Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900.
Steife und stürmische Winde traten über gröfserem Gebiete mehrfach auf
am 4. aus dem Südostquadranten, Stärke 7 nicht überschreitend, an der Nordsee
und westlichen Ostsee; am 7. und 8. meist aus dem Nordostquadranten und
Stärke 7, an der westlichen und mittleren, vereinzelt auch der östlichen Ostsee;
am 1]. aus dem Südwestquadranten, Stärke 7 bis 8 an der Nordsee; am 13. aus
dem Südwestquadranten, meist Stärke 8 und vereinzelt mehr, ostwärts bis Rügen;
am 14. meist aus dem Nordwestquadranten an der ganzen Küste, Nordsee ver-
einzelt Stärke 8, Ostsee meist Stärke 8 bis 9; am 16. aus dem Südwestquadranten
ostwärts bis Pommern, meist Stärke 8; am 17. aus dem Nordwestquadranten, ver-
einzelt Stärke 8, an der Nordsee; aus dem Nordwestquadranten, meist Stärke 7
nicht überschreitend, am 25. an der Nordsee und 26, an der preufsischen Küste.
Die Morgentemperaturen lagen bei Weitem vorwiegend unter den normalen
Werthen, über diesen an der Nordsee nur am 12. bis 16., 20. und 21., an der
östlichen Ostsee am 9. bis 17., 20., 21. und 25., so dafs die ganze Küste am 1.
bis 8., 18., 19. und 22. bis 30., mit einigen Ausnahmen am 25. und 30., kühle
Morgen hatte. Die Morgentemperaturen zeigten in ihrem Verlauf nach einer
geringfügigen Abnahme zu Beginn des Monats meist ein ziemlich stetiges Steigen
an der Nordsee bis zum 15., an der Ostsee bis zum 12. und dann nach aber-
maligem wenig erheblichem Sinken mehrfach vorwiegend kleine Schwankungen
um eine wenig veränderte, in der letzten Pentade meist etwas niedrigere Mittel-
lage, wobei im Allgemeinen der 12., 13., 20. und 21. durch höhere, der 18., 19.
und 27. durch niedrigere Temperaturen hervortraten; in Memel nahmen die
Morgentemperaturen vom 2. bis 21. ziemlich stetig zu und hatten dann, abgesehen
von etwa gleich warmen Morgen am 25. und 27., niedrigere Werthe.
Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur von Tag zu Tag lag mit
ihren gröfsten, für die drei Beobachtungstermine berechneten Werthen zwischen
1,6° (Borkum) und 3,3° (Swinemünde) und war fast durchweg am Morgen am
kleinsten, am Nachmittag am gröfsten.
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen der niedrigsten, in
Neufahrwasser beobachteten Temperatur —5,0° und der höchsten Temperatur
von Swinemünde 22,1°, also um 271°, während auf den Stationen die kleinste
Schwankung in Memel 13,7° und die gröfste 24,8° in Hamburg beobachtet wurden.
Nur in Borkum sank die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt.
Die Niederschlagsmengen des Monats betrugen auf einigen Inseln der
westlichen Nordsee und au der ostdeutschen Küste meist wenig mehr als 20 mm
and zum Theil weniger, während sie im Uebrigen fast durchweg 40 mm über-
stiegen und ihre höchsten Beträge in Flensburg mit 71 und in Schleimünde mit
84 mm erreichten, gegen 16 mm in Karolinensiel und 17 mm in Neufahrwasser.
Läfst man den Niederschlagstag um 8 Uhr morgens Ortszeit des gleich-
namigen Kalendertages beginnen und sieht man von vereinzelt auftretenden und
geringfügigen Niederschlägen ab, so fielen die Niederschläge des Monats über
größerem Gebiete wesentlich am 1. an der Ostsee, am 2, und 3. (wenig Nieder-
schlag) an der ganzen Küste, am 5, an der Nordsee, am 6. ostwärts bis Mecklen-
burg, am 7. ostwärts bis Pommern, am 8. an der ganzen Küste, am 9. ostwärts
bis zur Oder, am 10. ostwärts bis Mecklenburg und an der preufsischen Küste,
am 11. ostwärts bis zur Oder, am 12, ostwärts bis zur pommerschen Küste, am
13. bis 16. an der ganzen Küste, am 17. an der mittleren und östlichen Ostsee,
in der Nacht vom 24, zum 25. an der Nordsee und westlichen Ostsee (wenig
Niederschlag), am 25. von der Weser ostwärts, am 26., 27., 29. und 30. an der
ganzen Küste. Ueber dem ganzen Gebiet trocken waren der 18. bis 23. und 28,
Sehr ergiebiger, in 24 Stunden 20,0 mm übersteigender Niederschlag fiel am 7,
in Darsserort (20,4). Gewitter wurden beobachtet am 6. an der Nordsee und in
Schleimünde, am 13. an der mecklenburgischen Küste und am 16. an der schleswig-
holsteinschen und der preufsischen Küste. Schnee fiel noch mehrfach am 26. und
27. April. Ausgebreiteter Nebel trat auf am 7. ostwärts bis zur Kieler Bucht,
am 9. an der mittleren Ostsee, am 12. an der östlichen Nordsee, am 18. stellen-
weise an der Nordseeküste, am 19. ostwärts bis Rügen, am 21, an der Ostsee.
Als heitere Tage, an denen die aus der dreimal am Tage nach der Skala 0 bis
10 beobachtete Bewölkung berechnete mittlere Bewölkung kleiner als 2 war,
charakterisirten sich über gröfserem Gebiete der 1. an der Nordsee westlich der
Elbe, der mittleren und östlichen Ostsee, der 4. und 6. von Mecklenburg bis
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