Fulst, O.: Zur Höhenberechnung
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Schliefslich möchte ich noch darauf hinweisen,. dafs bei dieser Art der
Berechnung nur eine einzige trigonometrische Funktion, nämlich der Cosinus,
verwandt wird, so dafs man eventuell mit einer Tafel des Logarithmus Cosinus,
die nur wenige Seiten in Anspruch nimmt, auskommen könnte. Aber selbst
wenn man noch eine Tafel für den colog cos? 5 hinzufügen würde, würde nur
eine kleine Tafel herauskommen, und die Berechnung würde dadurch nicht un-
wesentlich bequemer werden. Will man aber aus dieser Formel wirklichen
Nutzen ziehen, so ist eine besondere Tafel nicht zu entbehren,
Notizen.
ii. Ueber eine auffällige Lichterscheinung wird. im Journal
des Vollschiffes „H. F. Glade“, Kapt.. J. Haesloop, von der Reise von Port-
land, Oregon, nach Queenstown berichtet: „Am 20, April 1899 um 4 Uhr
50 Minuten morgens, auf 22,3° S-Br und 24,9° W-Lg, sahen wir einen hellen
Feuerstreifen von röthlicher Farbe im Sternbilde Argo, recht zwischen dem
Stern Canopus und dem Stern % des genannten Sternbildes. Bald darauf wurde
derselbe breiter und weils und erhielt die Form eines Kometenschweifes, der
eine Verbindung zwischen den beiden Sternen herstellte. Wir beobachteten die
Erscheinung ungefähr, eine halbe Stunde. Allmählich nahm sie eine Hufeisen-
form an und näherte sich langsam der Kimm; wir konnten sie aber nicht weiter
als bis zu ungefähr 20° Höhe verfolgen, .wo sie in den Wolken verschwand,“
Der Wind war zur Zeit NNO 3, das Wetter schön.
2, Hoher Flug eines fliegenden Fisches. Auf dem Dampfer „Per-
nambuco“, Kapt. H. Böge, fand.man am Morgen des 1, August 1899, aur
19° 41‘ N-Br und 24° 51‘ W-Lg, einen fliegenden Fisch auf der Brücke. Letztere
hat eine Höhe von 11m über der Meeresfläche. Der Fisch mufs sich also
aufsergewöhnlich hoch — viel höher, als man nach gewöhnlicher Beobachtung
für möglich zu halten geneigt ist — aus dem Wasser emporgeschnellt haben,
um an der angegebenen Stelle niederzufallen. Der Wind war zur Zeit NNO 5,
nahezu recht von vorn.
3. Ueber die Folgen eines. Blitzschlages, der bei einem Winter-
yewitter im Englischen Kanal in der Nähe des Dampfers „Petropolis“ nieder-
fuhr, macht der zweite Offizier des Schiffes, A. Dobenecker, in dem meteoro-
logischen Journale folgende Mittheilung: „Als ich heute Morgen — am 2.Januar 1899
— um 5 Uhr 40 Minuten heftiges Blitzen am Horizont zwischen West und NW
beobachtete, zog eine drohende Böe von NW rauf. Aus dieser zuckte uner-
wartet ein heftiger Blitzstrahl und schlug dicht beim Schiffe ins Meer. Ich. war
für den Augenblick vollständig geblendet und hielt unwillkürlich die Hände vor
die Augen; es war mir, als wenn ein unerklärbares Etwas mit zischendem Ge-
räusch‘ mein Gesicht gestreift hätte. Als dieses vorüber war, hatte ich das
Gefühl von Elektrisirtsein in Händen und Beinen, was ungefähr 15 Minuten an-
hielt. Dem Blitze folgte unmittelbar ein kurzer heftiger knatternder Donner-
schlag; es war der einzige Schlag, der sich in der Nähe des Schiffes entlud,
dagegen blitzte es am Horizont zwischen West und NW nach wie vor sehr heftig.
Kurz .nach. dem Blitzeschlage. fiel eine orkanartige Böe aus Nord mit grofsen
Hagelschlossen ein.“ ;
Nach dem Journal hatte das Schiff, das sich. zur Zeit in der östlichen
Hälfte des Englischen Kanals befand und westwärts dampfte, in der vorher-
gegangenen Nacht schweren Sturm aus West gehabt, der in den Frühmorgen:-
stunden des 2. Januar zum steifen Winde abgeflaut war. Mit der erwähnten
Böe aus Nord brach aber der Sturm, indem der Wind sich wieder nach West
drehte, von Neuem los und steigerte sich am Vormittage bis zur Stärke 11.
. 4. Eis aus den Wolken; Aus dem Journal der Bark „Emin Pascha“,
Kapt. Chr. Christensen, auf der Reise von Portland, Oregon, nach Falmouth:
„Am Mittage des 21. Februar 1899, auf 37,2° S-Br und 128,3° W-Lg, Wind WzS 5;