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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Jannar 1900.
Verschiebt man den Nullpunkt der X so, dafs er der Zeit eines Hoch-
wassers entspricht, also um (3* — m) nach rechts, (B in Fig, 1) so wird die
Gleichung:
h
— 2 vos24
DD}
wo nunmehr 4 die seit Hochwasser verflossenen Stunden Mondzeit bedeutet.
Verschiebt man ferner den Nullpunk der Y so, dafs er dem Niedrigwasser
. 3 ho 4 sa
statt dem Mittelwasser entspricht, also um 9 niedriger verlegt wird, ((* in Fig, 1)
ao wird die Gleichung:
vr
al h
5 ZZ a COS 230
oder
v— heas? 9
Dieser Ausdruck würde also mit dem Werihe J, welcher der Zeit der
Lothung entspricht und dem für den Beobachtungsort gültigen Hub h berechnet
nnd von der gelotheten Wassertiefe subtrahirt werden müssen, um letztere mit
den Kartenangaben vergleichbar zu machen.
in solchen Gegenden, wo die Zeit von Hochwasser bis Niedrigwasser
(Ebbe) länger dauert ’als die Zeit von Niedrigwasser bis Hochwasser (Fluth),
wird man gleichwohl angenähert annehmen können, daß die Wasserstandskurve
innerhalb zweier KExtrempunkte ihrem Charakter nach sich nicht ändert, also
ebenfalls eine Sinuslinie bildet, welche durch projektivische Vergrößerung oder
Verkleinerung den neuen Verhältnissen sich anpafst.
Wie. 2
In der Gleichung der Kurve würde dies zum Ausdruck gebracht werden
Aadurch, dafs 4 noch mit einem Faktor multiplicirt erscheint.
Vereinigt man in diesen Faktor gleichzeitig den Uebergang von Mondzeit
anf mittlere Zeit. so wird endlich die Gleichung lauten:
y — hecos?ft
Hier bedeutet y die Höhe über Niedrigwasser (F G in Fig. 2), h den
Hub (C D in Fig. 2), beide in derselben Längeneinheit, Meter oder Faden, aus-
gedrückt, ferner t die Zwischenzeit zwischen Lothung und Hochwasser in mittlerer
Zeit (C Fin Fig. 2) und der unbenannte Faktor f den Werth, welcher bei einer
Division von 6 Stunden durch die Zwischenzeit (C IT in Fig, 2) der die Lothung
einschließsenden Hoch- und Niedrigwasser sich ergiebt und abhängig vom Beob-
achtungsort etwa zwischen und ° liegt.
Es mufß jedoch bemerkt werden, dafs der Faktor f bei jedem Kxtrem-
werthe sprungweise sich ändert, so dafs, wenn für alle Ebben der Werth f gültig
ist, dann für alle Fluthen der konjugirte Werth 5 ÖHFZT an seine Stelle tritt.
Zur Umgehung dieser Rechnung ist die nebenstehende Tafel entworfen,
welche mit den Eingängen „Zwischenzeit zwischen Lothung und Hochwasser“
and „Hub“ die Lothungsbeschickung ergiebt. Um der Veränderlichkeit des
Faktors f Rechnung zu tragen, ist der senkrechte Eingang „Zwischenzeit zwischen
Lothung und Hochwasser“ für fünf verschiedene Werthe der Zeitdauer von Ehhe
oder Fluth angesetzt.
Im Allgemeinen wird man die mittlere Spalte wählen, welche einer
Zwischenzeit der die Lothung einschliefsenden ITToch- und Niedrigwasser von
6 Stunden entspricht.