Dar Golf von Petschili,
A, a
Taku. )
Das Taku-Feuerschiff liegt auf 5,8 m Wasser vor der Barre der Peiho-
Mündung, etwa 8 Sm SO0OzO0 vom südlichen Taku-Fort. Das Feuerschiff ist ein-
mastig, hat einen schwarzen Ball im Topp, ist roth gestricher. und trägt den
Namen „Taku“ in weifßsen Buchstaben auf beiden Seiten. Es zeigt nachts 10,7 m
über Wasser ein weifses Blinkfeuer, das alle 30 Sek. einen Blink giebt und 11 Sm
Sichtweite hat. Das Feuerschiff liegt nur von der Eröffnung der Schiffahrt im
Frühjahr, d. h, etwa von Mitte März bis zum 30. November aus. Wenn das
Feuerschiff von seiner Station vertrieben ist, zeigt es nachts statt des Blinkfeuers
vorn und hinten je ein rothes Feuer; bei Tage wird der Ball sobald als möglich
niedergeholt und bis dahin eine rothe Flagge über dem Ball gezeigt,
Nebelsignale werden auf dem Feuerschiff durch Schläge mit einem Gong
in Pausen von einer Minute gemacht.
Die Taku-Barre. Die Mündung des Peiho-Flusses wird von einer etwa
6 Sm breiten Barre gesperrt, auf der bei durchschnittlichen Hochwassertiden nur
3,5 m Wassertiefe vorhanden ist; ausnahmsweise, namentlich wenn starke Winde
von © bis S vorherrschen, findet man 4 bis 4,5m Wassertiefe. Die Fahrrinne
auf der Taku-Barre verschiebt sich von Jahr zu Jahr, £o dafs dementsprechend
die Ansteuerungs- und Fahrwassertonnen jedesmal verlegt werden müssen. Schiffe,
die die Barre kreuzen wollen, sind wegen der sich fortwährend verändernden
Fahrwasserrinne gezwungen, stets einen Lootsen an Bord zu nehmen. Nach den
Beobachtungen des Kapt.-Leut. Grafen Baudissin, Kommandanten $. M, S, „Iltis“,
im Jahre 1892 ergiebt sich, dafs die Wasserstände auf der Taku-Barre mehr von
den herrschenden Winden als von Voll- und Neumond abhängen. Nach eng-
lischen Angaben soll die Fahrwasserrinne der Barre im November etwas flacher
und härter werden als im Sommer; auch soll dann die ganze Rinne viel schmaler
und ungleichmäfßiger werden. Deshalb sollen nur wenige Schiffe gegen Ende
November noch einlaufen.
Betonnung der Barre. Nach einem Berichte des Kommandanten
S. M. S. „Cormoran“, Korv.-Kapt. Brussatis, vom August 1897 liegen folgende
Tonnen zur Bezeichnung der Fahrrinne über die Barre aus:
1. Aufserhalb der Barre als Ansteuerungstonne eine roth und schwarz
wagerecht gestreifte grofse spitze Tonne mit einem Ball als Toppzeichen.
. 2. Innerhalb der Barre eine schwarze spitze Tonne mit der Bezeichnung
No. 2 etwa 2!/a Sm innerhalb der Ansteuerungstonne.
3. An der Nordseite der Fahrrinne, etwa 2 Sm innerhalb der Tonne No. 2,
liegen zwei rothe spitze Tonnen mit den Nummern 3 und 4.
4. Zwei Baken in der Nähe des neuen Forts bezeichnen die Richtung des
Fahrwassers; jede trägt ein viereckiges Toppzeichen, dessen linke Hälfte schwarz,
dessen rechte Hälfte weils gestrichen ist. Beim Nordfort steht eine weiße Bake
zur Bezeichnung der Nordbank des Flusses; nördlich vom Südfort steht eine
weiße Bake mit weißem viereckigen Toppzeichen.
Taku heißt die kleine Niederlassung innerhalb der Taku- Forts; das
chinesische Zollamt und die Lootsenstation liegen etwa 2 Sm flufsaufwärts von
den Forts an beiden Seiten der Mündung. Die Umgebung der Forts ist so
niedrig und flach, dafs es für Fremde schwer ist, die Flufsmündung zu erkennen.
Zwischen den Taku-Forts ist der Peiho-Strom nur etwa 200m breit. ;
Trockendocks. Die chinesische Regierung besitzt ein Trockendock in
Taku von 103 m Länge, 11,9 m Einfahrtsbreite und 4,0 m Wassertiefe. Die Taku
Tug & Lighter Co. besitzt zwei sogenannte Schlickdocks für Ausbesserungs-
arbeiten an ihren eigenen Leichtern und Schleppdampfern. Dock No. 1 ist 96 m
lang, 11m breit und hat 3,3 m Wassertiefe. Dock No. @ ist 82 m lang, 9 m
breit und hat 3 m Wassertiefe.
Schiffswerften. Die chinesische Marinewerft in Taku kann Schiffe bis zu
60m Länge bauen; sie bemühte sich in den letzten Jahren, auch für Private zu
arbeiten. Ihre Einrichtungen sind zwar sehr einfach, die Leistungen trotzdem
nicht schlecht. Kleine Reparaturen können auch von der Taku Tug & Lighter
Co. ausgeführt werden, sind jedoch sehr kostspielig. :
V) Enel. Adın. Karte No. 2653; „Peiho or Peking River“, sheet I.