Der Golf von Petschili.
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Handelsverkehr 1898.
Schiffsverkehr einlaufend
darunter deutsche. .
chinesische .
englische
mit Ladung
in Ballast
mit Ladung
in Ballast
mit Ladung
in Ballast
mit Ladung
in Ballast
Dampfer
Zahl | Registertonnen
624
99
20
604 456
68 835
12 382
307
50
233
40
299 280
22 330
236 632
38 986
Segler
Zahl. | Registertonnen
27
15 267
10 125
Waarenverkehr.
Einfuhr
Ausfuhr
Durchfuhr
Werth
Haikwan Taels
60 873 042
12 093 684
9 754 640
Nur chinesischer Thee hat hier Durchfuhr und zwar für Ueberlandtransport
vıa Kiachta und Tschang-tschia-kon nach Sibirien, Rufsland’ u. 8. w.
Einfuhr umfaßt: Baumwoll- und Wollwaaren, Metalle, Petroleum, Zucker
und Bauholz, ferner, hauptsächlich deutschen Ursprungs, Nadeln, Anilinfarben und
Kriegsmaterial. Haupteinfuhrländer sind England, Amerika und Deutschland,
Ausfuhr. Kohlen, Strohgeflechte und mongolische Produkte, wie Kameel-
und Schafwolle, Felle, Pelze, Häute, Schweineborsten und Pferdehaare.
Industrie. Die Destillation von Samschu (chinesischer Schnaps) gen.
Wein, aus Kaoliang oder Hirse, ist eine der gröfsten Industrien am Orte. Auch
Teppiche aus Kameelwolle, chinesisches Schuhzeug, Terrakotten (Tientsin-Schlick-
figuren) und Feuerwerk werden in grofsen Mengen hergestellt. Hauptsächlich ist
aber Tientsin Stapel- und Handelsplatz für den Durchgangsverkehr,
Geldverhältnisse. 1899 galt der Haikwan Tael 2,90 Mk., der Dollar
($ = 100 ets.) etwa 2 Mk. Der Haikwan Tael unterliegt Kursschwankungen,
1898 war sein Durchschnittswerth etwa 3,00 M.
Dampferlinien. Achttägige Postdampferverbindung besteht zwischen
Tientsin und Schanghai über Kiautschou und Tschifu, sowie mit Korea und Japan.
Täglichen Postverkehr mit Schanghai vermitteln Küstendampfer. Vierzehntägige
andere Dampferverbindung mit Japan über Tschifu und Korea, ;
Fast ausnahmlos werden sämmtliche Waaren von Tientsin auf Dampfern
verfrachtet; nur wenige Segelschiffe laufen den Hafen an, sie bringen Holz: aus
Amerika oder Futschou.
Bahnlinien. Tientsin—Peking, ferner Tientsin—Tongku—Schanhaikwan
und Tientsin—Föng tai—Pao ting fü.
Telegraphenlinien. Das chinesische Staats-Telegraphenamt befördert
über Land Telegramme überall hin,
Wasserwege ins Hinterland. Der Kaiser-Kanal ist schiffbar für Fahrzeuge
bis zu 1m Tiefgang; er wird nur von chinesischen Dschunken befahren.
Seefischerei wird etwa 8 bis 10 Sm aufserhalb der Taku-Barre betrieben.
Die flachbodigen Fischerfahrzeuge sind für die Seefischerei verhältnifsmäßig klein,
nur etwa 6m lang. Gefangen werden unter Anderem Kabeljau, Zungen, Weißbutten,
Krabben u. 8, W.
| Schiffsausrüstung. Ueber Kohlen siehe Seite 345. Proviant: Fleisch
und Gemüse ist in genügenden Mengen und verhältnifsmäfsig billig zu haben,
Sonst sind nur Mehl, und zwar zu 20 bis 24 Mk., sowie Kartoffeln zu 8 bis 10 Mk,
per 100 kg zu. haben, Wasser für Seeschiffe wird den Kanälen oder den Neben-
Aüssen des Peiho entnommen und mit eigens dazu eingerichteten Booten längs-
seit gebracht. Preis nach Lage und Entfernung des Schiffes, jedoch stets ein
geringer. Das Wasser ist aber erst verwendbar, nachdem es sich durch Abstehen
geklärt hat, dann abgekocht und filtrirt ist (vergl. auch Seite 338).