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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

308 
Datum . | 
1899 | Uhrzeit] S-Br '! O-Lg 
Jan. 29 
8ha 
Mittag | 18° 55‘ 90° 31’ 
4hp 
äbp | 
Mittern. 
Jan. 30 | 
4ha 
ha | 
Mittag 
16° 04' 
90° 37' 
4bn | 
hp 
\ittern 
Jan. 31 | 
4ha 
8ha 
Mittag ı 
4hp | 
8hp 
cn] 
| 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1900. 
Auszug aus dem Journal der Bark „India“. 
Wind 
3ar. 
mm 
red. 
'‘ Wetter 
Bemerkungen 
0S0O 6 
0SO 6 
0S0O 6 
0SO 7-—8 
DSO 7 —8 
760,6 
759,3 ec 
757,6 c 
758,3] ar 
757.3 ara 
C 
| Kurs N6°0. Fahrt 9 Knoten. 
Der Wind nimmt zu und wird böig. Bezogen, Regen. 
0SO 8 
SOzO 10—11 
754,2 
749,9 
4“ 
Oqr 
Stark zunehmend. Um 6h a legten das Schiff vor ge 
schwichteten Untermarssegeln auf St. B.-Halsen unter den 
Wind, um nicht in das Centrum des Orkans zu laufen. 
Hohe See aus SO. Orkanartiger Sturm. 
Um 22h zerrils das Grofsuntermarssegel, machten das Vor- 
untermarsscgel fest und lagen vor einer Presenning ir 
Besanwant gut am Winde, 
Abnehmeud, Setzten Besanstagsegel. 
Noch sehwere Böen. Setzten Vorstängenstagsegel. 
So 11 
0SO 11 
747.1 
748,9 | 
qru 
qru 
0zS 11—9 
0 9— 10 
753,2 | 
753,5 
2" 
4" 
0 10—8 
0 9—7 
07 
07 
OzN 6 
0zN 5 
754,2 I 
756,6 
756,7 | 
757,1 
755,2 
758,1 
a: 
q" 
© 
Setzten Untermarssegel und sonstige dienliche Segel. 
Gegen Mittag nalımen den”Kurs nach Norden wieder auf. 
2. 
| . 
Die Orte, wo „Albert Rickmers“ um 12"p am 29. und „India“ um 12"a 
am 30. Januar den niedrigsten Barometerstand beobachteten, liegen S72°W 356 Sm 
voneinander. Die Fortbewegungsgeschwindigkeit, welche sich aus diesem und 
dem Zeitunterschiede von 12 Stunden ergiebt, nahezu 30 Sm in der Stunde, ist 
für die Gegend ungewöhnlich grofs. Es ist jedoch in Betracht zu ziehen, dafs 
die Zeit des Vorüberganges des Minimums in den Beobachtungen von „Albert 
Rickmers“ nur sehr undeutlich ausgeprägt ist, indem der Barometerstand von 
Mittag bis Mitternacht fast ganz der gleiche blieb. Möglicherweise ist das Sturm- 
centrum demnach schon 6 bis 12 Stunden früher, als angenommen, in verhältnifs- 
mäfsig gröfster Nähe von dem Schiffe gewesen. Beide Schiffe blieben an der 
Südseite des Centrums, also auf der linken Seite der Bahn. Die Folgerung, die 
aus dem zeitweiligen Rechtsdrehen des Windes von OSO nach SO an Bord von 
„India“ gezogen werden sollte, dafs sich die Bark an der rechten Seite der 
Bahn befände. traf hier, wie auch sonst nicht selten der Fall, nicht zu. 
4. Aus dem Südatlantischen Ozean, 
S. 5267. Viermastbark ‚Hera‘, Kapt. F. Külsen, S. 5195. Schiff „Emilie“, 
Kapt. Chr. 0ltmann, und S, 5208. Bark „Gudrun‘“, Kapt. Th. Thomsen, 
1899 Juni 1 bis 13 zwischen 29° S-Br, 44° W-Lg und 36° S-Br, 33° W-Lg. 
Der schwere Sturm, von dem die genannten drei Schiffe betroffen wurden, 
trat im westlichen Theile des Südatlantischen Ozeans in verhältnilsmäfsig niedriger 
Breite auf. Die am nächsten der südamerikanischen Küste und zugleich am 
nördlichsten stehende „Hera“ erhielt das Sturmwetter zuerst und hatte den 
niedrigsten Barometerstand schon um 4" a am 12. September, während auf 
„Emilie“ und „Gudrun“, die ungefähr 7° südlicher und 10° östlicher standen, 
das Minimum erst 20 bezw. 22 Stunden später eintrat. Nach der Aenderung 
der Windrichtung, bei „Hera“ von NW nach SW, bei den anderen beiden Schiffen 
von O nach SO und $S, zu rechnen, ging die Bahn des Sturmes zwischen dem 
ersteren Schiffe und den beiden letzteren hindurch und verfolgte eine Richtung 
eher östlich als südlich von SO. Der niedrigste Barometerstand gleich 742,5 mm 
wurde an Bord von „Gudrun“ beobachtet. 
Das Nähere über das Wetter geben die nachstehenden Journalauszüge.
	        
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