Dinklage: Berichte über schwere Stürme.
Barometer stieg. Es wurde deshalb wieder nach Upolu gesteuert und um 1" 45" p
bei Apia geankert.
In Apia und Vailele hat der Sturm manchen Schaden angerichtet, Bäume
antwurzelt und Zäune umgeworfen. KEin amerikanischer Schoner, der vor drei
Ankern getrieben war, wurde kurz vor dem Scheitern nach Ausbringen von
schweren Ankern vom Riff freigehievt.
2307
3. Aus dem Indischen Ozean.
S. 5278. Viermastbark „Albert Rickmers‘“, Kapt. 6. Warneke, 1899 Januar 29
auf 15° S-Br und 96,5° 0-Lg.
Der „Albert Rickmers“ fand beim Aufsteuern nach der Sunda-Strafse im
Januar 1899 im Indischen Ozean einen sehr steifen Passat. Derselbe setzte
bereits auf 34° S-Br bei sehr hohem Barometerstande ein und wehte zuerst aus
ainer nordöstlichen und auch später noch aus einer schralen östlichen Richtung,
was Kapt. Warneke veranlafste, die Route statt durch die östlichen Durch-
[ahrten der kleinen Sunda-Inseln, wie es seiner Bestimmung nach Hongkong und
der Jahreszeit angemessen gewesen wäre, durch die Sunda-Strafse zu nehmen.
Von 26,5° S-Br war der Passat beständig O6; er gab dem Schiffe eine dauernde
Fahrgeschwindigkeit von 11 bis 12 Knoten. In der Nacht vom 28. zum 29. Januar,
auf etwa 15,3° S-Br und 96,5° O-Lg, begann der Wind mit Regenschauern noch
nehr zuzunehmen; der Himmel war vollständig bedeckt. Von 4" bis 6'a fiel
starker Regen; der Wind — 0zS7 — wehte in harten Böen, und es stand eine
hohe wilde Kreuzsee,. Da auch das Barometer fiel, befürchtete man, in einen im
Norden befindlichen Orkan hineinzulaufen, und legte deshalb das Schiff um 8a
auf B. B.-Halsen (südwärts) bei. Wind zur Zeit OzS 8, bedeckt, starker Regen.
Als der Wind nicht noch mehr zunahm, auch das Barometer nicht weiter fiel,
wurde um Mittag gehalst und die Fahrt nach Norden unter dienlichen Segeln
fortgesetzt. Die Luft klarte mitunter etwas ab. Um 4"p wurde es jedoch wieder
dicht bezogen, und unablässig kamen harte Regenböen über das Schiff. Man
machte deshalb Fock und Obermarssegel wieder fest und legte das Schiff unter
kleinen Segeln an den Wind. Ion NNO bis NO blitzte und donnerte es, auf den
Toppen und auf den Raanocken zeigten sich Elmsfeuer. Der Wind war O 7 bis 8.
Am nächsten Tage, dem 30. Januar, war das Wetter anfänglich auch noch drohend,
zo daß noch nicht mehr Segel gesetzt wurden. Die Luft klarte zwar ab, und
a8 wurden die Sterne sichtbar, aber gegen 5"a war es wieder dicht bezogen,
and der Wind, der bald auf OzN (6) ging, wehte in harten Regenböen. Krst
nach 8" a, als das Barometer entschieden zu steigen begann, wurde der nördliche
Kurs wieder aufgenommen und das gesetzte Segelwerk nach und nach vermehrt.
Am Abend zeigte sich wieder häufiges Blitzen, aber jetzt in N bis NW, vielleicht
ein Zeichen, dafs das Sturmfeld im Norden sich inzwischen etwas weiter nach
Westen verzogen hatte. Das Barometer fiel nach den Beobachtungen an Bord
nicht unter 762,4 mm und hatte diesen relativ niedrigsten Stand am 29. Januar
um 12 p.
8. 5273. Bark „India‘, Kapt. Lüders, 1899 Januar 30 und 31
auf 16° S-Br und 90,5° 0-Lg.
Wahrscheinlich in dasselbe Sturmfeld wie „Albert Rickmers“, aber in
gröfsere Nähe des Centrums, gerieth einen Tag später die Bark „India“. Die-
selbe, auf einer Reise von Lourenco Marques, Delagoa-Bucht, nach Rangun be-
yriffen und in einer etwa 6° westlicheren Länge nach Norden steuernd, hatte
ebenfalls den Passat schon frühzeitig und bald als steife Briese erhalten, der
aber bei ihr zuletzt einige Striche raumer, OSO statt O0, war. Die Bark kam
in das stürmische Wetter am Spätabende des 29. Januar auf ungefähr 17° S-Br
and 90,5° O-Lg bei OSO 7 bis 8. Im Laufe des 30. drehte sich der Wind,
während „India“ auf St. B.-Halsen beigedreht lag, rasch zunehmend bis zum
Mittage auf SO 11, dann aber nach KEintritt des niedrigsten Barometerstandes,
der hier, viel tiefer fallend als bei „Albert Rickmers“, 747,1 mm erreichte, wieder
zurück bis 0. Aus diesem Striche blieb der Wind, bis er am nächsten Mittage
zur Stärke 7 abgenommen hatte. Dann nahm er eine Richtung nördlich von O an.