accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Segelanweisung für Kamerun von Suelaba bis Campo-Huk, 253 
Landung, In der Richtung: Flaggenstange in der Faktorei von Maafs 
erfolgt die Einfahrt der Boote. Sieht man den Flufs ganz offen, so sind die Barre 
und die nördlich der Halbinsel liegenden Steine passirt und man kann in den 
Flufs einfahren. Der Strom in demselben setzt oft mit 2 bis 3 Sm. Stärke. Be- 
ladene Ruderboote können, um. schneller an Land zu kommen, auch an der 
äufseren. Uferseite im Schutze der Landzunge gelöscht werden. —_—_- 
Von Kribi bis Grofs-Batanga.*) ; 
Bis Grofs-Batanga verläuft die Küste in südsüdöstlicher Richtung, sie ist 
rein und frei von Untiefen, nur unmittelbar vor Grofs-Batanga liegen vereinzelte Steine 
auf 3 bis 4 m Wasser. In 2° 52,8‘ N-Br und 9° 54,2' O-Lg bildet ein über Felsen 
strömendes Flüßchen einen Wasserfall, der besonders in der Regenzeit gut sicht- 
bar ist. In der Trockenzeit hat er so wenig Wasser, dafs Felsen ihn in mehrere 
Arme theilen. Das Wasser soll gut sein. Beim Wasserfall befindet sich eine 
englische Faktorei mit Elfenbeinhandel. Zwischen Wasserfall und Grofs-Batanga 
hat die katholische Mission eine Kirche gebaut, die gut sichtbar ist, aber noch 
nicht in der Karte Aufnahme gefunden hat. Gute Landmarken sind die in 
2° 51,8‘ N-Br und 9° 53,8‘ O-Ly befindlichen Häuser und. die Kirche‘ der ameri- 
kanischen Missionsstation Ehike-Hike. Sie liegt auf einer Anhöhe, die zum Theil 
abgeholzt ist und auf der eine Bake steht. Zum Wasser fällt sie felsig ab. — 
Bei den südlichsten Häusern von Grofs-Batanga ist eine vierbeinige Bake erbaut, 
die die gleiche Form wie die Habicht- und deutsche Bake hat. 
Grofs-Batanga. 
Grof[s-Batanga hat ein Zollhaus und mehrere deutsche und englische Fakto- 
reien, die in einer langen Reihe an der Küste liegen. Das nördlichste der Häuser 
ist Eigenthum des „King“ Boballa, eines angesehenen Schwarzen, der auch den 
Kauf von Lebensmitteln, vor Allem Ziegen und Geflügel, manchmal auch eines 
Stückes Rindvieh, vermittelt. a 
Ankerplatz. Zum Ankern bringe man das Boballahaus etwa. in die 
Peilung Sz0—0zS. Ein guter Ankerplatz mit Sandgrund und 8,5m Wasser 
befindet sich in den Peilungen Grofs-Batanga-Bake 0S0'/,0 mw. Ehike-Hike in 
N0'/40 mw. Es empfiehlt sich nicht, südlicher zu ankern; die Tiefen nehmen 
mehrfach plötzlich bis auf 6m ab, und es tritt schlechter (Korallen-) Ankergrund 
an Stelle des guten. . . 
‚ Landung. Mit Booten halte man zunächst auf das Boballahaus, bis man 
sich an der Innenseite der Steine befindet. Dieselben sind gut an der darauf- 
stehenden Brandung zu erkennen, bei Niedrigwasser fallen sie zum Theil trocken. 
Dann halte man nach S und lande zwischen dem Zollhaus und dem langgestreckten 
Pulverschuppen. Der Strand ist hier rein, und die Brandung hat sich gröfsten- 
theils auf den. Steinen gebrochen. Bei nicht zu schlechter See kann man auch 
südlich der südlichsten Häuser landen, der Strand ist hier rein. Vor diesen 
Häusern liegen jedoch Steine. 
Von Grofs-Batanga bis Campo.*) 
Von Grofß-Batanga bis Campo verläuft die Küste in südsüdwestlicher 
Richtung. Bei der Mündung des Campo-Flusses biegt sie auf eine Strecke von 
4 Sm nach W um und nimmt dann bei der Campo-Huk wieder die frühere Rich- 
tung auf. Das Ufer ist fast durchweg niedrig und dicht bewaldet, der Urwald 
tritt gleichmäfsig bis dicht an den Strand heran.- Das Hinterland ist bergig. Im 
nördlichen Theile ist der Elephantenberg auffallend, im südlichen Theile die 
Brüste, Berge, deren Umrisse eine gleichmäfsige wellenlinienähnliche Form haben. 
Diese Form tritt jedoch mehrfach auf, und Verwechselungen mit ähnlichen Berg- 
gruppen können daher vorkommen. Der Elephanten-Berg ist ein Berg von ganz 
charakteristischer Form; von NW und W gesehen, hat sie ihm seinen Namen ge- 
geben. Der Berg gleicht auffallend einem liegenden Elephanten, hat aber, von 
SW gesehen; die Form eines Rundkopfes. Auffallend ist dann eine hohe, fast 
1) Deutsche Karte No. 139: 
7” Deutsche Karte No. 147.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.