Segelanweisung für Kamerun von Suelaba bis Campo-Huk. 955
Ankerplatz. Man bringe Campo-Huk in die Peilung mw. S und steuere
diesen Kurs, bis der Flaggenmast der deutschen Zollstation mw. OSO peilt.
Dann steuere man. OSO in die Bucht hinein. Man findet auf 6 bis 8 m Wasser
grünen Schlick als Ankergrund. Es empfiehlt sich nicht, selbst mit kleinen
Schiffen, sehr viel östlicher als Campo-Huk in SW zu steuern, da man dort
schlechten (Korallengrund) Ankergrund antrifft,
Von S kommend, mufßs man etwa 2 Sm frei von der Campo-Huk halten,
da ihr Riffe mit hoher Brandung vorgelagert sind. Man steuere nicht früher in
die Campo-Bucht, als bis die Bucht ganz offen ist. Am besten dampft man auf
der Linie: deutscher Flaggenmast in OSO an die Küste heran.
Hafenzeit. Hafenzeit ist in Campo 4" 24”, Der Hub. beträgt bei Nipp-
tide 0,8, bei Springtide 1,8 m.
Campo. *
In Campo befinden sich einige deutsche Faktoreien, die Filialen auf der
französischen Seite haben, sowie auf beiden Flufsufern eine deutsche bezw. fran-
zösische Grenzstation.
Campo-Barre. Etwa 0,5 Sm vor der Mündung des Campo-Flusses ist eine
Barre, auf der in der schlechten Jahreszeit eine recht hohe Brandung steht, die
drei Brecher hat. Mit guten Booten und guter Bootsbesatzung ist sie aber meist
sicher passirbar. Von November bis Mai ist bis auf die Tage nach Neu- und
Vollmond die Brandung sehr viel schwächer, zuweilen ist sogar gar keine Bran-
dung vorhanden. Ü
Passiren der Barre, Landung im Flufs. Zum Passiren der Barre
halte man die nördlichsten Häuser der europäischen Ansiedelung mit Kurs SO0zO
bis OSO recht voraus, bis man sich etwa. 50 m vom Strande befindet, dann
steuere man in etwa gleichem Abstande von der Küste in den Flufs hinein. Es
sind dort 6 bis 7 m Wasser, während auf der Barre 1,6 bis 2m Wasser sind.
Auf beiden Flufsufern findet man gute Landeplätze. Ueber das Landen aufser-
halb der Barre bei schlechter See siehe oben.
Schiffbarkeit des Campo-Flusses. Der Campo-Flußs ist auf etwa 12 Sm
für Boote schiffbar, dann theilt er. sich in mehrere Arme, die voller Wasserfälle
and Stromschnellen sind. Die zahlreichen Sandbänke lassen es gerathen erscheinen,
ihn nur mit einem Ortskundigen zu befahren.
Hinterland. Das Hinterland des südlichen Theils ist gebirgig und weist
mehrere Berge von eigenartiger Form auf, die aber noch nicht bestimmt werden
konnten. Ein mit einer Höhe von 3415 Fuß angegebener Berg Mount Alouette
(„Africa Pilot“, Part II, engl. Admiralitäts-Karte No. 1361) ist aber noch nicht
vorhanden.
Zur Küstenkunde Südwestafrikas zwischen Kamerun und Kapstadt.
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Habicht“, Kommandant Korv.-Kapt. Kutter. Januar 1900,
I. Von Kamerun nach Banana.
Von der Ambas - Bucht auslaufend, wurde die Durchfahrt zwischen den
Ambas- und Mandoleh - Inseln gewählt, welche wohl immer, selbst bei dunkler
Nacht, ermöglicht werden kann. Kap Campo wurde in 1,5 Sm Abstand passirt.
Gute Landmarken dieser Strecke sind: Corisko-Insel und der Mitre-Berg. Kap
Lopez wurde in Süd 9 Sm entfernt gesichtet und in 5,3 Sm Abstand passirt. Die
zwischen Fernand Vas bis Iguela gleichmäfsig dicht bewaldete Küste bietet keine
guten Landmarken. Die auf der britischen Admiralitäts-Karte No. 604 nördlich
von Kap St. Catharine und Pando eingezeichneten Bergketten sind nicht vor-
handen. Die Landzunge und der Leuchtthurm von Kap St. Catharine konnten
irotz guter Beleuchtung bei höchstens 4 Sm Abstand nicht ausgemacht werden;
dagegen war die südlich vom Kap gelegene französische Faktorei gut auszu-
machen. Settee Camma-Huk konnte nicht ausgemacht werden, auch. wurde das
Feuer bei einem Abstande von 6 Sm nicht gesichtet, so dafs die Annahme, es
habe nicht gebrannt,. berechtigt erscheint. Von hier aus wurde auf die nördliche
Einfahrt des Kongo zugesteuert. Bei Tagwerden. waren langgestreckte weiße