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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Konkurrenz-Präfung von Marine-Chronometern im Winter 1899—1900, 267 
Nach sorgfältiger Durchsicht der Instrumente gaben die Mitglieder der 
Kommission die Ueberzeugung zu Protokoll, dafs kein Grund vorhanden sei, den 
deutschen Ursprung der einzelnen Theile der Chronometer (mit Ausnahme von 
Zugfeder und Kette) in Zweifel zu ziehen; die Instrumente wurden demgemäfß 
mit der Anwartschaft auf Prämiirung in die Prüfung eingestellt. 
In gleicher Weise wie bei den früheren Prüfungen wurden die Chrono- 
meter während der Untersuchungszeit an jedem zweiten Tage um 10 Uhr durch 
den Unterzeichneten mit den Normaluhren der Seewarte auf chronographischem 
Wege verglichen. Zur Herstellung einer unabhängigen Kontrole wurde aufserdem 
an jedem Dekadentage durch den Hülfsarbeiter der Abtheilung IV, Herrn 
Dr. J. B. Messerschmitt, eine zweite Vergleichung der zu prüfenden Chrono- 
meter ausgeführt. Die zur Ermittelung des Standes der Normaluhren erforderlichen 
Zeitbestimmungen wurden vom Unterzeichneten an dem auf dem Nordthurm der 
Seewarte aufgestellten Universal-Instrument möglichst in Intervallen von 3 bis 
5 Tagen vorgenommen. 
Während der beiden ersten Dekaden der Prüfungszeit (1899 November 14 
bis Dezember 4) wurden die Instrumente allmählich bis auf 30°C erwärmt. Alsdann 
wurden dekadenweise die Temperaturen 
30° 25° 20° 15° 10° 5° 5° 10° 15° 20° 25° 30° 
möglichst innegehalten, und zwar wurden beim Uebergange von Dekade zu 
Dekade stets allmähliche Temperatur-Veränderungen vorgenommen. Während 
der beiden letzten Dekaden der Prüfung (1900 April 3 bis April 23) wurde die 
Temperatur von 30° C bis auf Zimmertemperatur nach und nach vermindert. — Es 
ist während der vorliegenden Prüfung durchweg gelungen, die beabsichtigten 
Mitteltemperaturen innerhalb weniger Zehntheile des Grades herzustellen; nur 
während der 6. Dekade konnte wegen der milden Witterung die vorgeschriebene 
Temperatur von 5° nicht vollständig erreicht werden. Die mittlere Tagestemperatur 
bewegte sich während dieser Dekade zwischen den Grenzen 4,5° und 9,2° und 
betrug im Mittel 7,2°, 
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die beiden Thermochronometer 
‘nicht kompensirte Chronometer) Tiede No. 108 und Eppner No. 20 verglichen, 
und es sind die mittleren täglichen Gänge derselben am Fuße der Tabelle an- 
gegeben. Unter den Rubriken, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werthe 
enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen 
Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der 
betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten 
Reihe sind schließlich die Mittelwerthe der an den Koppe’schen Haarhygrometern 
abgelesenen relativen Feuchtigkeiten im Innern des Prüfungsapparates angegeben. 
Die Ableitung der für die Güte der Chronometer malgebenden Zahlen 
sowie die Klassificirung der Instrumente wurde auf Grund der Bestimmungen aus- 
geführt, welche in der von der Direktion erlassenen Aufforderung zur Betheiligung 
an der 23. Konkurrenz-Prüfung enthalten sind. Diese Bestimmungen lauten: 
„Nach beendigter Prüfung werden sämmtliche Chronometer, soweit sich 
dieselben überhaupt als brauchbar für die nautische Praxis erweisen, in vier 
Klassen eingeordnet, für welche die Maximalwerthe der später zu definirenden 
charakteristischen Zahlen folgendermaßen festgesetzt worden sind: 
Klasse I HT HI IV 
A+2B+C 2,50° 5,00° 6,505 10,00° 
B 0,75° 1,20° 1,60° .2,50° 
C 0,010° 0.015° 0,0255 0,050° 
Diese Gröfsen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen 
Gängen, welche während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind. -— 
Zur Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen 
Gänge paarweise zu einem Mittelwerthe vereinigt; es wird dann die gröfste vor- 
yekommene Differenz dieser Mittelwerthe gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner 
B‘ die gröfste Differenz der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden 
Dekaden, z die Differenz der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte 
ınd T die Differenz der höchsten und niedrigsten während der Prüfung überhaupt 
vorgekommenen Dekaden-Temperatur, so ist 
R 
a} 
= £.
	        
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