Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1900.
die aus weichem Schlick besteht, 1 Sm von der KEisenbahnbrücke entfernt
und durch zwei rothe und drei schwarze Tonnen bezeichnet ist. Ich habe diese
Barre bei Hochwasser gewöhnlicher Tide ausgelothet und nicht unter 7m (23)
gefunden. Am Ende der Brücke stand das Wasser zur Zeit an der Unterkante
des Holsters, auf welchem sich der Poller zum Festmachen der Schiffe befindet,
„Tucuman“ sowie verschiedene andere Dampfer verliefsen Bahia Blanca mit einem
Tiefgange von 6,7 m (22’); rathsam ist es allerdings, den der „Ferro Carril del
Sud“ gehörenden Schlepper „Margarita“ zur Hülfe mitzunehmen. Kr steht bei
rechtzeitiger Anmeldung immer zu mäfsigem Preise zur Verfügung. Mit Hülfe
des Schleppers bietet die starke Krümmung auf der zweiten Barre durchaus
keine Schwierigkeit.
Die quer von der Brücke mit Pfannen (Pilzankern) verankerten Tonnen
zum Festmachen der Schiffe sind mehr hinderlich als nützlich. Sie gehen bei
der geringsten Kraft mit und werden dann, wie ich mit eigenen Augen sah, mit
dem Schlepper ohne Schwierigkeit an ihre Stelle wieder zurück getaut. Vier
Liegeplätze sind für Schiffe an der Brücke. Für einen Dampfer wie „Tucuman“
ist aber nur ein Platz zu verwerthen. Der zweite Platz an der Aufsenkante der
Brückenkrümmung hat den Nachtheil, dafs das Schiff bei Niedrigwasser mit dem
Hinterende auf Grund kommt. An der Innenkante der Brücke befinden sich die
beiden anderen Liegeplätze, die aber nur für mittlere Schiffe zu verwerthen sind.
Nach Aussage des Betriebsleiters der „Ferro Carril del Sud“ soll die Brücke in
T-Form vergröfßsert werden. Das Anlegen der Schiffe an der Brücke geht streng
nach der Reihe, wie sie die zweite Barre passirt haben. Der Ankergrund im
Hafen ist nicht besonders gut; wegen Mangel an Raum müssen alle Schiffe
zermooren.
Wind, Wetter und Strömung auf der Rhede von Mazatlan.”)
Aus dem Reisebericht des Kapı. A. Teschner, Vollschiff „Pera“. Oktober 1898.
„Während der Zeit von unserer Ankunft am 9. bis zum 28, Oktober 1898
war die Hitze in Mazatlan manchmal aufserordentlich grofs, insbesondere am
Lande, wo sie auf 35° bis 38° C stieg. Die Einwohner befürchteten noch einen
Cordonazo. Wir hatten in dieser Zeit alle Abende über dem Lande zwischen
N und SO dunkle Gewitterluft. Blitzen und entferntes Donnern hielt bis 2
oder 3 Uhr morgens an, doch kamen die Gewitter nicht bis auf das Wasser,
Die Landbriese, welche oft bis 8 Uhr morgens anhielt, war meistens aus SO
bis OSO. Sie ging in Stille über, worauf sich gegen 9 oder 10 Uhr leichte
Briese aus S erhob, die mit Stärke 1 bis 2 als Seebriese über SW nach W und
weiter ging. Nachmittags wehte sie aus NW mit größter Stärke (2 bis 4); um
5 bis 6 Uhr flaute sie wieder ab und ging südlich und nach SO, um aus letzterer
Richtung wieder als Landbriese durchzukommen. Die See war während der
Zeit ziemlich ruhig, so daß immer beim Löschen gearbeitet werden konnte.
Nach dem 28. Oktober änderte sich das Wetter und wurde auffallend
besser. Abends wurde es angenehm kühl, so dafs wir sogar das Schlafen auf
Deck aufgeben mufsten, und die Gewitter hörten bis auf einige kurz dauernde
Erscheinungen ganz auf. Der Wind hielt sich jetzt auch als Landbriese vor-
wiegend in dem nördlichen Halbkreise, war morgens nördlich, leicht, und holte
im Laufe des Tages nach NW, aus welcher Richtung er nachmittags manchmal
steif wehte. Abends flaute er ab und ging wieder auf NO bis O, aber selten
südlicher als 0. Vom 1. bis zum 4. November hatten wir eine hohe südliche
Dünung auf der Rhede, wodurch alle Arbeit zum Stillliegen kam. KErst als die
See wieder ganz ruhig geworden war, konnten wir mit dem Einnehmen von
Ballast fortfahren. Letzterer wird aus dem Estero geholt, und die Barken
müssen eine Barre passiren. Am 15. November wurde die Reise nach Guaymas
fortgesetzt, Regen ist während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes nicht vor-
gekommen. “
!) Siehe „Segelhandbuch für den Stillen Ozean“, Seite 581 und 582, ferner „Ann. d.
Hydr. etc.“, 1897, Seite 10.