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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1900, 
senkrecht abfallende Wand am südlichen Berg. — Er ist bis zur Spitze dicht 
bewaldet. Für den südlichen "Theil des Schutzgebietes ist er die beste An- 
steuerungsmarke. 
Wolffels. Eine gute Landmarke beim Passiren der Küste in 4 bis 6 Sm 
Abstand ist der etwa in der Mitte zwischen Grofs-Batanga und Campo gelegene 
Wolffels. Er hat die Form eines regelmäßigen, oben leicht abgerundeten Kegels, 
die ihn unschwer erkennen läfst. Seine Höhe über Mittelwasser beträgt 9m. 
Er ist dem Festlande vorgelagert und liegt inmitten einer Schar niedriger Felsen, 
au denen sich die See stark bricht. Auf seiner Spitze trägt er eine kleine weiße 
Bake, die aber wegen ihrer geringen Gröfse nur aus der Nähe zu sehen ist. 
Zwischen Wolffels und Campo markirt sich von einzelnen Huken die Gertrud- 
Huk am besten (2° 31‘’N-Br und 9° 49,6‘ O-Lg). Auf ihr ist eine vierbeinige 
Bake errichtet, ähnlich der deutschen Bake, jedoch liegt der Beobachtungstisch 
niedriger. Vor der Bake liegen Riffe, auf denen sich die See bricht; nördlich 
von ihr ist eine kleine Einbuchtung, in der im Schutz der Riffe ein ausgezeich- 
neter Bootslandeplatz liegt. 
Tiefen. Die Tiefen nehmen ungleichmäfsig nach der Küste ab. Im nörd- 
lichen Theil in ungefähr 2° 41‘ N-Br liegt die 20 m-Linie im Abstande von 1,2 Sn 
von der Küste, im südlichen in etwa 2° 28‘ N-Br im Abstande bis zu 8 Sm. Hier 
nehmen die Tiefen langsam und gleichmäfsig ab und der Grund ist rein. Im 
nördlichen Theil, besonders in der Umgebung des Wolffels, ist der Grund unrein. 
Trotz der gröfseren Tiefen empfiehlt es sich, nicht auf näher als 2 Sm an die 
Küste heranzugehen. 
Grund. Auf dieser ganzen Strecke wechselt guter Ankergrund, Sand und 
Schlick mit schlechten Korallenbänken. Es empfiehlt sich daher, stets vor dem 
Ankern eine Grundprobe zu nehmen. 
Strand und Landung. Der nördliche "Theil der südlich von Grofs-Ba- 
tanga liegenden Banoko-Bucht hat schönen, flachen Sandstrand, der südliche Theil 
ist mit Felsen durchsetzt, und Felsen fallen an einigen Stellen 10 bis 20 m senk- 
vecht zum Wasser ab. Dann zieht sich wieder ein gleichmäfsiger Sandstrand bis 
in die Gegend des Wolffels, in dessen Umgebung zahlreiche grofse Steine und 
Felsstücke das Ufer besäumen und ein Landen hindern. Der südliche "heil der 
Küste hat wieder Sandstrand, der aber allmählich abzuspülen scheint. An 
mehreren Stellen liegen Scharen von riesigen Baumstämmen auf dem Strande, 
deren Wurzeln unterspült worden und die daher umgefallen sind. Die Landung 
ist an diesem Theil der Küste an vielen Stellen möglich. Besonders hat das 
Südufer der Campo-Bucht im westlichen Theile einige ausgezeichnete Lande- 
stellen, bei denen selbst gewöhnliche Boote bei jeder See landen können, vor 
Allem auch dann, wenn wegen der hohen Brandung auf der Campo-Barre ein 
Passiren derselben nicht rathsam erscheint. Diese Stellen liegen etwas westlich 
des Flaggenstocks des französischen Grenzpostens, unmittelbar vor welchem 
dauernd die Brandung aufsergewöhnlich zahlreiche Brecher, die eine Landung 
ausschliefsen, hervorruft. Diese sind aber von See aus, besonders vom erhöhten 
Standpunkt, recht gut zu sehen und leicht zu vermeiden. Bei der Campo-Huk ist 
die Landung recht schwierig, da wiederum Felsen auf dem Strand und in seiner 
Nähe liegen. 
Die Landung ist überall am leichtesten bei Niedrigwasser und Nipptide, 
da die Brandung dann am schwächsten ist und sich die Steine und Felsen gut 
abzeichnen. Bei schlechter See ist es nicht rathsam, an irgend einer Stelle die 
Landung zu versuchen, wenn man nicht die guten Landeplätze der Küste kennt 
and eine gute Brandungsbootbesatzung hat. Kin besonders günstiger Landeplatz 
befindet sich, wie oben erwähnt, nördlich der Gertrud-Huk. 
Ansiedelungen der Eingeborenen, Zahlreiche kleinere Ansiedelungen 
von Eingeborenen (Pangwe-Leuten) finden sich an der Küste, so in der Banoko- 
Bucht, etwa 3 Sm nördlich und 2 und 3 Sm südlich vom Wolffels, bei der Ger- 
trud-Huk und nördlich der Ansiedelung von Campo. Die Pangwe-Leute sind aber 
kein sefshafter Volksstamm. Sie verlegen zeitweise ihre Wohnsitze, 
Ansteuerung von Campo. Die Campo-Huk markirt sich recht gut, 
wenn man von N kommt. Von der Ansiedelung sieht man in der Regel 
zuerst das grellrothe Dach des auf dem linken (französischen) Flufsufer liegenden 
Pulverschuppens der deutschen Faktorei von Küderling.
	        
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