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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

260 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900, 
yezwungen wurden, von C. de Creux aus noch nabe unter Land weiter zu fahren, 
ım nicht in die hohe See hineinzugerathen; es sei übrigens bemerkt, dals man 
an. dieser Küste ohne Gefahren nahe entlang fahren kann. Von C. de Creux 
ateuerten wir nach C. Bearn, von da nach C. Leucate, alsdann nach Agde, aber 
stets in einem Abstand von ca 2 Meilen; von nun an steuerten wir auf Aigues 
Mortes zu und von hier dann direkt nach den Hyeres-Inseln. Da der Wind nun 
immer mehr abflaute und nach Westen holte, so steuerten wir von letztgenannten 
Inseln aus einen direkten Kurs nach Genua, welches am 4. Februar 1* p erreicht 
wurde; Bier erfuhren wir dann gleich vom Hafenlotsen, dafs 2 englische Kohlen- 
dampfer, welche die direkte Route von C. Palos nach Genua genommen, einen 
Theil ihrer Boote verloren und schwere Beschädigungen an Deck erhalten 
hatten; einer der grofsen Passagierdampfer von New York hatte ebenfalls im 
Golf von Lyon 2 Mann verloren und 4 Mann schwer verletzt, welche dem 
Hospital in Genua überwiesen werden mufsten. 
Aus obiger Schilderung möge nun zur Genüge hervorgehen, dafs es jeden- 
falls für jeden Kapitän empfehlenswerth ist, auf der Reise von Genua nach 
C. Palos, Spanien, oder entgegengesetzt in den Wintermonaten die Route entlang 
der Küste zu wählen; sollte man wirklich nur gutes Wetter auf diesem Wege 
vorfinden, so kann man sich ja den Umweg, welcher höchstens 60 Meilen beträgt, 
nach Gutdünken abkürzen. Um noch Einiges über die Richtung des Windes zu 
bemerken, so trifft man denselben, falls ein Sturm von NW im Golf von Lyon 
weht, folgendermafsen: Auf dem Wege von Genua nach C. Palos stellt sich 
zuerst bei C. delle Mele leichte Dünung aus WSW ein, dieselbe nimmt allmählich 
längs der Riviera zu, während noch Windstille ist oder leichter Wind aus west- 
licher Richtung eintritt. Bei C. Camarat nimmt der Westwind allmählich an 
Stärke zu und springt dann meistens bei den Hyeres-Inseln auf NW, schnell an 
Stärke zunehmend; hält man dann nicht nahe an der Küste, so wird man bald 
in eine wilde, durcheinander laufende See hineingerathen. An der französischen 
Küste des Golfs weht der Wind dann bis Aigues Mortes gewöhnlich aus NNW, 
von dort bis nach C., St. Sebastian aus nördlicher Richtung, um dann allmählich 
nach NO holend bis Barcelona langsam abzuflauen; bei letztgenanntem Hafen 
hat man gewöhnlich wieder schönes Wetter. Möge obige Schilderung dazu 
dienen. manchen Schaden an Schiff wie an Mannschaft zu verhindern. 
Berichte über schwere Stürme 
nach den in letzter Zeit bei der Seewarte eingegangenen 
meteorologischen Schiffsjournalen. 
Von L. E, Dinklage. 
l. Aus der Osthälfte des Nördlichen Stillen Ozeans. 
Bis auf den letzten behandeln alle Berichte Taifune in den Ostasiatischen 
Gewässern. Vielleicht steht der letzte Bericht auch mit einem der berichteten 
Taifune in Verbindung. 
8. 5135. Vollschiff „Siam“, Kapt. A. Garlichs, 1898 August 4 bis 6 
in 22° N-Br, 126° 0-Lg. 
„Siam“ befand sich auf der Reise von Hamburg nach Yokohama am 
3. August auf 23,7° N-Br und 125,7° O-Lg, südöstlich von der Meiako - Sima- 
Gruppe. Der Wind war ONO 4, unbeständig, das Wetter schauerig. Das Schiff 
gegelte auf B. B.-Halsen bei dem Winde nach SO, vielleicht um von den Inseln 
später besser freikommen zu können. Das Barometer stand auf 750 mm und fiel 
langsam. In der Nacht wurde der Wind steif und böig mit einzelnen Regen- 
schauern und wuchs in den Morgenstunden des 4., ohne seine Richtung ONO zu 
ändern, zum vollen Sturme (10) an. Orkanartige Böen mit Regen; Dünung aus 
0SO, zunehmende See aus ONO. Alle Segel wurden festgemacht bis auf die 
Untermarssegel, und das Schiff wurde beigelegt, indem es auf B. B.-Halsen blieb. 
Mittagsort 22,5° N-Br und 126,4° O-Lg. Nachmittags steigerte sich der Sturm, 
während er sich allmählich nördlicher bis NNO zog, zum vollen Orkan. Dick 
von Regen, Blitzen im Westen. Rasches Fallen des Barometers seit dem Morgen;
	        
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