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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Die Witterung an der deutschen Küste im Mai 1900, 
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während weiter westlich nur vielfach Stärke 7 beobachtet wurde, und am 2l. 
aus westlichen Richtungen, nur vereinzelt Stärke 7 überschreitend, an der mitt- 
leren und östlichen Ostsee. 
Von den zu Zeiten der dreimal täglichen Beobachtungen notirten Wind- 
richtungen traten vielfach die nördlichen durch Häufigkeit etwas hervor, während 
sonst im Allgemeinen eine ziemlich gleichmäfsige. Vertheilung auf die Windrose 
statt hatte. ; 
Die Morgentemperaturen lagen am 3. bis 8. und 22. bis 24. an der ganzen 
Küste und am 25, und 26. an der preufsischen Küste über der Normale, sonst 
fast durchweg, am 2. und 10. bis 21. überall, unter den normalen Werthen. ‚Die 
Morgentemperaturen zeigten mehrere große Schwankungen. Auf ein Steigen bis 
zum 7. oder 8. folgte ein meist starker Temperaturabfall bis zum 10. oder 11.; 
bis zum 21. zeigten die Morgentemperaturen dann jm Westen wenig Aenderung, 
im Osten eine langsame Zunahme mit einigen unbedeutenden Schwankungen; ein 
kurzes starkes Ansteigen führte dann am 22. bis 24. und im Osten am 25, warme 
Morgen herbei, worauf im Westen meist langsames, im Osten jedoch zunächst 
starkes Sinken folgte und die letzten Tage wenig Aenderung brachten. Die 
Temperatur schwankte an der Küste zwischen 27,1°, der höchsten Temperatur 
von Neufahrwasser, und -— 3,1°, der niedrigsten Temperatur von Rügenwalder- 
münde, also um 30,2°, während die kleinste Schwankung in Wilhelmshaven 21,8° 
und. die gröfste 30,1° in Neufahrwasser betrug. Westwärts der Oder sank die 
Temperatur nicht unter Null. 
Die für die drei täglichen Beobachtungstermine berechnete mittlere Ver- 
änderlichkeit der Temperatur lag mit ihren gröfsten Werthen zwischen 2,9° 
und 45° und erreichte ihren gröfsten Werth durchweg am Nachmittag, während 
der kleinste Werth mit wenigen Ausnahmen auf den Morgen fiel. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen waren durchweg klein; nur ver- 
einzelt überstiegen sie 30 mm, 40 mm nur in Schleimünde (42) und Ahlbeck (44), 
und blieben an der preufsischen Küste unter 9 mm. Läfst man den Nieder- 
schlagstag um 8 Uhr Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages beginnen und 
sieht man von geringfügigen oder vereinzelten Niederschlägen ab, so fielen die 
Niederschläge des Monats am 1]. an der ganzen Küste, am 3, .an der Nordsee 
und westlichen Ostsee, am 7, an der Nordsee, am 10. an der Ostsee, am 13. auf 
Rügen, am 17. an der Nordsee, am 18, bis 20. an der ganzen Küste, am 21. an 
der preufsischen Küste, am 22, an der Nordsee, am 23. bis 25. ostwärts bis zur 
Oder, am 27. an der preufsischen Küste, am 28, und 29. ostwärts bis zur Oder, 
am 30. an der Nordsee und am 31. an der Nordsee und westlichen Ostsee. @anz 
trocken über dem Gebiete waren der 2., 4. bis 6., 8., 15. und 16. Gewitter 
waren selten und wurden nur am 3, an der Nordsee und westlichen Ostsee, am 
7. an der Nordsee, am 19. an der preufsischen Küste, am 24, an der Nordsee 
und westlichen Ostsee und am 25. auf Rügen beobachtet. Sehr ergiebige, in 
24 Stunden 20,0 mm übersteigende Niederschläge traten nicht auf. Ausgebreiteter 
Nebel herrschte am 25, an der Nordsee, am 26. auf Rügen und an der pommer- 
schen Küste sowie am 30. und 81. ostwärts der Oder. Als heitere Tage, an 
denen die aus den Terminbeobachtungen berechnete mittlere Bewölkung, ent- 
sprechend der Skala 0 bis 10, wo O0 einen wolkenlosen und 10 einen bedeckten 
Himmel bezeichnen, kleiner als 2 war, charakterisirten sich über gröfserem Ge- 
biete der 2. an der ganzen Küste, der 3. an der Ostsee, der 4. bis 6. meist an 
der ganzen Küste, der 7, und 8, an der Ostsee, der 10. an der Nordsee, der Il. 
und 12, an der Ostsee, der 14. und lö. an der ganzen Küste, der 16. an der 
Ostsee, der 17., 22. und 23. an der östlichen Ostsee und der 27. an der Nordsee. 
Nachdem am I. an der ganzen Küste innerhalb eines längs dieser fort- 
schreitenden Ausläufers einer über dem Ozean im Nordwesten lagernden Depression 
Regenfälle stattgefunden hatten, herrschte am 2. über dem ganzen Gebiet heiteres 
Wetter im Bereich eines nordostwärts über Centraleuropa fortschreitenden Hoch- 
druckgebietes, Eine neue Depression über dem Ozean dehnte ihren Einfluß rasch 
über die Nordsee aus und führte hier wie an der westlichen Ostsee am 3. wieder 
Regenfälle und Gewitter herbei, während die heitere Witterung über dem übrigen 
Gebiet bestehen blieb. Als sich abermals ein Hochdruckgebiet nach Central- 
guropa verlagerte und sich hier, zunächst langsam ostwärts wandernd, behauptete, 
herrschte wiederum am 4, bis 6. an der ganzen Küste heiteres Wetter, und es 
traten über dem Westen des Gebietes die höchsten Temperaturen des Monats ein. 
Als sich eine Depression über dem Ozean durch Entwickelung von Theil- 
minima über ganz Kontinentaleuropa ausbreitete und weiterhin eine Theildepression 
über Deutschland zur Entwickelung gelangte, blieb das Wetter zunächst noch am
	        
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