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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1900. 
solche Wassermassen, welche durch den Schnitt B einströmen und wieder hinaus- 
gehen, ohne ihren Salzgehalt verändert zu haben, gar nicht oder nur dann theil- 
weise mit in die Berechnung kommen, wenn der Salzgebalt nur um einen Bruch- 
theil des Unterschiedes zwischen z' und s‘ verändert wird. 
Als ein anderes Beispiel der Anwendung des Satzes führe ich die Strom- 
verhältnisse in den Ausströmungsöffnungen der Ostsee an.*) Wir lassen B aus 
zwei Theilen bestehen, nämlich aus einem Schnitte quer über den Öresund und 
einem Schnitte von Gjedser bis Darsserort, während A in der ganzen Ober- 
fläche der Ostsee besteht, nebst Schnitten quer über alle Flufsmündungen. Wir 
haben hier dann wieder s = 0, woraus 
Pe ze t gl Hk] 
ZU Hi 8! SE! m RU 
Hier bedeutet £ die ganze Wassermenge, die durchschnittlich der Ostsee 
in einer Sekunde durch atmosphärische Niederschläge und durch die Flüsse zu- 
zeführt wird, abzüglich der Menge, welche verdampft. Die Messungen des Salz- 
yehaltes haben die annähernden Werthe ergeben s‘ = 87 und £ = 17/4, 
woraus wir finden 
Po= 20 und u = % 
Es strömt also doppelt so viel Wasser durch die Ablaufs- 
öffnungen der Ostsee aus, als einströmt, und die Menge, welche ein- 
strömt, ist eben so grofs als die wirkliche Zuführung von süfsem 
Wasser. (Niederschlag, abzüglich der Verdampfung.) Hier mufßs wieder betont 
werden, dafs dieses Ergebnifs nur dem scbliefslichen Ergebnifs der EBin- und Aus- 
strömung gilt. Wir bekommen keinen Aufschlufs über die salzigen Wassermassen, 
lie einströmen, aber beim Stromwechsel wieder hinausgetrieben werden, ebenso 
wenig über das süfse Wasser, das draufsen gewesen, aber wieder zurückgeprefst 
worden ist. 
Grofse Wassermengen verlassen jährlich die Ostsee durch den Sund, und 
da nur selten Salzwasser durch den Sund einströmt, müssen die in der Kadet- 
vinne (zwischen Gjedser und Darsserort) vorkommenden einwärts gehenden 
Unterströme eine bedeutende Schnelligkeit haben, um so mehr, als sie nicht an- 
dauernd sind. Aus den Leuchtschiffbeobachtungen vom Gjedser Riff und aus den 
aydrographischen Quartalsbeobachtungen findet man, dafs die Grenze zwischen 
dem salzigen und dem süfsen Wasser in einer Tiefe von durchschnittlich etwa 
12 m liegt. Legen wir nun einen Schnitt von dem Leuchtfeuer bei Gjedser hin- 
über nach der Wustrower Kirche (südlich vom Darsswalde), so wird das Ver- 
hältnifs zwischen den Gebieten, die das salzige Wasser und das sülse Wasser 
jedes für sich in diesem Schnitt einnehmen, */s betragen. Wenn der Grund- 
strom andauernd einwärts ginge, und wenn all das Wasser, welches 
die Ostsee durch den Sund verläfst, aus der Darsserort-Rinne liefe, so 
würde die mittlere Schnelligkeit des dadurch entstandenen auswärts 
gehenden Oberflächenstromes also nur 7% der Schnelligkeit des 
zalzigen Grundstromes betragen. 
Wir wollen nun 4 den Querschnitt über den Sund und Gjedser-—Darsser- 
ort sein lassen, während B ein Schnitt von Fornäs nach dem Skalle-Riff mitten 
über das Kattegat ist. Wir haben dann s = 8,7, z = 17,4, s' = 20, z' = 33: 
folglich ergiebt sich aus den Gleichungen 1.und 3: 
= 1,277 u = 0,777 und N = 1,65 
Das heifst also, dafs die Wassermenge, die durch den Querschnitt Fornäs 
— Skalle-Riff im Kattegat nach aufßsen strömt, etwa °/a mal so grofs ist als die 
Wassermenge, welche das Kattegat und die westliche Ostsee von der Ostsee 
empfangen, und etwa 2'/a mal so grofs als der Zufluls des süfßsen Wassers zur 
Ostsee. Ferner ist die Menge Salzwasser, welche durch den genannten Schnitt 
in das südliche Kattegat einströmt, etwa 1'/a mal so grofs als die Menge Salz- 
wasser, welche ganz in die Ostsee hineinkommt, d. bh. eine Wassermenge, die 
“; Dieses habe ich früher ausführlicher dargestellt in „Beretning fra Commissionen for 
videnskabelig Undersögelse af de danske Farvande“. Andet Bind, andet Hefte, pag. 40 og 44 
Köbenhavyn 1899.
	        
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