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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1900.
3. Für die Fahrt durch die Haitan- Straße geben die Karten Tit. XI,
No. 48 und No. 48a, sowie die englische Segelanweisung hinreichend An-
haltspunkte. Die Baken auf Pass - Insel und Slut- Insel sind sehr gut sichtbar.
Als Marke zur Kursänderung nach Passiren der Flag - Inseln wurde — als am
besten sichtbar — die Nordkante von Middle - Insel in Eins mit Town - Huk ge-
nommen. An dieser Stelle wurde eine Tiefe von 10 m gelothet. Das als west-
liche Marke gegebene Fort, das in Eins mit der Südhuk der mittelsten der
Rocky-Inseln zu halten ist, ist sehr schlecht sichtbar, ebenso wie die als andere
Marke gegebene Pagode (68 ft high). Nach Passiren der Black - Klippen auf
2 bis 3 Kblg. nehme man Cow’s Horn in Linie mit dem linken Abhang der Slut-
Inseln. Die bereits sichtbaren Baken auf derselben Insel in Eins zu nehmen, ist
erst nach Passiren der Three- und Inner - Klippen, frühestens nach Passiven der
Tower-Klippen, möglich. Es erscheint wichtig, darauf hinzuweisen, daß, wenn
lie Baken in Eins sind, auch Cow’s Horn und die weifßs gemalte Spitze von Slut-
[nsel in derselben Deckpeilung liegen, die also durch vier Punkte bestimmt ist.
Aufserhalb der Linie macht es wegen des grofsen Abstandes von Cow’s Horn
nicht diesen Eindruck, und man ist geneigt, noch eine zweite Richtlinie an-
zunehmen.
4. S. M.S. „Iltis“ fand südlich der westlichen Insel von Tung Yung einen
sehr guten, gegen Wind und Seegang geschützten Ankerplatz. Der Hafen da-
selbst ist ziemlich geräumig, man liegt etwa 2 Kblg. von der südöstlichen Huk
der westlichen Insel ab und geschützt gegen Winde von NW — SO,
5. Der Ankerplatz und Ankergrund bei den Seoluk - Inseln ist ein sehr
guter. Er bietet hinreichenden Schutz gegen nordöstliche Winde und Seegang.
6. Die Bänke bei der nordöstlich der Seoluk-Inseln gelegenen Sugarloaf-
Insel scheinen sich weiter nach Süden zu verschieben, S, M.S. „Iltis“ fand in
nachstehender Peilung nur 7,5 m Wasser:
Sugarloaf-Insel Nordwesthuk . . NO°%AN.
Flare-Insel Westhuk . . . 8SS0O*40.
Valparaiso.
Nach den Fragebogen von dem Konsul v, Loeper, Januar 1900, und von den Kapitänen C. Jessen,
Schiff „Palmyra“, August 1899, und O. Schmidt, Viermastbark „Placilla“, November 1899. ergänzt
nach englischen und chilenischen Quellen,
Bearbeitet durch J, Herrmann, Hülfsarbeiter der Seewarte.
(Hierzu Tafel 11.)
Valparaiso, der bedeutendste Hafen von Chile, liegt an der Innenseite der
gleichnamigen halbkreisförmigen Bucht, die Platz für eine grofse Anzahl von
Schiffen bietet, gegen nördliche Winde jedoch vollständig ungeschützt ist. Die
Wassertiefen in der Bucht sind bedeutend; sie betragen auf der Aufsenrhede
55 bis 65 m. Die geographische Lage der Zeitsignalstation vor der Marine-
kadettenschule ist 33° 1‘ 50”S-Br und 71° 38’ 30“ W-Lg. Mifsweisung für 1900
=— 14° 20‘ Ost, jährliche Aenderung — 3.
Landmarken. Von Süden kommend, sind das Curauma - Vorgebirge und
die Curaumilla-Huk mit dem 16,5 m hohen weifsen Leuchtthurme die besten Land-
marken. Das Curauma-Vorgebirge ist ein hoher steiler Küstenabhang, über dem
sich die beiden hohen Gebirgsketten von Curauma erheben. Bei klarer Luft kann
man in der Ferne auch die Berge Campana de Quillota und Aconcagua sehen.
Weiter nach Norden kommt der runde weifse Leuchtthurm auf der Angeles-Huk,
dessen oberer Theil grün ist, in Sicht. Das kleine Häuschen der Signalstation
auf dem höchsten Berge westlich von Valparaiso ist auch bei Regenwetter sicher
zu erkennen; es scheint von Weitem, als wenn beide Thüren offen stehen.
Von Norden kommend, ist der sattelförmige 610 m hohe Hügel Santa Inez
(Saddle Hill), etwa 60 Sm nördlich von Valparaiso, eine unverkennbare Landmarke.
Ansteuerung von Valparaiso bietet bei sichtiger Luft keine Schwierigkeit,
Bei Nebel jedoch oder bei diesiger Luft, die besonders in den frühen Morgenstunden