstrom an der Ober- 
fläche auszulaufen beginnt; ebenso tritt ein entsprechendes Steigen des Wassers 
ein, ehe der Fluthstrom an der Oberfläche einläuft. Nach schweren Nordost- 
stürmen hört das Steigen des Wasser auf der Barre zuweilen auf; erst einige 
Tage später tritt die Reaktion ein, indem das Wasser höher als gewöhnlich steigt. 
Aufserhalb der Barre setzt der Fluthstrom nordnordwestwärts bis nord- 
nordostwärts. 
Die Barre hat eine Ausdehnung von etwa 2 Sm und besteht aus hartem 
Sandgrund. Die geringste Wassertiefe auf ihr beträgt bei Springtide-Niedrig- 
wasser 2,1 m. Bei mittlerem Hochwasser findet man 5 bis 5,5 m, bei starken 
Südwestwinden bis 6,5 m Wasser auf ihr. Ausnahmsweise soll unter letzteren 
Verhältnissen der Wasserstand sogar eine Höhe bis zu 7,3 m Höhe erreichen. 
Bei nördlichen Winden darf man im Allgemeinen nicht auf mehr als 4,5 m 
Wasser bei Hochwasser rechnen. (Siehe auch Gezeiten.) Ein Pegel an der 
Zollhauslandungsbrücke in Niutschwang zeigt eine 0,75 m (2'/2 Fufs) geringere 
Wassertiefe als auf der Barre. 
Das Fahrwasser über die Barre wird durch zwei schwarze und eine roth 
und schwarz wagerecht gestreifte Tonne, die im Winter durch Spierentonnen 
ersetzt werden, bezeichnet. Mit der Veränderung des Fahrwassers werden auch 
die Tonnen verlegt. Die äufsere Barretonne, die ein Kegeltoppzeichen trägt, 
Spitze nach unten, liegt zur Zeit 0%4S, 2,7 Sm vom Feuerschiff entfernt, wärend 
die mittlere Tonne NO%sN, 1,6 Sm von der äufseren und die innere Tonne 
N0z0!/40, 2,1 Sm von der mittleren peilt. Die beiden letzteren Tonnen haben 
Rautentoppzeichen. | 
Einsteuerung in den Liau-Flufls. Der Flufs ist gewöhnlich etwa vom 
25. November bis zum 20. März für Dampfer und vom 15. November bis zum 1. April 
für Segelschiffe durch Eis gesperrt. Das Fahrwasser wird durch sechs Baken 
bezeichnet, die jedoch im Winter, soweit sie durch Treibeis gefährdet sind, ein- 
gezogen werden. Ihre Lage ist daher: leicht Veränderungen unterworfen, 
Unterhalb der Ost-Spit-Bake befinden sich, während der Flufß noch offen 
ist, drei Fischbuhnen und zwar eine an der Westseite und zwei an der Ostseile 
des Fahrwassers. Da diese Buhnen gute Leitmarken sind, werden die äufseren 
Reiben derselben, die mit Korbtoppzeichen versehen sind, auch während des 
Winters stehen gelassen. 
Die Ost-Spit-Bake ist roth mit zwei Bällen als Toppzeichen und markt die 
Westkante der Ostbank. Etwas über 1 Sm weiter oberhalb stehen zwei weitere 
Baken am linken Ufer des Flusses; die eine, Nodding Tommy genannt, ist roth 
und weiß mit Rautentoppzeichen und steht an der Ostgrenze des Fahrwassers, 
während die andere, die Neue Bake mit Trommeltoppzeichen, auf der linken 
Mündungshuk etwa 3!/a Kblg. südöstlich von der ersteren errichtet ist. Weiter 
oberhalb auf dem linken Ufer folgen die rothe Mittelbank-Bake mit rothem Korb- 
toppzeichen an der Ostgrenze des Fahrwassers und die 15 m hohe Flaggenstangen- 
Bake. Diese trägt zwei rautenförmige Toppzeichen und ist roth und zwischen 
den Toppzeichen ‘weifßs; sie steht auf dem festen Lande 7 Kblg. nordöstlich von 
der Mittelbank-Bake, die 2!/4 Sm von der Bake Nodding Tommy entfernt ist. 
Auf der rechten Mündungshuk endlich befindet sich die 12 m hohe Fischhaus- 
Bake mit schwarzem Rautentoppzeichen in der Nähe von einigen Fischerhütten. 
Die Einsteuerung sollte wegen der vielen Aenderungen im Fahrwasser, 
besonders wenn die Seezeichen für den Winter schon eingezogen sind, nicht ohne 
Lootsenhülfe unternommen werden. Vom Feuerschiffe halte man auf die äufsere 
Barretonne zu und lasse diese ebenso wie die mittlere an B.B., während die 
innere Tonne an beiden Seiten dichtbei passirt werden kann, . Die Gezeiten- 
ströme setzen schräg über die Barre und zwar der Fluthstrom etwa NzO und der 
Ebbstrom SzW mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 4 Sm. Die Westbank fällt 
steil ab. während die Ostbank allmählich abflacht. Fleißiges Lothen wird das 
951
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.