Der Golf von Petschili,
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den’ Hafen gelangt. Solche Fälle sind jedoch: Ausnahmen. Schiffe von 3 m Tief-
gang können gewöhnlich ohne zu leichtern den Hafen erreichen.
Um den Schiffen, deren Tiefgang das Ueberschreiten der Barre nicht ge-
stattet, das Erreichen des Hafens von Tongku zu ermöglichen, wird vor der
Barre ein Theil der Ladung in Leichter gelöscht. Diese Leichter werden unter
Zollverschlufs mit Schleppdampfern bis nach Tientsin hinauf befördert.
Landungsbrücken. Am linken Flufsufer im Hafen von Tongku befinden
sich drei Landungsbrücken, von denen zwei nur von Schiffen der Eigenthümer
benutzt werden dürfen, die auch bei Niedrigwasser nur etwa 1m Wassertiefe
längsseit haben. Die dritte, der chinesischen Staatsbahn gehörige Brücke kann
von Seeschiffen gegen Bezahlung einer Gebühr zum Löschen und Laden benutzt
werden. Diese Brücke ist etwa 300 m lang und hat längsseit bei Niedrigwasser
5m Wassertiefe. Die Brücke ist mit zwei Handkrähnen von 30 und 4 t Hebe-
kraft ausgerüstet. Im Anschlufs an das Hauptbahngleis Schanhaikwan— Tongku—
Tientsin— Peking und Pao-ting-füu läuft längs der drei Landungsbrücken ein
Schienengleis.
Kohlenausfuhr. Tongku ist Ausfuhrhafen für die sogenannte Kaiping-
Kohle; der Umfang der stets erheblichen Kohlenvorräthe ist unbekannt. Die
Kohlen werden in Tongschan und Kaiping, etwa 80 Sm auf dem Schienenwege
von Tongku und Schanhaikwan, gewonnen. Schiffe, die längsseit der Landungs-
brücken liegen, erhalten ihre Kohlenedurch Kulis in Körben an Bord getragen.
Für die aufserhalb der Barre liegenden Schiffe werden die Kohlen in Kohlen-
prähmen der Taku Tug & Lighter Co. mit Schleppern herausgebracht und dann
mit eigener Dampfkraft übergenommen.
Tientsin.!)
Tientsin, mit dem Sitze des Generalstatthalters der Provinz Tschili, am
Vereinigungspunkte Huei mit dem Peiho und 20 geographische Meilen von Peking
entfernt, nimmt als Hafenstadt und gewissermafsen als der Schlüssel zur Haupt-
stadt des chinesischen Reiches sowie Ausgangspunkt und Hauptstapelplatz eines
sehr grofsen völkerreichen und fruchtbaren Hinterlandes in politischer und
kommerzieller Beziehung unter den Städten Nordcehinas unbestritten die erste
Stelle ein. Mit Peking in kommerzieller Hinsicht verglichen, ist Tientsin der
Reichshauptstadt bedeutend überlegen. Als Hinterland von Tientsin gilt: 1. die
ganze Provinz Techili, 2. ein Theil von Schantung, 3. ganz Schensi, 4. Schaosi,
5. Kansu, 6. das neue Gebiet Turkestan u. s. w., 7. Mongolei und 8. ein Theil
der Mandschurei; also ein Hinterland von ungefähr der Gröfse Europas mit 80
bis 100 Millionen Einwohnern. Nach Schätzung hat die Stadt Tientsin eine
Million Einwohner.
Die eigentliche Stadt Tientsin wird von einem Mauerviereck eingeschlossen;
die Mauerkronen tragen Zinnen, Thürme stehen in den Kcken des Vierecks.
Unmittelbar am Flusse liegen Vorstädte, die ausgedehnter als die eigentliche
Stadt selbst sind und sich 2: Sm flulsabwärts erstrecken. Die Vorstädte sind
der Sitz des Handels. Die chinesischen Stadttheile sind ungesund. Die Nieder-
lassungen der Europäer liegen etwa 2 Sm flufsabwärts von der Stadt. Im
englischen Viertel, am Südufer des Flusses, befindet sich eine Anlegebrücke,
an der Dampfer löschen können. Etwa */4 Sm unterhalb des englischen Viertels
liegt das chinesische Zollamt.
Die chinesische Regierung besitzt in Tientsin unter der Leitung Fremder
ein Pulver- und eine Geschofsfabrik sowie eine Torpedoschule.
Auszug aus der Hafenordnung von Tientsin nach dem Entwurf des
Hafenmeisters J. H. J. Susemihl vom 31. Juli 1899:
1. Die Grenzen für die Ankerplätze, innerhalb deren fremde Seeschiffe
löschen und laden dürfen, sind:
a) zu Tientsin: von der Rue de France im französischen Viertel im
Norden bis zur unteren Grenze des Dorfes Siao-Sun-Tschwang im Süden.
b) zu Tongku: von der unteren Grenze des Dorfes Tongku bis zu den
Forts an der Flulsmündung.
) Engl. Adm.-Karte No. 2654.