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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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graphie Taritimen Meteor logie, Januar 1900, 
Tage zum vollen Sturme aus. Am 29. März stürmte es den ganzen Tag hin- 
durch aus SOzO bis OzS mit der Stärke 10, begleitet von orkanartigen Böcn 
und strömendem Regen. Am Morgen des 30. mälfsigte sich der Wind, indem er 
sich zugleich allmählich nördlicher drehte, und flaute gegen Ende des Tages aus 
Nord zur ganz leichten Briese ab. Das Barometer blieb aber beim Fallen und 
das Wetter drohend, und am nächsten Morgen nahm der Wind, jetzt aus Nord, 
von Neuem zum Sturme zu. Am Mittag, als das Barometer mit 736,7 mm seinen 
tiefsten Stand erreicht hatte, sprang der Wind in einer orkanartigen Böe auf 
NW. Auch aus diesem Viertel hielt der Sturm längere Zeit an, Erst 30 Stunden 
nach dem Beginn, am Nachmittage des 1. April, hatte der Wind, bei langsam 
zunehmendem Luftdruck, aus N und NW bis zur Stärke 7 abgenommen. 
Die Dauer des Unwetters, welches die auftretende Luftdruckdepression 
begleitete, betrug demnach nicht weniger als fünf Tage. Das Schiff hatte 
während dieser Zeit seinen Ort nur wenig geändert. Nachdem es bis 4 Uhr 
nachmittags am 28, März seinen nördlichen Kurs verfolgt hatte, wurde cs, da 
die Heftigkeit und die Richtung des Windes den vorgezeichneten Kurs nicht 
mehr einzuhalten gestatteten, beigelegt und blieb dann, erst auf St. B.-, vom 
Mittage des 30. März an, als der Wind sich nördlich (nach links) drehte, auf 
B. B.-Halsen liegend, bis zum Mittage des 1. April fast ohne Fortgang. Es trich 
bis zum Mittage des 30. März um ungefähr 1° nordwärts, dann aber wieder 
südwärts, so dafs es am 1. April nahezu an demselben Orte stand, wie am 
98. März. Diese Umstände lassen erkennen, dafs die Depression sich nur äufserst 
langsam fortbewegt hat, und zwar in einer südlichen Richtung. „Aldebaran“ 
blieb, wie die Windrichtungsänderung von O durch N nach NW erkennen läßt, 
an der linken Seite der Balnn des Luftdruckminimums. Kapt. Bruns bemerkt 
am Schlusse des Wetterberichtes: „Das Schiff ist schlielslich doch noch ohne er- 
heblichen Schaden davongekommen, obgleich es in den letzten sechs Tagen 
schrecklich gearbeitet hat.“ 
Näheres über den Sturm ergiebt der nachstehende Tagebuchauszug. 
Auszug aus dem Tagebuche des Vollschiffes „Aldebaran‘“ für die Zeit 
vom 27. März bis zum 2, April 1898, 
Datum 
18598 
Stunde 
März 26 
Mittag 
Ah pP 
Sb pP 
Mittern. 
März 27 4h “ 
ha 
Mittac 
{ih pP 
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Alittern 
März 28 
4a 
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Mittag 
ihn 
hp 
Alıttern. 
Mittagsort 
S-Br U-Le 
33.4° ; 162,8 
0.90” 163,02 
966° 11089 
Wind 
Bar. 
red, 
Wetter 
[13 
S0z0 © 761 
S0z0 57683 
80720 7| 769,0 
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264,4 | 
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759,5 
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157,757 
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755,6 
0zS 9—10 
SOZU 10 | 
735.6 
753.4 | 
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‘ = 
Bemerkungen 
Frisch, sehauerig. Kurs N1/4O0, 9 bis 11 Knoten Fahrt, 
Ein nordostwärts steuerndes Schifl, 
Wind und See zunehmend, böig. 
Heftige Böen mit Regen. 
Stürmisch, starke Regenhöen. 
Nach 5 Uhr handsamer, Luft etwas heller, 
| Gegen Mittag starke Regenbüen, Kurs N140 bis N. 
8 bis 9 Knoten, 
Stürmisch, grobe See ans der Windrichtung, 
Zeitweise Regen, schr feuchte Luft. 
Wind unbeständig, See ans Ost zunehmend. 
Schmierig ausschende Luft, Himmel erscheint hei 
Sonnenaufgang ganz mit Katzenlhaar bezugen. 
Heftige Böen, dichter Regen, Kurs bis 4b p N 8 bis 
9 Knoten, 
‚Sturm, See zunchmend, wild, Regen in Strömen, 
Befürchteten das Herannahen eines Orkans 
und Jegten das Schiff deshalb um 4" p auf 
. St. B.-Halsen bei. 
Harte Böen, heftiger Regen, wilde See, 
Schwerer Sturm.
	        
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