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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

390 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1900. 
und umgekehrt. — Die zwei ersten Voraussetzungen können, praktisch gesprochen, 
immer dadurch erfüllt werden, dafs die Integration über eine Zeit 7 ausgedehnt 
wird, die im Vergleich mit der, in welcher die Veränderungen des Wasserstandes 
geschehen, lang ist, und der dritten Voraussetzung kann durch die Wahl der 
Fläche immer genügt werden. Läfst man nämlich einen Theil derselben außer- 
balb des Wassers liegen, so wird in diesem Theile keine Strömung von Salz 
vorgehen, (Dagegen wohl von Wasser, wie bei atmosphärischen Niederschlägen.) 
Der Theil der Fläche, welcher durch das Wasser geht, wird so gelegt, dafs er 
senkrecht auf den isohalinen Flächen steht; das Salz wird dann nämlich nicht 
durch Diffusion durch die Fläche strömen können, und das ist die einzige Weise, 
in welcher Salz durch die Fläche kommen kann, ohne dafs Wasser mitfolgt. 
Zur Höhenberechnung. 
Von Dr. 0, Fulst, Oberlehrer an der Seefahrtschule in Bremen. 
Es scheint, dafs zur Bestimmung der Standlinien die Höhenmethode 
(Methode von Marcq St. Hilaire) in Deutschland den Sieg über die anderen 
Methoden davontragen wird, wie sie es in Frankreich sehon längst geihan hat. 
Der Vortheil, der darin liegt, dafs alle Beobachtungen nach vollständig einheit- 
licher Methode zu behandeln sind, überwiegt nach der vorherrschenden Ansicht 
die Nachtheile, die in der umständlicheren Zeichnung und in der umständlicheren 
Rechnung liegen. 
Die geringe Vermehrung der Zeichenarbeit gegenüber der entsprechenden 
bei der Breiten- und Längenmethode fällt nicht sehr schwer ins Gewicht, zumal 
da man bei einer grofsen Gruppe von Aufgaben, der Ortsbestimmung aus zwei 
Gestirnshöhen, die Zeichnung bequem durch eine Rechnung ersetzen kann. Un- 
angenehmer wird es empfunden, dafs die Berechnung der Höhe zeitraubender und 
umständlicher ist als etwa die Berechnung des Stundenwinkels bei der Längen- 
methode oder die Berechnung der Breite (Nebenmittagsbreite) bei der Breiten- 
methode. An Versuchen, die Berechnung der Höhe abzukürzen und zu er- 
leichtern, hat man es nicht fehlen lassen. Man hat nicht nur die verschiedensten 
Formeln für die Berechnung der Höhe in Vorschlag gebracht,!) man hat auch 
mäncherlei Versuche gemacht, Höhentafeln zu berechnen, aus denen man zwar 
nicht direkt die Höhe entnehmen, mit deren Hülfe man sie aber schneller be- 
rechnen kann.“) Alle diese Versuche sind mehr oder weniger unbefriedigend 
ausgefallen. Die Höhenformeln leiden alle an dem Uebelstande, dafs sie entweder 
keine rein logarithmische Berechnung zulassen oder zur Berechnung einen Hülfs- 
winkel benutzen, Man erhält also nicht einfach durch die Addition einer Reihe 
ron Logarithmen direkt den Logarithmus einer Funktion der Höhe, sondern man hat 
zwei getrennte, aber voneinander abhängige logarithmische Berechnungen zu machen. 
— Bei den Höhentafeln ist entweder eine mühsame Interpolationsarbeit zu bewältigen, 
oder man ist gezwungen, statl, des aus der Loggerechnung entnommenen (gegilsten) 
Schiffsortes einen anderen, für die Benutzung der Tafel günstigeren zu setzen, 
wodurch einerseits sehr grofse Unterschiede zwischen der berechneten und beob- 
achteten Höhe entstehen können, andererseits beim gleichzeitigen Beobachten 
zweier Gestirne eine beträchtliche Erschwerung der Zeichnung und Rechnung 
verursacht wird, da den beiden Beobachtungen voneinander verschiedene gegifste 
Schiffsorte zugeordnet werden müssen, 
Durch die im Folgenden zu behandelnde Methode zur Berechnung der 
Höhe eines Gestirnes, oder vielmehr zur Berechnung des Unterschiedes der 
berechneten und beobachteten Höhe, glaube ich eine nicht unwesentliche 
Vereinfachung der Rechnung herbeiführen zu können. Eine weitere Vereinfachung 
derselben scheint mir mit Benutzung des dieser Methode zu Grunde liegenden 
Gedankens nicht ausgeschlossen zu sein. 
1) Siehe meinen Aufsatz: „Ueber die in der nautischen Astronomie gebräuchlichen Methoden 
zur Berechnung der Höhe eines Gestirns“, diese Zeitschrift, Dezember 1894. Mit den daselbst an- 
zegebenen 14 Formeln zur Höhenberechnung ist ihre Zahl noch nicht erschöpft; nachträglich habe 
ch noch einige andere kennen gelernt. 
2) Aufser einem Entwurf zu einer ausführlichen Höhentafel von W. Döllen sind hier 
zu nennen: 
1. Tables du point auxilfaire pour trouver rapidement la hauteur et l’azimut estimes. Par 
F. Souillagou@t, 
2. Methode rapide pour determiner les droites et les courbes de hauteur et faire le point. 
Par R Dalafan
	        
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