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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1900. 
Die Rhede von Taku.’) 
Landmarken, Das Land an der Peiho-Mündung ist so niedrig und flach, 
dafs es für Fremde schwer ist, die Flufsmündung zu erkennen, wenn das Feuer- 
schiff nicht auf seiner Stelle liegen sollte. Die beste Landmarke ist der weifse, 
achteckige, 13,7 m hohe Leuchtthurm von Tsao-fei-tien oder Scha-Iui-tien. (Näheres 
über dessen 10 Sm weit sichtbares weißes, festes Feuer, das nur in der Zeit vom 
1. März bis zum 31, Dezember angezündet wird, siehe Leuchtfeuerverzeichnifs 
Heft VIIL) 
Ansteuerung der äufseren Rhede von Taku. Nach einem Berichte des 
Kapt. z. S. Adolf Thiele, Kommandant S. M, S. „Prinzefs Wilhelm“ thut man 
gut, besonders bei nördlichen Winden, den Kurs auf Taku-Feuerschiff so zu 
wählen, dafs unbedingt erst Scha-Iui-tien-Feuer angesteuert und bei Tage der 
Thurm, welcher sich bei klarem Wetter gut markirt, gesichtet wird. Erst wenn 
der Abstand von demselben bestimmt ist, ist Kurs auf Taku-Feuerschiff zu 
nehmen. Letzteres ist nicht gut auszumachen, jedoch bieten die meistens dort 
zu Anker liegenden Handelsschiffe gute Ansteuerungsmarken. 
Die Insel Scha-lui-tien, auf der der eben genannte Leuchtthurm steht, 
liegt an der Südostkante einer grofsen Masse von Küstenbänken, deren west- 
lichem Theile noch verschiedene kleine einzeln liegende Untiefen vorgelagert 
sind. Die südwestliche Kante dieser Bänke wird vom Lothe, bei reichlichem 
Gebrauch desselben rechtzeitig angezeigt, indem die Tiefen allmählich auf 15 m 
Wasser abnehmen; dagegen fällt die Kante der Bänke in der Nähe der Insel 
stellenweise auf 25m Wasser steil ab. Man findet vor der Westkante dieser 
Bänke auf etwa 39° 32‘ N-Br, 118° O-Lg v. Gr. guten Ankerplatz in ruhigem 
Wasser mit Schutz gegen nordöstliche Stürme, denen der Ankerplatz auf der 
äulseren Rhede von Taku stark ausgesetzt ist. 
Die Insel Scha-Iui-tien liegt 30 Sm 0%4S von der äufseren Rhede von 
Taku. Wenn infolge unsichtigen Wetters die Insel nicht gesichtet und die 
Breite nicht bestimmt werden kann, so ist es sehr schwierig auszumachen, vor 
welchem Theile der Küste das Schiff angekommen ist, sobald die Lothungen So- 
weit abnehmen, daß man ankern muß. Wenn die Insel nicht zu sehen ist und 
doch das Schiff ihr vermuthlich nahe ist, so ist grofse Vorsicht nöthig, weil man 
die verhältnifsmäfsig groilse Wassertiefe von 25m an einigen Stellen innerhalb 
2 Kblg. Abstand von der Insel findet. Wenn dann irgend ein Grund zu der 
Annahme vorliegt, das Schiff könnte nördlicher als sein Besteck sein, so thut 
man gut, zunächst einige Seemeilen nach SW (oder bei Fluth sogar noch etwas 
südlicher) zu steuern, um gut südlich frei von allen Bänken zu bleiben; dann 
kann WzN- oder Westnordwestkurs (letzterer führt längs der Kante der Bänke) 
aufgenommen werden, bis die Lothungen auf etwa 15m Wassertiefe abnehmen. 
Nunmehr steuere man auf die vermuthliche Lage des Ankerplatzes. 
Lootsenwesen für Taku und Tientsin ist dem Generalinspektor der Zoll- 
behörde in Peking unterstellt. Die Zahl der Peiho-Lootsen beträgt acht. Das 
Lootsengebiet erstreckt sich vom Dschunkendock, nördlich von der Zollbrücke 
von Tientsin, bis 5 Sm aufserhalb der Taku-Barre. Das Gebiet für die Lootsen- 
kreuzer liegt zwischen der Taku-Barre und der Insel Scha-lui-tien, Die Lootsen 
sind verpflichtet, Schiffen in Noth jede mögliche Hülfe zu leisten. Sollte ein 
Schiff auf Grund gerathen, so mufß der Lootse es sofort dem Hafenmeister be- 
vichten. Die Lootsenboote tragen im Heck und im Grofssegel die Inschrift 
„Licensed Pilot Boat“ mit einer Nummer und führen eine Flagge, deren obere 
Hälfte gelb und die untere grün ist. 
Wenn der Lootse auf einem Schiff sich dem Ankerplatz nähert, so läfst 
er auf dem Schiff eine rothe und weiße Flagge hissen, wenn das Schiff aus 
Hongkong, Japan oder aus irgend einem chinesischen Hafen kommt; eine blau 
und weiße Flagge wird gehifst, wenn es aus einem überseeischen fremden Hafen 
kommt; eine gelb und blaue Flagge wird gehilst, wenn das Schiff in Ballast ist; 
und ein rother schwalbenschwanzförmiger Stander wird gehifßst, wenn das Schiff 
Pulver oder andere feuergefährliche Stoffe an Bord hat. 
) Engl. Adm.-Karte No. 598: „Li-Tein-Ho to Ninghai.“
	        
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