266 Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Juni 1900.
757,3 mm. Das Fallen des Barometers in der ersten Sturmhälfte betrug, den
Beobachtungen zufolge, 19,7, das Steigen in der zweiten Hälfte 16,8 mm. Die
Lufttemperatur während des Taifuns war im Durchschnitt 26,5° C.
Der Verlauf des Sturmes zeigt, daß das Centrum des Sturmfeldes über
Yap hinwegging. Wie aus einigen auf Tafel VIa zum „Segelhandbuch für den
Stillen Ozean“ verzeichneten Taifunbahnen in der fraglichen Gegend erhellt, ist
die Bahnrichtung daselbst gewöhnlich zwischen W und NW, in einzelnen Fällen
schon auf 10° N-Br nach Norden wendend. Da keine Beobachtungen von anderen
Inseln oder Schiffen in der Nähe von Yap vorliegen, so läfst sich für den hier be-
sprochenen Taifun die Bahnrichtung nicht wohl genau feststellen, doch ist aus
den Windrichtungen in der ersten und der zweiten Hälfte des Sturmes: nördlich
vor, südlich nach der Stille, wohl zu schliefsen, daß auch dieser Taifun in einer
westlichen bis nordwestlichen Richtung fortgeschritten ist.
(Fortsetzung folgt.)
Bericht über die dreiundzwanzigste auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Konkurrenz-Prüfung von Marine-Chronometern
(Winter 1899 — 1900).
Zu der 23. Chronometer- Konkurrenz- Prüfung waren von acht deutschen
Ührmachern im Ganzen 41 Chronometer eingeliefert worden, und zwar
W. Bröcking-Hamburg . . ..
H. Diedrich-Geestemünde ., . . .
W. G. Ehrlich-Bremerhaven . .
A. Kittel-Altona. ..0.00000000000000 4040
Th.KnoblichNchflgr.(Inhaber A. Meier)- Hamburg
F. Lidecke-Geestemünde . . . .. . . +
U. F. P. Sackmann & Sohn-Altona . . ..
F. Schlesicky-Frankfurt a./M. . . . .
Bei sämmtlichen Chronometern war die Bedingung, dals die Reinigung
innerhalb eines Jahres vor der Einlieferung ausgeführt sein müsse, nach Aussage
der Uhrmacher erfüllt; auch waren von Letzteren genaue Angaben bezüglich der
Konstruktion der Instrumente sowie in einzelnen Fällen erläuternde Zeichnungen
beigefügt worden.
Die Chronometer von A. Kittel haben „rückwirkende Hülfskompensation“,
diejenigen von Sackmann „einfache Kompensation und gewöhnliche Feder-
hemmung“, sämmtliche übrigen Chronometer dagegen „Kullbergs Kälte-Zügelung“.
Aufserdem haben die beiden Chronometer Lidecke No. 254 und 255 Palladium-
Spiralen.
Als Chronometer rein deutschen Ursprunges (mit Ausnahme von Zugfeder
and Kette) waren die folgenden acht Instrumente bezeichnet worden:
A, Kittel No. 112,
Us
1b,
4°,
A
»
hr » Cl
8. F. Lidecke
I
145,
257,
Gemäfs der im August v. J. erlassenen Aufforderung zur Betheiligung an
der Konkurrenz-Prüfung wurde seitens der Direktion der Seewarte auf den
19. November v. J. eine technische Kommission zusammenberufen, um die zuletzt
erwähnten Chronometer einer Inaugenscheinnahme zu unterziehen. Diese Kom-
mission bestand aus folgenden an der Prüfung unbetheiligten Herren:
Chronometerfabrikant F. Dencker in Hamburg,
Direktor der Uhrmacherschule L. Strasser in Glashütte,
Chronometerfahrikant F. N. Tietz in Kiel.