Der Golf von Petschili.
341
Lootsengeld beträgt von aufserhalb der Barre bis auf den inneren
Ankerplatz vor Taku für Segelschiffe 5 $, für Dampfer und geschleppte Segel-
schiffe 4 $ per Fuß Tiefgang; vom inneren Ankerplatz bei Taku bis nach Tientsin
wiederum ebensoviel.
Schleppdampfer stellt die Taku Tug and Lighter Company in genügender
Zahl und guter Beschaffenheit. Die Gesellschaft besafs 1899 14 Schleppdampfer,
darunter 5 von über 50t Größe, deren gröfster zu 80 Registertonnen. Die
Schleppdampfer besorgen auch bei Hochwasser den Verkehr über die Barre
stromaufwärts zur Eisenbahnstation Teng-Ku (Tang-Ku); Schiffe, die auf dem
Ankerplatz bei Taku-Feuerschiff liegen, können diese Dampfschleppboote durch
die internationale Signalflagge N an Bord rufen.
Schlepplohn wird im Kinzelfalle vereinbart unter Zugrundelegung eines
ausführlichen Tarifs, von dem hier folgender Auszug gegeben sei, der für die
Strecke von Taku nach Tientsin, oder umgekehrt, gilt: ;
Tiefgang des geschleppten Schiffes
Registertonnen
400 bis 425
500 „ 525
600 „ 625
700 „ 725
800 „ 825
900 „ 925
975 _ 1000
8 Fufs
145
165
185
205
225
245
260
‘9 Fufs
165
185
205
225
245
265
280
10 Fufs | 11 Falls
185
205
225
245
265
285
300
205
2925
245
265
285
305
320
1
12 Fufs
225
245
265
285
305
325
340
13 Fuls
245
265
285
305
325
345
360
| 14 Fufs
265
285
305
325
345
365
380
Der Schlepplohn über die Taku-Barre beträgt !/s: des hierüber angegebenen
Tarife. Für Schaden, den Schiffe etwa erleiden, während sie in Schlepp eines
Dampfers der Gesellschaft sind, kommt die Gesellschaft nicht auf. Sollte ein
Schiff wegen zu grofsen Tiefganges nicht weiter geschleppt werden können, so
mufs es sofort leichtern, anderenfalls es dem Schleppdampfer freisteht, das Schiff
zu verlassen und anderen Schiffen Dienste zu leisten.
Rettungswesen. Die schon genannte Taku-Schleppdampfer- und Leichter-
Gesellschaft verfügt über zwei Centrifugalpumpen (7- und 9zöllig) mit den dazu
gehörigen Prähmen und Dampfbetrieb und besitzt auch Taucherapparate.
Quarantäne. Alle Schiffe, die aus einem verseuchten Hafen kommen,
müssen bei der Annäherung an die äufsere Rhede die Quarantäneflagge hissen
und werden dann auf Anweisung des Hafenmeisters auf den Quarantäne-Ankerplatz
gebracht, der zwischen den Taku-Forts und dem Dorfe Yü-tschia-pu liegt. Weitere
Anordnungen werden dann vom Gesundheitsbeamten nach der Untersuchung: des
Schiffes getroffen.
Zollbehandlung. Vor Taku kreuzt ein Zollkutter, der den ankommenden
Seeschiffen einen Zollbeamten an Bord giebt; dieser Zollbeamte führt von da ab
bis zum Löschen der Ladung die zollamtliche Aufsicht über das Schiff, Sitz der
Zollbehörde in. Tientsin, in der französischen Niederlassung.
Ankerplatz auf der Aufsenrhede von Taku. Schiffe von etwa 7m Tief-
gang liegen ungefähr auf der Wassertiefe ihres Tiefganges etwa 8'/2 Sm seewärts
von den Taku-Forts. Beste Lage in diesem Abstande ist SOzO vom Süd-Kavalier
des Südforts; dieser Ankerplatz hat ausgezeichneten Ankergrund und liegt etwa
4'/a Sm von der Barre des Peiho entfernt. Bei starkem Ostwind entsteht unan-
genehmer Seegang auf der Rhede, der den Bootsverkehr unmöglich macht. Im
Sommer können Schiffe mit gutem Ankergeschirr auch schwere Stürme trotz des
Seeganges hier abreiten; aber im Winter ist die Rhede des KEisganges wegen
sehr schlecht. Man rechnet im Allgemeinen, dafs der Peiho gegen Ende November
vom Eise geschlossen wird und erst Anfang März wieder eisfrei wird. Die innere
Grenze der Rhede bildet der Ankerplatz der Zoll-Dschunken. Wegen der. Schiffs-
boote, die längsseit der Schiffe festgemacht werden, ist zu beachten, dafs stürmische
Winde zuweilen ohne die geringste Warnung in wenigen Minuten eintreten.