Herrmann, J.: Valparaiso.
Für Anlegen an der Zollhauslandungsbrücke zahlen:
Dampfer die ersten vier Tage . . . 0.0.0... . 60,00 $ pro Tag,
die folgenden Tage ... .0.0000004000 4 120,00 m
Segelschiffe bis 999 R.-T. die ersten sechs Tage. . . . 60,00 „ "
die folgenden Tage . . . . 120,00 +
Segelschiffe von 1000 R.-T. und mehr die ersten acht Tage 60,00 „ „ »
die folgenden Tage. 120,00 „ „ »
Für Benutzung des grofsen Zollhauskrahnes . . . .. 1,00 » „ R.ı.-T.
Für Benutzung eines kleinen Krahnes . . . . . .. 0,50 „ » 2»
Die chilenischen Goldmünzen sind auf den Kurs von 18 Pence für
basirt.
Neue Hafenbaupläne. (Siehe Tafel11.) Im Januar 1898 wurde dem Kongrefs
ein von Kapt. A. Fernandez Vial und dem Ingenieur J. H. Behrens aus-
yearbeiteter Plan eines Hafenbeckens vorgelegt und von diesem einer Kommission
zur Begutachtung überwiesen. Das nach SW offene Hafenbecken erstreckt sich
zwischen den Forts Andes und Papudo im östlichen Theile der Bucht von
Valparaiso und wird durch einen Wellenbrecher gebildet, der in Nordwestrichtung
340 m lang ist, darauf nach SW umbiegt und in einer Länge von 1500 m der
Küstenrichtung folgt. Der längere Arm stützt sich auf die Klippe Ester; an
dieser Stelle wird ein Laudungsdamm von 100 m Breite und 120 m Länge an-
gebaut. Der ganze von dem Wellenbrecher eingeschlossene Raum umfaßt 42 ha
und kann 150 Schiffe von je durchschnittlich 2500 t Gröfse aufnehmen. Die
längs der Küste zu erbauenden Kaianlagen von 1915 m benutzbarer Länge mit
8 m geringster Wassertiefe werden durch einen Steindamm von 145 m Länge und
45 m Breite, an dessen Ende sich rechtwinklig eine für Passagierdampfer be-
stimmte 55 m lange und 20 m breite Landungsbrücke anschliefst, in zwei Theile
getheilt. Im östlichen Theile werden drei eiserne 20 m breite und 100 bis 150 m
lange Landungsbrücken mit 905 m benutzbarer Gesammtlänge und mit Wasser-
tiefen von 8 bis 12 m längsseit angelegt. Die Einfahrtsbreite des Hafenbeckens
ist 180 m. Die für diese Anlagen nöthigen Lagerhäuser umfassen 10000 qm und
die Schuppen 30000 qm. Die Krähne zum Löschen und Laden werden mit
Wasserdruck betrieben. Die Kosten sind auf 27487860 $ veranschlagt; die
Bauzeit ist fünf Jahre:
Ein anderer Plan ist im vorigen Jahre im Auftrage der „Compania de
Diques“ vom Ingenieur Juan B. Christensen ausgearbeitet worden. Danach
läuft ein Wellenbrecher von 150 m Länge von der Avenida Altamirano gegen-
über dem Fort Valdivia im westlichen Theile der Bucht bis zur Klippe Baja
und von dort in Südostrichtung in einer Länge von 1550 m weiter. Das nach
Süden offene Hafenbecken umfalst einen Flächenraum von 30 ha mit Wassertiefen
von 6 bis 20 m. Die an der Küste zu erbauenden Kaianlagen sind 1650 m lang
und schliefsen an die bereits vorhandenen 570 m langen Kaianlagen der Muelie
Fiscal an. Für das Verholen der Schiffe u. s. w. werden 30 Spills, zum Löschen
und Laden 30 Krähne und 8 Elevatoren, sämmtlich mit elektrischem Betrieb,
aufgestellt. Die Bauzeit ist auf sechs Jahre berechnet; die Kosten sind auf
14 244 106 $ veranschlagt. Vorläufig ist an die Ausführung eines dieser beiden
Pläne noch nicht zu denken.
Die Stadt Valparaiso. Im Jahre 1536 durch den spanischen Offizier Juan
de Saavedra als Hafen für Santiago gegründet, erhielt Valparaiso vom Gründer
den Namen seines bei Cuenca in Spanien gelegenen Geburtsortes. Lange Jahre
war Valparaiso ohne jede Bedeutung. Francis Drake, der die Stadt im
Jahre 1578 unterwarf, fand kaum ein Dutzend Häuser zum Zerstören vor. In
der Folge wurde Valparaiso noch einige Male von englischen und holländischen
Seeräubern eingenommen und geplündert. Kurz vor Beginn des Unabhängigkeits-
kampfes zählte Valparaiso, das erst 1802 zum Range einer Stadt erhoben wurde,
4500 Einwohner und war von den vier Forts Concepcion, San Antonio, San Jose
und El Baron beschützt. Die Spanier steckten nach ihrer Niederlage bei Chaca-
buco Valparaiso in Brand und schleiften die Forte. Erdbeben und Feuer sowie
das Bombardement durch die spanische Flotte am 31. März 1866 fügten der auf-
strebenden Stadt schweren Schaden zu, konnten jedoch die Eintwickelung zum
wichtigsten Hafen Chiles nur vorübergehend hemmen.
Valparaiso legt staffelförmig an der Südseite der 2'/ Sm breiten und
1!/4 Sm tiefen Bucht. Ein steiler Felsvorsprung, Cueva de Chivato, theilt die