accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Dinklage: Berichte über schwere Stürme. 
Stand um 10*p 729,0 mm.!) Eine halbe Stunde später holte der Wind, etwas ab- 
nehmend, zurück bis SO. Das Barometer blieb aber beim Fallen. Bald nach 
Mitternacht zum 5. setzte der Wind, jetzt aus SO, wieder mit voller Orkanstärke 
gin. Furchtbare Böen, strömender Regen. Die Untermarssegel wehten aus den 
Lieken. Starkes Blitzen in SO. Niedrigster Luftdruck um 4a bei SSO 10 bis 12 
725,0 mm. Es blieb unverändert orkanartig wehend bei strömendem Regen und 
hoher wilder See, obschon das Barometer erst in schnellem, später in lang- 
samerem Steigen begriffen war, Erst auf der letzten Wache wurde das Wetter 
etwas handsamer, wobei der Wind bis S holte, und auch am folgenden Tage, 
dem 6. August, wehte es noch steif aus S bis SO, begleitet von stürmischen 
Böen. Um Mittag des 6. — Ort 22,5° N-Br und 125,3° O-Lg — wurden mehr 
Segel gesetzt und ein NWzW-Kurs aufgenommen, 
Da „Siam“ während des Taifuns beigedreht lag und seinen Ort nur wenig 
veränderte, war seine Fortbewegung auf die Richtungsänderung des Windes wohl 
ohne Kinflufs. Die Lage des Schiffes auf B. B.-Halsen war anfänglich richtig, 
da der Wind sich nördlicher drehte, hätte aber später, als der Wind von NO 
zurück auf SO ging, gefährlich werden können. Von wirklich eingetretener 
Gefahr macht das Journal aber keine Mittheilung. Wahrscheinlich zog die 
Depression nach N und NW, und zwar ziemlich langsam. „Siam“ blieb an der 
rechten Seite, kam aber sehr nahe dem Minimum. 
S. 5152. Vollschiff „Nereus‘‘, Kapt. J. Schulte, 1898 August 6 und 7 
auf 25° N-Br, 120° 0-Lg. ; 
‚ Fast um die gleiche Zeit als „Siam“ wurde auch „Nereus“ von einem 
Taifun betroffen. Das Schiff war ebenfalls auf der Reise von Hamburg nach Yoko- 
hama, nahm aber nicht, wie „Siam“, die Route östlich von Formosa, sondern 
ging durch die Formosa-Strafßse. Am 6. August, als bei ihm der Sturm begann, 
stand er von „Siam“, für welches Schiff der Sturm an diesem Tage endigte, 
etwa 400 Sm WNW entfernt. Da zwischen beiden Schiffen‘ die Insel Formosa 
lag, ist wohl eher anzunehmen, dafs es sich hier um zwei verschiedene Taifune 
handelt als um einen und denselben. . 
„Nereus“ hatte am 6. August — Mittagsort 25,2° N-Br und 120,3° 0-Lg — 
zunehmenden Wind aus nördlicher Richtung. Mittags schon stürmte es mit 
Stärke 9 aus NzW und blieb so während der ganzen zweiten Tageshälfte. Hohe 
östliche Dünung; sehr heftige Regenböen. Um Formosa zu klaren und nach der 
Mitte der Strafse zu kommen, wurde von 2°p ab SW°A4W gesteuert. Von 6 
bis 7'p wehte es mit der Stärke 10, nahm dann aber wieder ab. In der Nacht 
vom 6. zum 7. drehte sich der Wind, ohne die Stärke 8 zu verändern, allmählich 
durch NW bis WzS und im Laufe des Tages weiter durch SW bis S. In den 
züdwestlichen Strichen angekommen, artete der Wind wieder zum heftigen Sturm 
aus. Am schwersten, mit der Orkanstärke 11 bis 12, wehte es kus SW bis S 
von 2 p bis 8'p. Das Schiff war um 4 Uhr morgens auf B. B.-Halsen gegangen 
and lag vor Grofsuntermarssegel. und Vorstängenstagsegel. Von 9* bis 10% p 
war es fast windstill, doch kamen abwechselnd Windstöfse von Stärke 9 bis 10 
aus verschiedenen Richtungen. Um 10* setzte indessen ein regelmäfsiger Wind 
von Stärke 10, und zwar jetzt aus SSO, wieder ein. Nach Mitternacht nahm 
der Wind ab; das Wetter blieb jedoch für die folgenden zwei Tage noch un- 
ruhig, stürmisch und regnerisch. Das Barometer stand schon anfänglich ziemlich 
niedrig und fiel während des Taifuns nur wenig tiefer, von 746 mm um 4'a am 
6. bis auf 740,3 mm um 4"p am 7. August. Beim tiefsten Stande war der Wind 
SWzS 10 bis 11. 
Nach der Windänderung zu schliefsen, befand „Nereus“ sich auf der 
linken Seite der nordwestlich gerichteten Bahn und ebenfalls, wie die Windstille 
von 9* bis 10°p am 7. August vermuthen läfst, für einige Zeit nahe dem Centrum. 
Will man doch annehmen, dafs die Stürme des „Siam“ und des „Nereus“ der- 
selben Depression angehörten, so erhält man für die Fortbewegung der Letzteren 
aus der Vergleichung der Zeiten und Oerter des niedrigsten Barometerstandes 
auf den beiden Schiffen NWzW 400 Sm in 60 Stunden oder 6,7 Sm in einer Stunde. 
S. 5181. Vollschiff „Najade‘“, Kapt. Chr. Hasselmann, 1898 Oktober 6 und 7 
auf 19,5° N-Br und 120° 0-Lg. 
Das dritte deutsche Segelschiff, welches im Jahre 1898, zwei Monate 
später als die beiden vorerwähnten, auf der Reise von Hamburg nach Yokohama 
TJis Rarameterstände sind. wenn nichts Anderes hemerkt. immer rednrirt
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.