Dinklage: Berichte über schwere Stürme.
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wurde trübe und regnerisch; das Barometer, das vorher nur langsam von seinem
hohen Stande von 770 mm heruntergekommen war, begann schneller zu fallen.
Nachmittags wurde der Wind aus NzO zum Sturme. Um 1*p schwere Böe aus
NzO; der Jager zerrifßs und flog weg, die kleinen Segel wurden festgemacht, Um
2h der Wind- in einer harten Böe zum starken Sturme zunehmend. Machten
zämmtliche Segel bis auf die Untermarssegel fest. Hohe wilde Kreuzsee. Das
Schiff begraben unter Wasser. Um 3* zerrifßs das Voruntermarssegel. Sehr
schwerer Sturm aus NzO 10 bis 11 mit orkanartigen Böen. Um 10*p schlug die
See die Logisthür ein und füllte das ganze Logis mit Wasser. Nach 10* Wind
östlicher und Böen abnehmend. Der Wind, der bald wieder nach links und
zwar bis NNW ging, blieb bei sehr starkem Regen und hoher See, in der das
Schiff schwer arbeitete, stürmisch bis um S*a am 20., worauf Windstille eintrat.
Der auffrischende westliche Wind, der am Nachmittage folgte, ging nicht über 6
hinaus; nur in einzelnen Böen wehte er für kurze Zeit stürmisch. Das Baro-
meter hatte seinen niedrigsten Stand von 750,9 mm am 19. Dezember um 12"p
bei NNO 7 und hielt sich unter 755 mm von 2" p am 19. bis 4" p am 20, Dezember.
(Schlufs folgt.)
Flaschenposten.
In letzter Zeit sind die folgenden Flaschenpostzettel bei der Seewarte ein-
gegangen:
a) Ausgesetzt von dem Vollschiffe „Wilhelm“, Kapt. W. Wilmsen, auf
der Reise von New York nach Stockholm, am 19. September 1897 auf 50° 31’N-Br
und 30° 8‘ W-Lg, nicht mit Sand beschwert; gefunden von Jens Carl Martinusen
am 13. Juli 1899 bei Gaukvaeroe, Westeraalen, Westküste von Norwegen, auf
68° De N-Br und 14° 20‘ O-Lg im Wasser treibend. Trift in 662 Tagen N0140
1734 Sm.
Eingesandt vom Ksrl. Konsulat in Christiania.
b) Ausgesetzt von der Bark „Germania“, Kapt. C. Diercks, auf der
Reise von Iquique nach Falmouth, am 23. April 1899 auf 48° 40‘ N-Br und
24° 20' W-Lg, nicht mit Sand beschwert; gefunden am 16. September 1899 bei
Balgaway, Insel South Uist, Hebriden, am Strande liegend. "Trift bis zur West-
küste der genannten Insel in 57° 20‘ N-Br und 7° 24‘ WLg N0%0 810 Sm in
146 Tagen.
Eingesandt vom Kerl. Vize-Konsulat in Stornoway.
c) Ausgesetzt von dem Dampfer „Deike Rickmers“. Kapt. J. Bahle, auf
der Reise von Stettin nach New York, am 20. November 1898 auf 48° 16’ N-Br
und 41° 26‘ W-Lg, nicht mit Sand beschwert; gefunden von James Duffy am
8, August 1899 an der Nordküste von Irland auf 55° 5’ N-Br und 6° 4 W-Lg,
am Strande liegend. Trift in 261 Tagen ONO'/40 rund 1385 Sm.
KEingesandt vom Ksrl. Vize-Konsulat in Londonderry.
d) Ausgesetzt von dem Dampfer „Roland“, Kapt. J. Jantzen, auf der
Reise von Baltimore nach Bremen, am 31, August 1898 auf 47° 51’ N-Br und
39° 50' W-Lg, nicht mit Sand beschwert; gefunden von Norman Mc Loed,
einem Fischermann, bei den Hebriden am 29. Juli 1899 auf 57° 46’ N-Br und
7° 2‘ W-Lg, im Wasser treibend. Trift in 332 Tagen N0z0%40 rund 1310 Sm.
Eingesandt vom Ksrl. Vize-Konsulat in Stornoway.
e) Ausgesetzt von dem Dampfer „König“, Kapt. L. Doherr, auf der
Reise von Hamburg nach Ostafrika, am 16. Juli 1899 auf 36° 53‘ N-Br und
2° 15’ W-Lg, mit Sand beschwert; gefunden von Francesco Cestare am
28. Juli 1899 beim Kap Negro an der Südostküste von Spanien, am Strande
liegend. Trift in 12 Tagen W'/AN 46 Sm.
Eingesandt vom Ksrl. Konsulat in Almeria.
7) Ausgesetzt von dem Dampfer „Paranagua“, Kapt. H. Köhler, auf
der Reise von Teneriffa nach Paranagua, am 14. April 1899 auf 18° 15‘ N-Br
und 22° 22‘ W-Lg, mit Sand beschwert; gefunden von Antonio Francisco
Carvalho am I. Juni 1899 bei Port Carvoeiros an der Südküste der Insel
St. Antonio, K. V., auf 16° 59' N-Br und 25° 8’ W-Lg, am Strande liegend. Trift in
48 Tagen SWzW4W 176 Sm.
Eingesandt vom Kerl. Konsulat in St. Vincent, K. V.