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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Herrmann, J.: Valparaiso. 
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Eisenbahnverbindung ist vorhanden mit Santiago und von dort weiter 
nach dem Süden bis nach Talcahuano und Concepcion, aufserdem nach Los Andes 
bezw. Salto del Soldado, der Endstation des Kordilleren-Passes nach Argentinien. 
Seefischerei wird nur in kleinen Ruderbooten mit zwei bis drei Mann 
Besatzung für den Markt von Valparaiso betrieben. Auf der zu Valparaiso 
gehörigen Insel Juan Fernandez mit 51 Einwohnern werden grofse Seekrebse, 
Palinurus frontalis, gefangen und in der von der Firma Fonck & Co, dort er- 
vichteten Fabrik in Blechbüchsen .konservirt. 
Walfischfang betreiben sechs Segelschiffe von je 400 bis 500 Registertonnen. 
Schiffsausrüstung. Englische, australische und chilenische Kohlen sind 
stets ungefähr 3000 t vorräthig; sie werden mit Leichtern längsseit gebracht und 
kosten 55 bis 65 Mk. (englische) und 20 bis 28 Mk. (chilenische). ; 
Proviant jeder Art und in jeder Menge ist in Valparaiso gut und zu 
mäfsigen Preisen zu haben. 
Wasser für die auf der Rhede liegenden Schiffe liefern beide Schlepp- 
dampfer-Gesellschaften zum Preise von 1,50 $ für eine Marca = 7561. Die an 
der Muelle Fiscal liegenden Schiffe können ihr Wasser aus der Wasserleitung zu 
dem halben Preise ungefähr bekommen. Das Wasser ist gut. 
Jede andere Art von Schiffsbedarf ist gleichfalls zu bekommen. 
Auskunft für den Schiffsverkehr, Deutscher Konsul ist zur Zeit Herr 
v. Loeper; das Konsulat befindet sich Calle Blanco No. 432. Agent des 
Germanischen Lloyd ist Kapt. J. Jung, Agent der Kosmos-Linie Vorwerk & Co. 
Deutsche Assekuranz-Gesellschaften, zur Versicherung von Ladungen jedoch nur, 
sind neben englischen, französischen und chilenischen vertreten. Zwei deutsche, 
Banco Aleman Transatlantico und Banco de Chile y Alemania, eine englische 
und verschiedene chilenische Banken sind am Ort. Deutsche Schiffshändler giebt 
es drei in Valparaiso, G”° Osthaus, Mahn & Co. und Chüden & Co., Schiffs- 
makler einen, G. A. Wulff. 
Im Gebäude der „Gobernacion Maritima“ an der Muella Prat sind die 
Geschäftsräume des Hafen- und Lootsenamtes und der Hafenpolizei. Das Zoll- 
amt liegt an der Plaza Wheelwright, der Muelle Fiscal gegenüber. 
In dem chilenischen Hospital „Hospital de San Juan de Dios“, Calle del 
Hospital, werden kranke Seeleute aller Nationen unentgeltlich aufgenommen. 
Aufserdem sind noch ein deutsches Hospital, das beste an der ganzen Küste, ein 
englisches und zwei chilenische vorhanden. Deutsche Aerzte giebt es mehrere. 
Ein deutsches Seemannsheim ist in der Calle Salvador Donoso No. 3. 
Mannschaftsentweichungen von deutschen Schiffen kamen im Jahre 1896 
34, im Jahre 1897 22 und im Jahre 1898 nur 13 vor. Die Matrosenheuern be- 
tragen durchschnittlich 55 Mk., die Heizerheuern 60 Mk. 
Zeitsignal wird durch Fallen eines schwarzen Balles an einem Mast vor 
der Marinekadettenschule 90 m über dem Meere gegeben, Um 11 55"a 
mittlere Ortszeit wird der Ball halbmast und um 11"57“ 30° vorgehißt; er fällt 
um 0" 0” = 4' 46” 34° mittlere Greenwich-Zeit. Ist der Ball ungenau gefallen, 
so wird er wieder aufgehifst und fällt um 0*5”0° mittlere Ortzeit; fällt er über- 
haupt nicht zur richtigen Zeit, so wird er nachher langsam heruntergefiert. 
Gleichzeitig mit dem Fallen des Zeitballes wird vom Fort Covadonga ein 
Kanonenschufs abgegeben. 
Das Zeitsignal. wird auf Antrag zu irgend einer bestimmten Tageszeit ge- 
macht, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, wo überhaupt keius gegeben wird. 
Aufserdem wird während der Monate Mai bis September um 5" morgens 
und 8" abends und während der Monate Oktober bis April um 4" morgens und 
Ih abends je ein Kanonenschufs vom Fort Covadonga abgegeben. 
Die Witterung zu Tsingtau im Januar, Februar, März 1900. 
Nach den Aufzeichnungen der Kaiserlichen meteorologisch-astronomischen Station zu Tsingtau. 
Die folgenden Tabellen, welche die meteorologischen Angaben für die 
einzelnen Monatsdrittel und die ganzen Monate enthalten, sind in der gleichen 
Weise aufgestellt wie die für das vorangehende Vierteljahr („Ann. d. Hydr. ete.“, 
1900, Seite 213).
	        
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