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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

PN 
Annalen der Hydruographie und Maritimen Meteorologie, Juli 
31900 
Journalauszug S. 5208. Bark „Gudrun“, Kapt. Thomsen, von Taltal nach Falmouth. 
Aal it| S-Br ‘ W-Lg 
1899 | Uhrzeit] 
Juni12 
4b 
ha | 
Mittag | 36° 54 
383° 11° 
4? p |! 
gh pp ! 
\Littern.! 
Juni138 | 2h a 
4hba 
sSha 
\fittag | 35° 36 
3950 987 
4b v A 
8h P 
Mittern.| 
Wind 
SSoO 3 
02 
OzN 5 
08 
Nicht notirt 
Nicht notirt 
Nicht notirt 
Nicht notirt 
Nicht notirt 
23 
so 9—8 
S7—53 
SSO 5-—3 
3a. 
mm | Wetter 
red, 
763,0 ce 4 
763,8 eq 
758,91 0 qr 
1556 oqr 
751,5 |Nichtnot-| 
742,9 |Nicht not) 
742,5 [Nicht not 
743,3 |Nichtnot 
745,0 |Nicht not 
750,5 |Nicht nor 
753,7 INichtnot 
756,8] eqr 
1684| b 
Bemerkungen 
Flaue Briese, 
Nach 9h böig und zunehmend mit Regen. Bramsegel fest. 
Dick von Regen, steifer Wind, kurze See aus der Wind- 
richtung, Nach 31/gh Wind stark zunehmend und inner- 
halb einer Stunde zum orkanartigen Sturme anwachsend, 
Verloren beide Untermarssegel, Vourubermarssegel und 
Fock. Das Grofssegel, von der Raa losgeschlagen, flog 
ebenfalls beinahe ganz weg. Kin schreckliches Wetter. 
Furchtbare Seen brechen über das Schiff. Einen Mann 
über Bord verloren. Elmsfeuer auf allen Foppen und 
Raanoveken. 
Während der ganzen Nacht stürmt es unausgesetzt orkan- 
artig, gegen 2 am härtesten bei dunklem Wetter. Ver- 
loren auch noch Vorstängenstagsegel. 
ls kamen ab und zu die Sterne durch. 
Bei Tagwerden sahen, dafs im Grofstopp die Bram- und 
Stängenpardunen zu Iuvwärts gebrochen waren, ferner im 
Vortopp die Brampardunen, Die Grofsmarsstänge war 
am Eselshaupt eingeknickt. Alle losen Gegenstände an 
Deck zertrümmert oder fortgeschweinmt. Boote vol) 
Wasser. Ein trauriger Zustand, 
Hatten den ganzen Tag zu thım, Reservepardumen aufzu- 
bringen, Trieben vor Besanstagsegel. Das Schiff lag 
verhältnifsmäfsig gut in der gewaltigen See. 
Wind bedeutend abnehmend, doch nuch gewaltige Wellen 
berge. 
Böen mit Regen, sonst hanudsames Wetter, 
Schön Wetter. 
Es dauerte noch volle 17 Tage, ehe durch fleifßsige und mühsame Arbeit 
in den Toppen Alles so weit reparirt war, dafßs das Schiff wieder unter vollen 
Segeln fahren konnte. 
S. 5284. Vollschiff „Gertrud“, Kapt. T. Henke, 1899 August 8 bis 10 
auf 34° S-Br und 50,5° W-Lg. 
Die auffällige Störung des Wetters, welche auf der Reise des Schiffes 
„Gertrud“ von Narva nach Taltal am 8., 9. und 10. August 1899 in der Nähe 
der La Plata-Mündung vorkam, war nicht durch anhaltenden heftigen Sturm, 
vielmehr durch den lange währenden, böigen, unruhigen Zustand des Wetters, 
las viele starke Gewitter und den in Betracht der geographischen Breite sehr 
niedrigen Barometerstand charakterisirt. Kin Bild des Wetters giebt der 
Journalauszug. 
| 
Datum | Ohrzeit] 
Aue, 8 
Sha 
Mittag 
4b p 
8bp 
JObp | 
Mittern., 
S-Br 
320 16 
W-Ly 
480° 
£! 
Wind 
Nü4 
NO 4 
NzW 5 
NWzZN 7 
NWZN B 
SW 
Bar. 
ann 
«ayt 
762,2 
760,7 
757,7 
735,0 
754,2 
7568 
Wetter 
C 
0 
3 1 
or Vf 
Bemerkungen 
Klarer Blink in SO. Durcheinander laufende See. 
Die untere Luft zieht mit grofser Schnelle aus NO. 
Ende der Wache stürmischer Wind, Blitzen in WSW. 
Während der ganzen Wache Blitzen über den ganzen Horizont 
so stark, daßs oft Minuten lang Tageshelle herrscht, Elms- 
fener an den oberen St. B.-Raanocken. 10% 30° Wind 
plörzlich mit starkem Regenschauer nach SW.
	        
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